»Baradiesischi Zeide. Gedichte« von Manfred Kern

Manfred Kern: Baradiesischi Zeide

rezensiert von Klaus Gasseleder Manfred Kern ist ein Meister des mundartlichen Langgedichts in Franken. In seinen bis zu zehn Seiten langen Gedichten erzählt er meist wenig, aber lässt eine vor sich hin monologisierende authentische Person im Kopf der Leser entstehen. Überwiegend sind es vereinsamte Männer, zuweilen auch Frauen mit dörflicher Herkunft, deren Verzweiflung Kerns Sprache Ausdruck verlieht. Die Länge der Monologe, die ständigen Wiederholungen verleihen den Gedichten nicht nur eine deutliche rhythmische Struktur, sie sind auch ein Abbild der Leere in Innern der Personen, Ausdruck ihres verfehlten Lebens. Die Verwendung der Mundart verschafft den Personen nicht nur Authentizität, sondern ist […]

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