GIPFELRUF
Folge 10: Fitzgerald Kusz

Fitzgerald Kusz (*1944)

  • Lyriker aus Nürnberg
  • www.kusz.de

Der Lyriker Fitzgerald Kusz, Teilnehmer beim »Internationalen Gipfeltreffen der Poesie« am 23.10.2012 in München, stellt sich den Fragen unseres dasgedichtblog-Fragebogens.

Fitzgerald Kusz. Foto: Karoline Glasow

Lyriker-Steckbrief

Name / Vorname: Kusz, Fitzgerald

Geburtsdatum: 17.11.1944

Geburtsort: Nürnberg

Augenfarbe: blau

Größe: 1,72

Wohnort (mit Bundesland): Nürnberg (Mittelfranken im »Freistaat Bayern«)

Aktueller Gedichtband (mit Erscheinungsjahr, Erscheinungsort, Jahr und Verlag): Der Vollmond über Nämberch. Die besten Gedichte aus 40 Jahren (ars vivendi, Cadolzburg, 2009)

23 Fragen an den Lyriker Fitzgerald Kusz
und ein Satz zum Ergänzen

1. Wann sind Sie zum ersten Mal mit einem Gedicht in Kontakt gekommen?

Im Kindergarten habe ich, ohne ein einziges Mal zu stocken, »Knecht Ruprecht« von Theodor Storm (»Von drauß vom Walde komm ich her…«) aufgesagt. Das war meine erste Begegnung mit Lyrik. Und in einer »Schneewittchen«-Aufführung war ich einer der sieben Zwerge. Das war meine erste Begegnung mit dem Theater.

2. Haben Sie den ersten Kontakt mit Lyrik in positiver oder negativer Erinnerung?

Natürlich nur in positiver! Ich habe auch später in der Schule immer sehr gern Gedichte auswendig gelernt und vor der Klasse vorgetragen: »Er stand auf seines Daches Zinnen…«, »Frisch gemauert in der Erden…«, »Ich ging im Walde / so für mich hin…« Goethe durfte mit »Gefunden« natürlich auch nicht fehlen.

3. Wann haben Sie Ihr erstes Gedicht geschrieben und wie lautet dessen Titel?

Ich glaube, es hieß »Niemandslied«. Es stand noch stark unter dem Einfluss von Enzensberger, dessen ›coolen Sound‹ ich damals bewunderte und kopierte. Das klang nach Aufruhr und Rebellion. 68 warf seine Schatten voraus.

4. Wo haben Sie Ihr erstes Gedicht veröffentlicht?

In der Zeitschrift »splitter«, die ein Klassenkamerad herausgab. Das dürfte so
um 1965 herum gewesen sein, als ich in Erlangen mit meinem Anglistik- und
Germanistikstudium angefangen habe.

5. Was haben Sie der Lyrik zu verdanken?

Die Lyrik war meine Einstiegsdroge in die Literatur. Ich verdanke ihr, dass ich
Schriftsteller geworden bin. Ich habe zuerst hochdeutsche Lyrik geschrieben, ab
1970 entstanden erste Dialekt-Gedichte. Mund-Art ist gesprochene Sprache, die
den Vortrag braucht. Daraus entwickelte sich folgerichtig der Dialog. Erste Mundarthörspiele entstanden. Der Weg übers Hörspiel (ein Umweg war´s aber nicht)
führte dann konsequent auf die Bühne. Der Erfolg von »Schweig Bub!« machte es
schließlich möglich, meinen Lehrerberuf endgültig an den Nagel zu hängen.

6. Was treibt Sie zum Schreiben von Gedichten an?

Alles! Wenn mich was ärgert, wenn mich was freut. Und die Sprache. Sie ist der
Ausgangspunkt und das Ziel. Ich bin in die Sprache vernarrt.

7. Was macht für Sie den Reiz der Poesie aus?

Die ›vibrations‹. »Good vibrations« wie im Song der Beach Boys. Was immer
das ist: ›Der andere Blick‹, ›Evokation‹, ›Er-Leuchtung‹ im Sinne von ›Auf-Klärung‹, ›Schock‹, ›Kick‹, ›Sprach-Explosion‹…

8. Ihr Lieblingsschriftsteller?

In der Lyrik William Carlos Williams.

