»InZwischen« von Wolfram Malte Fues

rezensiert von Paul-Henri Campbell Wolfram Malte Fues »InZwischen« Thitz. Die Gedichte sind illustriert. Die Illustrationen sind bedichtet. Gedichte sind nicht allein auf weißer Flur. Gezeichnet wurden diese Anhäufungen aus Signifikanten, zugezeichnet, beigezeichnet. Wolfram Malte Fues ist der Dichter zur linken Seite jedes Doppelbogens. Thitz ist daneben, Zeichnungen er, seine. Wir haben eine Präferenz für eine spezifische Leserichtung. Links nach rechts. Links Gedichte, rechts Zeichnung; links Fues, rechts Thitz. Leserichtungen sind kulturspezifisch |negnuthcireseL. Der Gedichtband ist ein Zeichenwerk, das nicht nur aus Gedichten besteht. »InZwischen« will sagen: Zeichnungen und Zeichen sind Intarsien, eingelassen in die Fläche möglicher Bedeutung. Kollaborationen glücken selten. […]

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Frisch auf Leitners Schreibtisch: »Vastehst me – Bairische Gedichte aus 40 Jahren«

In seiner Videokolumne auf DAS GEDICHT blog präsentiert Anton G. Leitner, Herausgeber der Zeitschrift DAS GEDICHT, aktuelle Publikationen, die auf seinem Schreibtisch gelandet sind. Außerdem spricht er an dieser Stelle auch über Themen, die ihm gerade besonders unter den Nägeln brennen. Dies geschieht in kurzen Statements, ungeschnitten und in freier Rede. »Vastehst me – Bairische Gedichte aus 40 Jahren« hrsg. v. Eva Bauernfeind, Hubert Ettl und Kristina Pöschl Illustrationen von Johannes Haslsteiner edition lichtung, Viechtach 2014 Klappenbroschur, 208 S. € 16,80 (D) »Vastehst me – Bairische Gedichte aus 40 Jahren« bei Calle Arco kaufen

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»Prachtvolle Mitternacht« von Ron Winkler

»Prachtvolle Mitternacht« von Ron Winkler

rezensiert von Paul-Henri Campbell Ron Winkler »Prachtvolle Mitternacht« »Prachtvolle Mitternacht« (Schöffling & Co. 2013) – wer die Droge dieser Gedichte zu sich nimmt, wird ihren narkotischen Sog, den heitermelancholischen Bann nie verlassen können: »in der Salbung genannten Nacht. blau / und silbern schlägt sie auf unsere Augen hernieder. / und so versprechen wir gern, / aus unseren Mördern niemals wieder / Herzen zu machen« (Winkler: Gesang der Feen). Ron Winkler (geb. 1973) lebt in Berlin und legte letztes Jahr mit »Prachtvolle Mitternacht« seinen zehnten Gedichtband vor. Neben Übersetzungen aus dem Amerikanischen von z. B. Jeffrey McDaniel oder David Lerner, war […]

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»Vorübergehend Bild, zu ebner Erde wohnend. Sonette« von Luis Stefan Stecher

rezensiert von Paul-Henri Campbell Luis Stefan Stecher »Vorübergehend Bild, zu ebner Erde wohnend. Sonette« Exotik oder Heimat. Dazwischen nichts. Oder doch: Ränder. Oder: Übergänge, Hybridisierungen und Peripherien des (z. B.) deutschsprachigen Kulturkreises in Südtirol oder Rätien oder die sorbischen Gebiete Sachses bzw. Brandenburgs oder der Peensilfaani Deitsche in den USA. Dort leben unter anderem Dichter, wie z. B. der bei Meran lebende italienische Dichter Luis Stefan Stecher. Solche Dichter sind nicht irgendwelche regionale Kuriositäten. Sie sind Belege dafür, dass Kultur nicht an der Landesgrenze aufhört, nicht durch sie definiert wird. Diese hybriden Variationen auf fiktive oder angebliche Leitkulturen erinnern uns […]

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»Flügelwechsel« von Albert Ostermaier

rezensiert von Paul-Henri Campbell Albert Ostermaier »Flügelwechsel« Der neue Gedichtband von Albert Ostermaier trägt den Titel »Flügelwechsel« (Insel Verlag 2014) und hat sogar Oliver Kahn dazu animiert ein Vorwort als Tribut an den Dichter zu verfassen. Aus der Feder des Schriftstellers wird der Fußball zu einem kosmischen Ereignis, ein Moment darin sämtliche Gesellschaftsspiele zusammenprallen mit dem Lauf des Universums. Den Sphärenklang dieser Konvergenz bestimmt Ostermaier als Ode, die poetische Urform für das Erhabene. Und die Oden an den großen Kahn verwandeln den Bolzplatz zum hermeneutischen Feld, darauf der Torwart zum Gatekeeper des Mysteriums des Willens, des Schicksals und des Unberechenbaren […]

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