Gedicht und Gehirn

von Annette Hagemann Raoul Schrott und dem Hirnforscher Arthur Jacobs zufolge lassen Gedichte das Gehirn in noch komplexerer (»dichterer«) Weise in Aktion treten als andere (prosaischere) Kunstformen, denn sie sprechen die Gehirnareale für Denken, Sprache, Bilder, Melodie und Rhythmik gleichermaßen an. Um ein Gedicht in seiner logisch-musisch-bildhaften Komplexität zu erfassen, muss man also alles anschmeißen, was man hat: Kirmes im Gehirn! Jedenfalls kann man, um ein Gedicht zu schreiben oder zu verstehen, seinen Verstand und sein Verständnis nicht einfach auf Standby laufen lassen. Und seien wir ehrlich: Genau deshalb lesen auch nur wenige Menschen Gedichte nach Feierabend. So lange in […]

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reisegedicht

von Rudolf Kraus ich war in paris im regen in new york im schnee in los angeles in der sonne in london im nebel in athen im smog in bozen im schatten in tunis am bazar in venedig im hochwasser in hamburg im wind in amsterdam im park in lissabon im kaffeehaus in köln am rhein in barcelona am bahnhof in berlin im zoo in dubrovnik am polizeirevier in prag am friedhof in budapest an der bar in bratislava im einkaufszentrum in helsinki am hafen im mai fahre ich nach rom © Rudolf Kraus, Wien www.rudolfkraus.at

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Illustratorin Elisabeth Süß-Schwend

Wir freuen uns sehr, dass Elisabeth Süß-Schwend Illustrationen zu Gedichten beisteuert, die auf DAS GEDICHT blog veröffentlicht werden. Heute möchten wir Ihnen die Bildende Künstlerin vorstellen: Elisabeth Süß-Schwend war Meisterklassenschülerin der Münchner Kunstakademie. Sie unterrichtete viele Jahre das Fach Kunst an einem Gymnasium in München. Ihre Arbeiten waren auf etlichen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen. 2010 ließ sich Elisabeth Süß-Schwend durch die von Anton G. Leitner edierte Netzanthologie »Ein Tag, ein Gedicht: Hoffnungspoesie« zum 2. Ökumenischen Kirchentag (München) so anregen, dass sie nach der täglichen Hoffnungs-Lektüre zu Papier, Stift und Schere griff, um die einzelnen Gedichte zu illustrieren. Sie überraschte damals den Herausgeber mit ihrem Illustrationsprojekt. […]

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Alles auf Anton

von Friedrich Ani Es begann mit der »Initiative ungeborener Autoren«. Jedenfalls scheint mir die Zeitspanne, seit ich Anton Leitner – damals noch ohne G-Punkt – kenne, ins Paläozoikum meines Schreiberlebems zurückzureichen. Nach den Ungeborenen kam die Initiative krabbelnder Autoren. Die stießen schon erste Laute aus, und die beflissenen unter ihnen kritzelten erste kryptische Verse auf Zeitungen und Tischtücher. Bald folgte die Initiative gradesitzender Autoren, die von der Tafel Buchstaben abschrieben, dann Wörter und wenige Jahre später ganze Sätze aus Büchern anderer Autoren. Das war die Geburtsstunde der Initiative pubertierender Autoren, insofern ein Einschnitt, als nun bei den Jungs die Mädchen […]

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