Meister des bewusst Ungeschriebenen: Matthias Kehles deutsch / rumänischer Gedichtband »Fundus«

rezensiert von Hellmuth Opitz Wer Matthias Kehle von seinen Erzählungsbänden und den zahlreichen Sachbüchern kennt oder wer ihn in den sozialen Medien, in Zeitungsartikeln, Leserbriefen, Kommentaren erlebt, der stößt auf einen temperamentvollen Zeitgenossen: hellwach, streitbar, meinungsstark. Seine Gedichte hingegen kommen erstaunlich wortkarg, fast verschwiegen daher. Nur auf Nichtgesagtes ist jetzt noch Verlass, scheinen die Gedichte permanent sagen zu wollen. Etwas Verletzliches strahlen diese Gedichte aus, hinter dem Schönen scheint Schrecken zu lauern. Das signalisieren auch die Gedichtbandtitel »Drahtamsel« und »Scherbenballett«, aus denen sich diese Gedichtsammlung vornehmlich speist. In diesen Titeln sind das Filigrane und das Gefährliche untrennbar miteinander verbunden. Die […]

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Dichterbriefe – Folge 26: Poetry Slam ist wie Rap ohne Musi – Christophe Fricker schreibt den Jungs

Dichterbriefe

Christophe Fricker schreibt jeweils am 1. des Monats einem Dichterfreund, dessen Buch er gerade gelesen hat. Die Texte sind eine Mischung aus Offenem Brief zu Lyrik und Gesellschaft, bewusst parteiischer Rezension und vertrautem Austausch. Und damit hoffentlich auch weniger langweilig als Rezensionen, die ihre eigene Voreingenommenheit vertuschen.   Jungs, letzte Woche standen wir auf dem Münchner Marienplatz. Ein paar Schreiber aus dem Dunstkreis von DAS GEDICHT haben Gedichte gelesen, teils mit sehr viel Verve. Dichter, Lyriker, Poeten, poets und Autoren. Standen da aus Freude am Gedicht, aus Freude auch an München und aus Freude an den Menschen, ihren Rechten und […]

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Wiedergelesen – Folge 38: Kristiane Schäffer – »Die Welt trägt keinen Namen mehr«

Literatur ist vergänglich, auch wenn sie sich, wie jede Kunst, gegen ihre Vergänglichkeit zur Wehr setzt. Trotzdem entschwinden Bücher in Archivbibliotheken. Auf einmal gehören sie nicht mehr zu unserem Erfahrungshorizont. Erich Jooß stellt an jedem 15. des Monats vergessene Lyrikveröffentlichungen in seiner Rubrik »Wiedergelesen« vor, die bewusst unsystematisch angelegt ist. Entdeckerfreude und persönliche Vorlieben sind ihm als Kolumnist von DAS GEDICHT blog wichtiger als literaturhistorische Zensuren.   Vor einigen Monaten machte mich ein Leser dieses Blogs auf seine Mutter, eine Lyrikerin, aufmerksam, deren Namen mir bis dahin völlig unbekannt gewesen ist: Kristiane Schäffer. Der Sohn der Dichterin half mir auch bei der Suche nach […]

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Dichterbriefe – Folge 25: Jenseits von Technokratie und Populismus – Christophe Fricker schreibt den DAS GEDICHT blog-Kolumnisten

Dichterbriefe

Christophe Fricker schreibt jeweils am 1. des Monats einem Dichterfreund, dessen Buch er gerade gelesen hat. Die Texte sind eine Mischung aus Offenem Brief zu Lyrik und Gesellschaft, bewusst parteiischer Rezension und vertrautem Austausch. Und damit hoffentlich auch weniger langweilig als Rezensionen, die ihre eigene Voreingenommenheit vertuschen.   Liebe Kolleginnen und Kollegen, der neue Bundestag ist gewählt, und das Ergebnis hat die Einen schockiert und die Anderen begeistert. Die Volksparteien sind so klein wie noch nie, ein Viertel der Abgeordneten wünscht sich einen radikalen Umbau von Staat und Gesellschaft, alternativlose Koalitionen werden immer bunter, ein Herr im Tweed, der schon […]

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Wiedergelesen – Folge 37: Ernst Blass – »Die Straßen komme ich entlang geweht«

Literatur ist vergänglich, auch wenn sie sich, wie jede Kunst, gegen ihre Vergänglichkeit zur Wehr setzt. Trotzdem entschwinden Bücher in Archivbibliotheken. Auf einmal gehören sie nicht mehr zu unserem Erfahrungshorizont. Erich Jooß stellt an jedem 15. des Monats vergessene Lyrikveröffentlichungen in seiner Rubrik »Wiedergelesen« vor, die bewusst unsystematisch angelegt ist. Entdeckerfreude und persönliche Vorlieben sind ihm als Kolumnist von DAS GEDICHT blog wichtiger als literaturhistorische Zensuren.   Ernst Blass, geboren am 17. Oktober 1890 in Berlin, zählt unter die einflussreichen Anfangsgestalten des Expressionismus und gehört trotzdem zu den großen Unbekannten unserer Literaturgeschichte. Thomas B. Schumann hat den Autor mit einer dreibändigen Werkausgabe zwar nicht […]

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