Anti Avanti: »Fünfzigtausend Anschläge« – das Schwarzbuch der Lyrik 2016

»Fünfzigtausend Anschläge. Schwarzbuch der Lyrik 2016«

rezensiert von Hellmuth Opitz Positionierungen erfordern eine klare Programmatik. Von Anfang an, noch in der ersten Projektphase, hatte sich das Schwarzbuch der Lyrik bewusst als Gegenentwurf zum Jahrbuch der Lyrik 2015 verstanden. Denn jenes war bei der Kritik weitgehend durchgefallen. »Ich finde, es ist alles nicht gelungen,« konstatierte André Hatting im Deutschlandradio Kultur (seine Kritik wird auf dem Schwarzbuch als Klappentext abgedruckt) und Heike Kunert bemängelte in der ZEIT, dass sich »überdies… so gut wie kein politisches, zumindest gesellschaftskritisches Gedicht im Jahrbuch findet«. André Hatting wiederum vermutete den Grund für die mangelnde Nachhaltigkeit in der Qualität der Einsendungen: »Vielleicht haben […]

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Unwirksame Zaubersprüche: »Lyrik von Jetzt 3: Babelsprech«

Max Czollek, Michael Fehr und Robert Prosser (Hrsg.): Lyrik von Jetzt 3: Babelsprech

rezensiert von Hellmuth Opitz Anthologien zu rezensieren, ist eine undankbare Aufgabe. Man wird in eine Rolle gezwungen, die der eines Weinkritikers nahekommt, der etwas Allgemeines über einen Weinjahrgang sagen soll. In dieser Rolle gehen manche Kritiker allerdings gern auf. Beim aktuellen »Jahrbuch der Lyrik 2015« schnalzten sie mit den Hosenträgern und verrissen diese von Nora Gomringer mitedierte Anthologie rundweg als misslungen. Heike Kunert empfahl in der ZEIT, dann »lieber Einkaufszettel« zu lesen. Auch Ko-Herausgeberin Nora Gomringer hatte sich vorsichtshalber im Nachwort vom Inhalt abgesetzt, indem sie meinte, dass man halt mit dem Material arbeiten müsse, das einem vorliege. Also wenig […]

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Frisch auf Leitners Schreibtisch: »For a Life without a Dentist. Raoulito-Gedichte«

In seiner Videokolumne auf DAS GEDICHT blog präsentiert Anton G. Leitner, Herausgeber der Zeitschrift DAS GEDICHT, aktuelle Publikationen, die auf seinem Schreibtisch gelandet sind. Außerdem spricht er an dieser Stelle auch über Themen, die ihm gerade besonders unter den Nägeln brennen. Dies geschieht in kurzen Statements, ungeschnitten und in freier Rede. Seit der Geburt seines Sohnes Rauolito am 27. Juli 1991 hat ihm Wolf Wondratschek viele Gedichte gewidmet und geschenkt, sei es zum Geburtstag oder zu Weihnachten oder auch ohne besonderen Anlass. Selbst eingefleischte Wondratschek-Leser wie ich, die besonders in der jugendlichen Hormonschubphase die Lyrik des ewigen Frauenverführers in Machopose […]

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Frisch auf Leitners Schreibtisch: »Gedichte für Reisende«

In seiner Videokolumne auf DAS GEDICHT blog präsentiert Anton G. Leitner, Herausgeber der Zeitschrift DAS GEDICHT, aktuelle Publikationen, die auf seinem Schreibtisch gelandet sind. Außerdem spricht er an dieser Stelle auch über Themen, die ihm gerade besonders unter den Nägeln brennen. Dies geschieht in kurzen Statements, ungeschnitten und in freier Rede. Unter dem Versmotto »Hast du dies Buch in deiner Hand: / Hurra! Dann geht’s ins Ferienland!« haben Anton G. Leitner und Gabriele Trinckler ihre neue Sammlung im deutschen Taschenbuch Verlag (dtv) zusammengestellt. »Gedichte für Reisende« heißt die Anthologie und sie enthält eine Reihe von zeitgenössischen Gedichten, von denen viele […]

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»Vastehst me – Bairische Gedichte aus 40 Jahren«

rezensiert von David Westphal Neuere linguistische Forschung belegt: Die junge Generation der Bayern spricht keinen Dialekt mehr – und empfindet es als ein Defizit! Der Titel der Anthologie »Vastehst me« aus der edition lichtung, erschienen im lichtung verlag, legt gewissermaßen den Finger in diese Wunde. Die Herausgeber Eva Bauernfeind, Hubert Ettl und Kristina Pöschl versammeln darin gut 150 bayerische Mundart-Gedichte aus 40 Jahren von 50 Autoren. Der Sammelband möchte »einen Überblick über die zeitgenössische Mundart-Lyrik der altbaierischen Regionen« bieten – und in der Tat ist dem lichtung verlag damit ein singuläres Werk innerhalb der bayerischen Literaturlandschaft gelungen. Altbayerisch, das bedeutet: […]

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