Wiedergelesen – Folge 30: Die Gedichte des Georg von der Vring oder Das Geräusch des Schilfs

Dr. Erich Jooß. Foto: Volker Derlath

Literatur ist vergänglich, auch wenn sie sich, wie jede Kunst, gegen ihre Vergänglichkeit zur Wehr setzt. Trotzdem entschwinden Bücher in Archivbibliotheken. Auf einmal gehören sie nicht mehr zu unserem Erfahrungshorizont. Erich Jooß stellt an jedem 15. des Monats vergessene Lyrikveröffentlichungen in seiner Rubrik »Wiedergelesen« vor, die bewusst unsystematisch angelegt ist. Entdeckerfreude und persönliche Vorlieben sind ihm als Kolumnist von DAS GEDICHT blog wichtiger als literaturhistorische Zensuren.   Am 30. Dezember 1889 wurde Georg von der Vring in Brake an der Unterweser in eine Seefahrerfamilie hineingeboren. Seine Heimatstadt lag im Großherzogtum Oldenburg – schon daran wird deutlich, wieviel den Dichter von uns Heutigen trennt. Zeitlebens […]

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Dichterbriefe – Folge 17: Der Bagger der Erlösung – Christophe Fricker schreibt Paulus Böhmer

Dichterbriefe

Christophe Fricker schreibt jeweils am 1. des Monats einem Dichterfreund, dessen Buch er gerade gelesen hat. Die Texte sind eine Mischung aus Offenem Brief zu Lyrik und Gesellschaft, bewusst parteiischer Rezension und vertrautem Austausch. Und damit hoffentlich auch weniger langweilig als Rezensionen, die ihre eigene Voreingenommenheit vertuschen.   Lieber Paulus, seit zwei Jahrzehnten lese ich Deine gigantischen Gedichte, und sie erinnern mich an dreierlei: Bagger, Haile Selassie, Beatrice. Oder, um es mit Deinen eigenen Worten zu sagen, sie erinnern mich an das innerweltliche »Gott / was für ein Scheiß …« Aber der Reihe nach. Du machst es einem nicht leicht, […]

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Wiedergelesen – Folge 29: Die Gedichte von Rolf Haufs oder wie das Leben verrinnt

Dr. Erich Jooß. Foto: Volker Derlath

Literatur ist vergänglich, auch wenn sie sich, wie jede Kunst, gegen ihre Vergänglichkeit zur Wehr setzt. Trotzdem entschwinden Bücher in Archivbibliotheken. Auf einmal gehören sie nicht mehr zu unserem Erfahrungshorizont. Erich Jooß stellt an jedem 15. des Monats vergessene Lyrikveröffentlichungen in seiner Rubrik »Wiedergelesen« vor, die bewusst unsystematisch angelegt ist. Entdeckerfreude und persönliche Vorlieben sind ihm als Kolumnist von DAS GEDICHT blog wichtiger als literaturhistorische Zensuren.   »Wir heute hier über was sollen wir reden / Über Angst über Schmerzen / Über den Schnee der früh kam / In diesem Jahr.« Der unaufgeregt-lakonische Vierzeiler aus dem Band »Juniabschied« (1984) wird manchmal zitiert, wenn die […]

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Dichterbriefe – Folge 16: Ist die Lyrik postfaktisch? Christophe Fricker schreibt nicht nur Freunden

Dichterbriefe

Christophe Fricker schreibt jeweils am 1. des Monats einem Dichterfreund, dessen Buch er gerade gelesen hat. Die Texte sind eine Mischung aus Offenem Brief zu Lyrik und Gesellschaft, bewusst parteiischer Rezension und vertrautem Austausch. Und damit hoffentlich auch weniger langweilig als Rezensionen, die ihre eigene Voreingenommenheit vertuschen.   Liebe Leserin, lieber Leser, vielleicht können Sie das Wort »postfaktisch« schon nicht mehr hören. Aber als Freund der Literatur, die mit Worten Wirklichkeit schafft, sind Sie plötzlich – wie auch ich – unter Druck. Besonders wenn Sie Lyriker sind. Viele Lyriker – Dichter! – sind überzeugt, dass Schaffenskraft und Klarsicht zusammengehören. Wer […]

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Poesie. Meditationen – Folge 17: G und e und d und i und c und h und t

Timo Brandt

In den »Poesie. Meditationen« treffen Sie Timo Brandt: Der junge Lyriker und Lyrik-Kritiker (Jahrgang 1992) lässt Sie teilhaben an seinem ganz persönlichen Zugang zur Lyrik: Bei der Lektüre von Gedichten fließen Eindrücke zum Tagesgeschehen und poetische Impressionen zusammen. Der Leser begibt sich in einen beinahe meditativen Zustand, ganz im Hier und Jetzt und achtsam gegenüber den Phänomenen im gegenwärtigen Augenblick. Der Verknüpfung von Gedicht und Gedankenfluss geht Brandts Kolumne nach.   Es ist alles gesagt. Das schlägt dir entgegen. Das weht dich nicht auf, das lässt dich hinabtrudeln, schon fast aufschlagen, aber du stehst auf dem Boden und schaust hinauf. […]

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