Fitzgerald Kusz: MUGGN. Gedichte.

ars vivendi verlag (www.arsvivendi.com), Cadolzburg 2007.
94 Seiten, € 12,90

Anton G. Leitner – New Orleans liegt am Mississippi und durch Nürnberg fließt die Pegnitz. Aus New Orleans kommt der Blues und aus Nürnberg Fitzgerald Kusz. Und ihm fließt Blues aus der Schreibhand. MUGGN heißt sein elfter Gedichtband.

Kusz hat schon so manche Mücke aber auch ausgewachsene Elefanten mit seiner lyrischen Klappe erschlagen. Er schaut dem Volk aufs Maul, ohne ihm nach dem Mund zu dichten. Ein Aufmucker wie er weiß genau, dass letztendlich der Ober den Unter sticht. Selbst ein »underdog« sucht sich jemand, den er abrichten kann (»jeds klanne werschdlä / find enn hund / wouä abrichdn koo«).

Kusz liebt den lautmalerischen Nürnberger Dialekt und verewigt ihn geschickt in seiner O-Ton-Lyrik. Auch Menschen aus anderen Dialektregionen und sogar strenge Verfechter des Hochdeutschen können eine wahre Freude an der Übersetzung der Kusz’schen Verse in ihre ›Sprache‹ finden. Als Belohnung winkt ein Ohrenschmaus, weil die herbe Melodik des Nürnbergerischen im Kopf nachklingt und ständig zum lauten Nachsprechen animiert: »zier di ned / dou ned lang rum / schdell di ned su oo / drucks ned rum / sooch wosd zum soong hasd«.

Fitzgerald Kusz ist ein großer Mund-Art-Lyriker und dichtet auf Augenhöhe mit seinen Kollegen der Wiener Gruppe, allen voran H. C. Artmann und Ernst Jandl.

Quelle: DAS GEDICHT, Zeitschrift für Lyrik, Essay und Kritik, Bd. 16 (Weßling, Oktober 2008), S. 134.

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