»verdecktes gelände« von Nico Bleutge

rezensiert von Paul-Henri Campbell Nico Bleutge: »verdecktes gelände« »us and our stuff just covering the ground« (Gary Snyder: Covers the Ground) Nehmen wir an, das Experiment ginge auf: sich zur Welt in ein solches Verhältnis zu setzen, das komplexer wäre als ein bloßes »Lesen« von Landschaften, komplexer noch als die poetisierende Interpretation und die Manien der Sinnzuschreibung per Logos und Cogito. Unsern Weltbezug und Selbstbezug radikal von der Wahrnehmung her zu gewinnen. Dinge sind da. Und Nico Bleutge wendet die cartesianische Wende erneut. Dinge sind nicht notwendig an sich denkbar, reflektierbar, beschreibbar. Wir können locker bleiben. Sie sind einfachhin und […]

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»Umstellung der Zeit« von Michael Krüger

rezensiert von Paul-Henri Campbell Michael Krüger: Umstellung der Zeit »Es geht um die Grundwasserkrebse, winzige Tiere mit Dornen und Borsten, die das limnische Mesopsammal bewohnen, das Ufergeröll aus Kiesel und Sand«. (Michael Krüger: Alte Brunnen) Was sagt der Heilige Augustinus nochmal gleich über die Zeit? »Wenn mich keiner danach fragt, so weiß ich, was es ist; sooft ich es jedoch einem Fragenden explizieren will, weiß ich es nicht«. Niemand hat Michael Krüger nach der Zeit gefragt. Gleichwohl funkelt in den Gedichten von »Umstellung der Zeit« (Suhrkamp Verlag Berlin 2013) ständig dieses äußerst verwickelte Rätsel oder »inplicatissimum aenigma«, wie es Augustinus […]

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Hellmuth Opitz: DIE DUNKELHEIT KNISTERT WIE KANDIS. Gedichte.

Nichts ist schwieriger, als komplexe Sachverhalte einfach auszudrücken. Ganz besonders gilt dies im Bereich der Lyrik, wo manche meinen, es seien verschraubte Kunst- oder Fachsprachen vonnöten, um poetische ›Tiefe‹ zu erzeugen. Hellmuth Opitz verzichtet in seinen Gedichten seit Jahrzehnten auf alles Überkandidelte. Die Macht der Opitzschen Bildsprache wird von vielen Lesern geschätzt. Schon lange gilt der Dichter aus Bielefeld als großer ›Frauenflüsterer‹. Aber auch außerhalb des ewigen Poesiethemas »Liebe« brilliert Opitz als deutscher Meister der lyrischen Einfachheit: »Die Dinge tun einfach ihre Pflicht« heißt eine Abteilung in seinem neuen Gedichtband. Bescheiden wie er ist, spricht Opitz im Kapiteluntertitel von »Zwölf profanen Haushaltsgedichten«. Seine Widmungsverse »Mein […]

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GIPFELRUF
Folge 59: Matthias Politycki

Matthias Politycki (*1955) Lyriker und Schriftsteller aus Hamburg www.matthias- politycki.de In loser Folge stellt Franziska Röchter für dasgedichtblog die Teilnehmer des »Internationalen Gipfeltreffens der Poesie« am 23.10.2012 in München vor. Zum Erscheinen von DAS GEDICHT Bd. 20 porträtiert sie in dieser Folge Gipfelteilnehmer Matthias Politycki, Mitherausgeber der Jubiläumsausgabe. Matthias Politycki ist einer der Weltreisenden unter den deutschen Schriftstellern. Nach einigen Semestern Lehrtätigkeit als Akademischer Rat am Münchner Institut für Deutsche Philologie wandte er sich 1990 ganz der freien Schriftstellerei zu. Matthias Politycki ist Mitglied des P.E.N.-Zentrums Deutschland. Er lebt in Hamburg und München. Matthias Politycki hat viele Romane, Erzählungen, Gedichte, Essays sowie Hörbücher […]

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Von Zeitfressern und vergessenen Wörtern

Franziska Röchter stellt die Lyrikbände »Denn das Herz ist eine Vogelfeder« und »Am Ende der sichtbaren Welt« von Erich Jooß vor Erich Jooß (*1946) Lyriker aus Miesbach Dr. Erich Jooß ist seit 1989 Beauftragter der Bayerischen Konferenz für Neue Medien, seit 2003 Vorsitzender des Medienrats und nunmehr Berater der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. Der erste Lyrikband des 1946 in Hechingen geborenen Lyrikers ist optisch dezent gestaltet: »Denn das Herz ist eine Vogelfeder« (Verlag Sankt Michaelsbund, München 2010) zeigt auf dem in Graustufen gekörnten Cover lediglich eine am Himmel dahinfliegende Möwe. Zunächst irritiert der Titel ein wenig, weil er vordergründig […]

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