Wiedergelesen – Folge 33: »Der irdische Tag« und »Rabe, Ross und Hahn« von Georg Britting oder der schwarze, singende Regen

Literatur ist vergänglich, auch wenn sie sich, wie jede Kunst, gegen ihre Vergänglichkeit zur Wehr setzt. Trotzdem entschwinden Bücher in Archivbibliotheken. Auf einmal gehören sie nicht mehr zu unserem Erfahrungshorizont. Erich Jooß stellt an jedem 15. des Monats vergessene Lyrikveröffentlichungen in seiner Rubrik »Wiedergelesen« vor, die bewusst unsystematisch angelegt ist. Entdeckerfreude und persönliche Vorlieben sind ihm als Kolumnist von DAS GEDICHT blog wichtiger als literaturhistorische Zensuren.   Gedichte von Georg Britting gehörten einmal – von den fünfziger bis weit in die siebziger Jahre hinein – zum Lyrikkanon der deutschen Moderne. Besonders in Bayern war Britting als Lesebuchautor gesetzt. Dabei beschränkte sich die Auswahl aus […]

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Dichterbriefe – Folge 20: Gedicht über Mut und Verzweiflung – Christophe Fricker schreibt Stephan Turowski

Dichterbriefe

Christophe Fricker schreibt jeweils am 1. des Monats einem Dichterfreund, dessen Buch er gerade gelesen hat. Die Texte sind eine Mischung aus Offenem Brief zu Lyrik und Gesellschaft, bewusst parteiischer Rezension und vertrautem Austausch. Und damit hoffentlich auch weniger langweilig als Rezensionen, die ihre eigene Voreingenommenheit vertuschen.   Lieber Stephan, ich will dir zwei einfache Fragen stellen, denn ich habe gerade dein Gedicht »Es ist Zeit« gelesen. Zwei Fragen, die sehr persönlich sind, aufdringlich, also unanständig vielleicht. Aber dein Gedicht ist auch persönlich, und es fordert sie heraus. Woher sollten sie sonst kommen. Die erste ist: Woher nimmst du den […]

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Wiedergelesen – Folge 32: »Gelbes Dienstrad wie es hoch durch die Luft schoß« oder »hurtig fürbaß« mit Jan Koneffke

Literatur ist vergänglich, auch wenn sie sich, wie jede Kunst, gegen ihre Vergänglichkeit zur Wehr setzt. Trotzdem entschwinden Bücher in Archivbibliotheken. Auf einmal gehören sie nicht mehr zu unserem Erfahrungshorizont. Erich Jooß stellt an jedem 15. des Monats vergessene Lyrikveröffentlichungen in seiner Rubrik »Wiedergelesen« vor, die bewusst unsystematisch angelegt ist. Entdeckerfreude und persönliche Vorlieben sind ihm als Kolumnist von DAS GEDICHT blog wichtiger als literaturhistorische Zensuren.   Nimmt man die Überschrift zu dieser Rubrik ernst, sollten in ihr eigentlich nur Lyriker vorkommen, deren Werk längst in die Literaturgeschichte eingewandert ist, dort jedoch eher am Rande erwähnt wird oder vielleicht sogar ganz in Vergessenheit zu […]

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Humanismus mit Humor auf Fränkisch – der großartige Mundartgedichtband »Dahamm und Anderswo« von Matthias Kröner

Matthias Kröner: »Dahamm und Anderswo«

rezensiert von Jan-Eike Hornauer Ein herausragendes Buch ist Matthias Kröner mit »Dahamm und Anderswo« gelungen. Herausragend, weil es sich mit Freude und Erkenntnisgewinn liest, weil es in seinen Versen seinen ganz eigenen Flow entwickelt, der den Leser mitzieht, immer weiter hinein in Kröners Welt, die denkbar überschaubar ist und doch auch wahnsinnig weit. Herausragend, weil es dem Leser in Kröners Welt zugleich auch die eigene zeigt, weil es das Spezifische und das Allgemeine, die kleine Alltagsbeobachtung und den grundsätzlichen Gedanken so leicht zusammenbringt, als sei dies gar kein Kunststück. Und auch, weil der Gedichtband des Wahl-Schleswig-Holsteiners und gebürtigen Franken zwar […]

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Heim(at)leuchten

rezensiert von Hellmuth Opitz Poesie und Heimat, das ist längst kein Begriffspaar mehr, bei dem sich sensibleren Gemütern die Nackenhaare sträuben und sofort der tümelnde Reflex volksliedhafter Sentimentalitäten vom Schlage »Und ewig rauschen die Wälder« einsetzt. Wenn sich die Gegenwartslyrik heute verstärkt dem Thema Heimat zuwendet, ist das vor allem poetische Selbstvergewisserung, das Abstecken einer Identität, die sich in einer rasant wandelnden Welt, in Zeiten von Globalisierung und Kapitalismus, ein Reservat des Vertrauten bewahren will. Dabei muss das gar nicht immer die Heimat als Sehnsuchtsort sein, es geht nicht um sentimentale Rückblicke, schließlich sind PoetInnen nicht automatisch gleichzusetzen mit Heimatvertriebenen, […]

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