9. Ihr Lieblingskünstler?

Das wechselt. Aber Karl Valentin ist und bleibt für mich der größte…

10. Ihr Lieblingsmusiker?

Jimi Hendrix.

11. Ihr Lieblingsfilm?

»Amarcord« von Fellini.

12. Ihre Lieblingsfarbe?

Blau.

13. Ihr Lieblingswort?

»Allmächt!« Daran erkennt man jeden Nürnberger sieben Meilen gegen den Wind.

14. Ihr Lieblingsvers?

»Es war, als hätt‘ der Himmel / die Erde still geküsst…« Eichendorff!

15. Ihr Lieblingsgedicht?

William Carlos Williams, »This is just to say«. Das schönste Zwetschgengedicht aller
Zeiten. Mein nächster Gedichtband, der im Herbst erscheint, wird »zwedschgä«
heißen.

16. Ihr größter Fehler?

Vertrauensseligkeit.

17. Was loben Ihre Freunde an Ihnen?

Ich hoffe meinen Witz. Witz war ja mal ein Synonym für Verstand.

18. Mit wem würden Sie gerne gemeinsam auftreten?

Bin ich doch schon! Mit H. C. Artmann und Ernst Jandl.

19. Wem möchten Sie nicht in der Sauna begegnen?

Da geh ich erst gar nicht hin.

20. Welcher Vorzug von Ihnen wird verkannt?

Keine Ahnung.

21. Was war Ihr bislang schönstes Erlebnis mit einem Gedicht?

H. C. Artmann hat mir nach einer gemeinsamen Lesung 1976 im »TAT« in Frankfurt,
die der »Verlag der Autoren« mit allen Mundartautoren des Verlages veranstaltet hat,
auf die Schulter geklopft und zu mir gesagt: »Des is a Daitsch!«

22. Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich wünschen?

Gesund bleiben.

23. Welche Nebeneffekte im Literaturbetrieb wären für Sie verzichtbar?

Der Rummel. Das ständige Ex und Hopp.

Und zum Abschluss eine Satzergänzung:

Wenn ich nochmals auf die Welt käme, würde ich…
…wieder Gedichte schreiben, die ich vortragen kann…

 

 

Fitzgerald Kusz
Der Vollmond über Nämberch

ars vivendi, Cadolzburg, 2009
224 Seiten
ISBN 978-3-89716-985-2
Euro 14,95 [D]





Das »Internationale Gipfeltreffen der Poesie: 20 Jahre DAS GEDICHT« ist eine Veranstaltung von Anton G. Leitner Verlag | DAS GEDICHT in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München und dem Literaturhaus München. Die Veranstaltung wird vom BR für sein Fernsehprogramm BR-alpha aufgezeichnet (geplante Erstsendung: Samstag, 12. Januar 2013, 22.30 Uhr, Reihe »Denkzeit«, BR-alpha). Hugendubel.de unterstützt das »Internationale Gipfeltreffen der Poesie: 20 Jahre DAS GEDICHT« als Förderpartner.


2 Kommentare

  • Der 10. dasgedichtblog-Gipfelruf zum „Gipfeltreffen der Poesie“ am 23.10.2012 im Literaturhaus München gilt dem fränkischen MundArtLyriker Fitzgerald Kusz, der für mich schon immer der bayerische Außenposten der „Wiener Schule“ war. Sein lautpoetisches Poetential ist so groß, dass er alle verzopften Heimatverserlbrunser alt aussehen lässt und zeigt, dass Dialektdichtung auch überregionale Ausstrahlungskraft besitzt. Wir freuen uns auf Fitzgerald Kusz, der übrigens auch zum Kreis der Münchner „Turmschreiber“ gehört, im Oktober in München begrüßen zu dürfen!

  • Melanie Arzenheimer

    Wenn alle Franggn so dichddn däddn däs wär doll

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