edinburgher vogelschau

von Gerald Fiebig sie hatten einen berg in die stadt gebracht. darüber versuchte eine schwalbe, einen sommer zu machen. der wind trieb wiesen voller schafgarben vor sich her wie eine herde regenschleier unter wolkenlosem himmel, der mit turmspitzen festgepinnt wurde, damit er nicht wegfliegt wie jene möwe am holyrood palace um federbreite aus diesem gedicht.   © Gerald Fiebig, Augsburg

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Reisepoesie Folge 11:
Homer │ »Hymne an Selene«

In 21 Folgen stellt die Online-Redaktion der Zeitschrift DAS GEDICHT internationale Reisepoesie aus vier Jahrtausenden vor. So können Sie sich gemeinsam mit uns auf den Weg zur neuen Ausgabe von DAS GEDICHT begeben. Die buchstarke Nummer 21 wird ab Herbst 2013 zeitgenössische Gedichte versammeln, die ums Reisen kreisen. Homer »Hymne an Selene« Und nun wird’s Zeit, ihr sangbegabten Töchter des Zeus, ihr süßgestimmten Musen, vom langgeflügelten Mond zu singen, von deren ewigem Haupt vom Himmel her ein Glanz das Irdische umfängt; und groß ist’s Schöne, das dem hellen Schein entspringt. Die Luft, zuvor ein matter Horizont, im Glanz der goldnen […]

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Reisetag

von Ulrich Beck Brennen bis zum Schluss. Es ist Nachwinter geworden. Die kleine Flucht, ein kurzer Flug. Das Gepäck bleibt liegen. Leichter Start, die Flügel tragen. Abschied vom Zählen der Wochentage. Plötzlich auf immer Sonntag. Ein schneller Kaffee unter Bäumen zur Sonne gewandt, die Wärme der Körper nicht mehr gestemmt gegen strenge Böen, Rückenwind ins Blaue: ruhige See. Dieser Tag, ein einziger Morgen, klar: Es dreht sich die Welt. Flügelflattern, noch eine Drehung und es geht zu Boden. Mit dem Aufschlag, leicht geöffnet der Mund, ein leises Gurgeln, schon verschluckt vom Rauschen der Blätter an diesem einzigen Morgen, klar: Das […]

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Früher (war alles einfach)

von Michael Wildenhain Du stehst an der Straße Der Wind und die Ferne Du schläfst auf der Erde Oder bei Frauen Die du am Strand ansprichst Und die dir dann sagen Fuck off! oder Komm mit zu mir Heute fragst du ob das Bett Im Hotelzimmer hart genug ist Für deine Arthrose Im Lendenwirbel L1 Und Frauen? Davon reden wir nicht Wir reden von deinem Auftritt am Abend Bei dem du deine Geschichten Von Wind und von Ferne vorliest   © Michael Wildenhain, Berlin

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Reisepoesie Folge 10:
Stéphane Mallarmé │ »Brise Marine«

In 21 Folgen stellt die Online-Redaktion der Zeitschrift DAS GEDICHT internationale Reisepoesie aus vier Jahrtausenden vor. So können Sie sich gemeinsam mit uns auf den Weg zur neuen Ausgabe von DAS GEDICHT begeben. Die buchstarke Nummer 21 wird ab Herbst 2013 zeitgenössische Gedichte versammeln, die ums Reisen kreisen. Stéphane Mallarmé »Brise Marine« Das fleisch ist trauernd ach! und alle bücher las ich. O fliehen dorthin fliehn! ich weiss dass vögel trunken Inzwischen unbekanntem schaum und hirmmel sind. Nichts – auch die alten gärten die das auge spiegelt Nichts – hält dies herz zurück das sich im meere badet. O nächte! […]

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