GIPFELRUF
Folge 16: Ulrike Draesner

Ulrike Draesner (*1962)

  • Lyrikerin aus Berlin
  • www.draesner.de

Die Lyrikerin Ulrike Draesner, Teilnehmerin beim »Internationalen Gipfeltreffen der Poesie« am 23.10.2012 in München, stellt sich den Fragen unseres dasgedichtblog-Fragebogens.

Ulrike Draesner. Foto: privat

Lyriker-Steckbrief

Name / Vorname: Draesner, Ulrike

Geburtsdatum: 20.01.62

Geburtsort: München

Augenfarbe: Grün

Größe: schrumpfend

Wohnort (mit Bundesland): Berlin, Berlin

Aktueller Gedichtband (mit Erscheinungsjahr, Erscheinungsort, Jahr und Verlag): berührte orte (Luchterhand Literaturverlag, München, 2008)

23 Fragen an die Lyrikerin Ulrike Draesner
und ein Satz zum Ergänzen

1. Wann sind Sie zum ersten Mal mit einem Gedicht in Kontakt gekommen?

Etwa im Alter von zwei Jahren: Ich musste Geburtstagsverse für meine bayrische Großmutter aufsagen, gedichtet von meiner Mutter höchstpersönlich, und vergaß den letzten Vers. Ich erinnere mich an den Applaus und mein seltsames Gefühl, dass etwas nicht stimmte!

2. Haben Sie den ersten Kontakt mit Lyrik in positiver oder negativer Erinnerung?

Siehe oben. Es folgten negative Begegnungen: Schulunterricht, »Die Kraniche des Ibykus«, auswendig. Jeder musste eine Strophe aufsagen. Aber was dichtet dieser Schiller vor sich hin. Die Reime sitzen nicht richtig. Es fallen einem (mir, beim Aufsagen) immer andere ein…

3. Wann haben Sie Ihr erstes Gedicht geschrieben und wie lautet dessen Titel?

Spät. Und vergessen.

4. Wo haben Sie Ihr erstes Gedicht veröffentlicht?

In der österreichischen Literaturzeitschrift »manuskripte«. Mit Zitrone auf dem Cover.

5. Was haben Sie der Lyrik zu verdanken?

Unbeantwortbar!

6. Was treibt Sie zum Schreiben von Gedichten an?

Dass sich ›etwas‹, das es als etwas noch nicht gibt, nicht anders ausdrücken lässt. Nicht anders eindrücken, fassen, angreifen, belangen. Dass es schön werden kann. Berührend. Dass es schwingt, und fließt. Dass. Dass. Dass es Sprache ist, Sprache in Form, in Nichtalltagsform, in Swing-Form.

7. Was macht für Sie den Reiz der Poesie aus?

Dass sie nicht verstanden werden will.

8. Ihr Lieblingsschriftsteller?

Wechselt jeden Tag, ist aber durchaus immer auch wieder weiblich.

9. Ihr Lieblingskünstler?

Ebenso.

10. Ihr Lieblingsmusiker?

Forget it.

11. Ihr Lieblingsfilm?

Forget it.

12. Ihre Lieblingsfarbe?

Forget it.

13. Ihr Lieblingswort?

Forget it.

14. Ihr Lieblingsvers?

Forget it.

15. Ihr Lieblingsgedicht?

Forgotten.

16. Ihr größter Fehler?

Siehe die Antworten oben (»Mann, ist die stur!«).

17. Was loben Ihre Freunde an Ihnen?

Weil sie meine Freunde sind, tadeln sie mich.

18. Mit wem würden Sie gerne gemeinsam auftreten?

Barack Obama und Karl Valentin.

19. Wem möchten Sie nicht in der Sauna begegnen?

Mir selbst.

20. Welcher Vorzug von Ihnen wird verkannt?

Meine grundlegende immerwährende fiktive Ehrlichkeit.

21. Was war Ihr bislang schönstes Erlebnis mit einem Gedicht?

Es kommt noch.

22. Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich wünschen?

Drei Wünsche mehr.

23. Welche Nebeneffekte im Literaturbetrieb wären für Sie verzichtbar?

Alle.

Und zum Abschluss eine Satzergänzung:

Wenn ich nochmals auf die Welt käme, würde ich…
…wieder nicht wissen wollen, wie es ausgeht.

 

 

Ulrike Draesner
berührte orte

Luchterhand Literaturverlag, München, 2008
128 Seiten
ISBN 978-3-630-87268-1
Euro 16,00 [D]





Das »Internationale Gipfeltreffen der Poesie: 20 Jahre DAS GEDICHT« ist eine Veranstaltung von Anton G. Leitner Verlag | DAS GEDICHT in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München und dem Literaturhaus München. Die Veranstaltung wird vom BR für sein Fernsehprogramm BR-alpha aufgezeichnet (geplante Erstsendung: Samstag, 12. Januar 2013, 22.30 Uhr, Reihe »Denkzeit«, BR-alpha). Hugendubel.de unterstützt das »Internationale Gipfeltreffen der Poesie: 20 Jahre DAS GEDICHT« als Förderpartner.


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