Unterwegs mit Diogenes

von Helwig Brunner Mein Schatten, ich nenn ihn Diogenes, wirft mich hart gegen das südliche Licht, treibt mich den Straßenrand entlang, während er faul auf der Fahrbahn liegt und sich überrollen lässt, unbeschadet. Keinen Deut schert ihn die Brüchigkeit der Knochen und Gedanken. Am Grenz- balken wartet er nicht, stürzt sich über den Stacheldraht ins Niemandsland. Mir voraus, tanzt er da sein Tänzchen, summt ein Lied: Die Musik hört dir zu! Mein Schatten, ich nenn ihn Diogenes, ist manchmal zu Scherzen aufgelegt, geh mir aus der Sonne, sagt er, als wäre ich Alexander der Große und er der letzte Kyniker. […]

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