Melanie am Letzten – Folge 10: Das Wetter

Es ist ein Wahnsinn, ein Irrsinn und nicht selten ein Blödsinn: So geht es zu im Tollhaus Welt. Der Mensch neigt zu seltsamen Verhaltensweisen, die schockieren, alarmieren oder amüsieren können. Was hilft zu guter Letzt? Die Poesie. Nicht ärgern, stänkern oder meckern, sondern dichten – meint die schwarzhumorige Poetin Melanie Arzenheimer und kommentiert die Deadlines des Lebens jeweils am Monatsende auf DAS GEDICHT blog.   Zu grau, zu heiß, zu kalt, zu nass. Das Wetter ist ein Lieblingsthema der Deutschen. Warum? Weil man beim unverbindlichen Plausch damit nichts falsch machen kann. Oder doch? Wer sich schon einmal über Sonnenschein und blauen Himmel gefreut hat, […]

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Fortpflanzen

von Birgit Bodden an deiner Glasfront Pflanze werden, wie meinesgleichen wachsen, ranken, dehne mich in die freigewordene Landschaft aus Hockern, Sesseln, Polstermöbeln. Mittendrin der Schreibtisch. Spots on, Photosynthese, Überlagerung der Ebenen, gesättigt in einem neuen Bild, verschweißt der Blick die Membran. Zerrfilter, halbdurchlässig Zellteilung, im grünen Bereich.   © Birgit Bodden, Aachen

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Pausenpoesie zum Neustarten 100
Weltende wenden

Das Lyrikprojekt zur Lutherdekade im Themenjahr 2015 in Kooperation mit Anton G. Leitner | DAS GEDICHT   Timo Brunke Weltende wenden Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut In allen Lüften hallt es wie Geschrei Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut. Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen. An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken Die meisten Menschen haben einen Schnupfen. Die Eisenbahnen fallen von den Brücken. Jakob van Hoddis Und wenn ich wüßte daß morgen die Welt unterginge so würde ich dennoch heute mein Apfelbäumchen pflanzen […]

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Pausenpoesie zum Neustarten 99
Ein Abend wie dieser

Das Lyrikprojekt zur Lutherdekade im Themenjahr 2015 in Kooperation mit Anton G. Leitner | DAS GEDICHT   Ulrich Johannes Beil Ein Abend wie dieser Jetzt, da es dämmert – glaubst du nicht, wir sollten existentieller werden? Mit der Hand hören, wo das Herz gegen die Rippen schlägt? Das, was nicht mehr zählt, entziffern? Und hängt nicht alles ab von dem, was man vergisst? Als wir, aus verschiedenen Städten angereist, uns trafen und unfreiwillig wieder trennten, dachte ich, das sähe nur ich; du sagtest später, du hättest das Gleiche gesehen – nur, frei nach Magritte, mit dem kristallenen Komma oben, strahlend […]

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Pausenpoesie zum Neustarten 98
Trampolinsommer

Das Lyrikprojekt zur Lutherdekade im Themenjahr 2015 in Kooperation mit Anton G. Leitner | DAS GEDICHT   Verena Liebers Trampolinsommer Gut, das Trampolin war dazwischen, aber während wir sprangen, hatten wir das vergessen, waren wir nur Erde und Himmel, Boden und Luft, sprangen leicht aneinander vorbei, sahen unsere Brüste und im nächsten Augenblick schon die wirren Schöpfe und das Teichblau des Sommers. Wir hüpften aneinander vorbei und unsere Juchzer trafen sich, verschränkten schnell unseren Atem, als die Arme nach unten fielen, die Fußspitzen das Netz berührten, um mit neuem Schwung aneinander vorbei zu gleiten bis gar nichts mehr zwischen uns […]

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