Zum Kreuz-in-alle-Behörden-Beschluss der CSU

Jan-Eike Hornauer. Foto: © Werner Reichelt / Foto-Video-Werkstatt Fellbach

von Jan-Eike Hornauer Staat und Religion zu trennen, ist in Deutschland schöne Pflicht; Aufgeklärtheit lässt’s erkennen. Nur in Bayern geht’s so nicht. Kreuze drin im Klassenzimmer war’n in Bayern stets normal. Denn schon matter Gottes-Schimmer nimmt der Schule jede Qual. Und die Lehrkraft unterm Kreuze predigt freilich manchmal schon – voller Eifer, denn das freut se – »säkular« und »isation«. Glaubensfreiheit als Bekenntnis unsres Landes gibt sie preis, dem der Rückstand stetig fremd is, wie man Gott sei Dank ja weiß. Himmlisch ist’s beim Richter drinnen überdies nach Bayern-Brauch: Wahres Recht muss hier gewinnen, denn das Kreuz, das hängt hier […]

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Humor in der Lyrik – Folge 42: Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799): Übersprudelnd vor Einfällen

Humor in der Lyrik

Die Behauptung ›Lyriker haben keinen Humor‹ gehört zu den unausrottbaren Missverständnissen. Doch gerade in dieser literarischen Gattung blüht Humor in allen Facetten. Alfons Schweiggert stellt an jedem 25. des Monats lyrischen Humor und humorvolle Lyriker in seiner Rubrik »Humor in der Lyrik« vor. Als Kolumnist von DAS GEDICHT blog will er damit Anregungen geben, Humor in der Lyrik zu entdecken und humorvolle Vertreter dieser Gattung (wieder) zu lesen.   Er sah witzig aus, war unansehnlich, kleinwüchsig, mit einem Buckel auf dem Rücken, krummen Füßen und einem sehr dicken Kopf. »Seine eigene Figur lacht ihn aus«, spöttelte er über sich selbst. […]

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Religion und Lyrik – Folge 72: »mainroad salem, new york«

Die begleitende Netz-Anthologie zu DAS GEDICHT 25, zusammengestellt und ediert von Anton G. Leitner und José F. A. Oliver   Jürgen Weing mainroad salem, new york nacht legt sich über salem, der baum an der mainroad wartet und betet ein vaterunser, 63 worte lang, eigentlich ist er unterwegs, aber nun hat er zeit, er nimmt sich die zeit, sagt er, er will erstmal hier bleiben und abwarten, warten auf was, frage ich, man muß gott auch zeit lassen, sagt er, ein auto kommt und parkt auf der anderen straßenseite, eine frau telefoniert, ich rauche zu ende, sie sagt: ich komme […]

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Lyrik-Revue – Folge 1: Ready to burst into flame: Gedichte aus sechs Jahrzehnten von Ron Padgett

Auszeichnungen, Institutionen, Konferenzen, Lesungen, Poesie im Feuilleton und Lyrik-Neuerscheinungen: Nicola Bardola kommentiert und präsentiert am 20. eines Monats Bemerkenswertes aus der Welt der Verse.   »Die schönsten Streichhölzer der Welt« heißt eine Auswahl aus dem Gesamtwerk des US-amerikanischen Lyrikers Ron Padgett. Obwohl Padgett nie ein Gedicht dieses Namens geschrieben hat, ist der Titel gut gewählt. »Die schönsten Streichhölzer der Welt« spielt auf das derzeit wohl bekannteste Poem Padgetts an, das schlicht »Liebesgedicht«, also »Love Poem« heißt. Es handelt von Streichhölzern. Es illuminiert, so wie das viele andere Texte in diesem Buch auch tun. Ron Padgett, 1942 in Tulsa geboren und […]

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