GIPFELRUF
Folge 6: Richard Westermaier

Richard Westermaier (*1959)

  • Filmemacher aus München
  • www.munichfilm.com/
    westermaier
    ,
    www.comedyner.de

In loser Folge stellt Franziska Röchter für dasgedichtblog die Beteiligten am »Internationalen Gipfeltreffen der Poesie« am 23.10.2012 in München vor. Sie sprach mit Filmemacher Richard Westermaier, der mit Anton G. Leitner den Lyrik-TV-Kanal »dasgedichtclip« aufgebaut hat. Im Vorprogramm des »Gipfeltreffens« präsentiert er die beliebtesten Poesie-Clips von »dasgedichtclip«.

Richard Westermaier. Foto: Hans-Peter Krohn

»Das Berg-Gen ist in mir.«
Richard Westermaier

Der Filmemacher Richard Westermaier lebt und wirkt in München, wo er auch verschiedene Stationen seiner breitgefächerten Ausbildung durchlief. »Das Berg-Gen«, so sagt er, »habe ich bereits vererbt bekommen. Meine Großmutter war Sennerin auf diversen Almen im Tegernseer Tal.« Unverkennbar hat Richard Westermaier eine große Affinität zu schwindelerregenden Höhen. So huldigt die Figur des »Wildbachtoni«, die Westermaier gemeinsam mit  dem Münchner Kabarettisten und Schauspieler Moses Wolff erfand, ebenfalls dem ›Freund Berg‹, dessen ›Regeln‹ nicht nur Bergsteiger für sein Wohlwollen zu befolgen haben.

 

Richard Westermaier kam auf Umwegen zu seinem jetzigen Beruf. In den 80er Jahren studierte er zunächst Betriebswirtschaftslehre, Germanistik und Theaterwissenschaften in München. In jungen Jahren bereiste er unzählige Male die USA (Vancouver, Hawaii, Kalifornien, Arizona, Nevada, New York) sowie England, Frankreich und Tschechien, um sich dann seit Anfang der 90er Jahre kontinuierlich in den Bereichen Videoproduktion (Drehbuch, Dramaturgie, Licht, Ton etc.) fortzubilden. Bis zur Jahrhundertwende arbeitete Richard Westermaier als redaktioneller Mitarbeiter in verschiedenen TV-Redaktionen des Bayrischen Rundfunks, wo er für viele Unterhaltungssendungen wie zum Beispiel »Rolle rückwärts« oder »Guinness – Die Show der Rekorde« im Einsatz war. 2007/2008 arbeitete er als redaktioneller Mitarbeiter bei der BR-Sendung »Anno«.

Richard Westermaiers filmisches Werk ist umfangreich und vielseitig. 2002 machte er sich über Deutschland hinaus einen Namen mit einer deutsch-amerikanischen Produktion des Stadt-Portraits »München, wo es am Schönsten ist« (45 Min. Regie, Kamera, Schnitt, Text, Produktion, Presse). Der Film wurde in mehrere Sprachen übersetzt und mehrmals unter anderem auf BR Alpha ausgestrahlt. In 112 Städten weltweit – von Abidjan bis Zagreb – setzt mittlerweile auch das Goethe-Institut diesen Münchenfilm ein.

Richard Westermaier fertigte eine Video-Dokumentation über die Sommerakademie des bairischen Volksschauspiels an, arbeitete für das Baureferat der Stadt München (Film über die Bundesgartenschau München 2005), porträtierte u. a. die Schauspielerin Judy Winter oder drehte für das Literaturhaus München anlässlich des Münchner Literaturfestes 2011 (Gute Gedichte. Sonst nichts). Er erstellte 50 Flash-Drehbücher für das Portal wissen.de und produziert im Auftrag von Anton G. Leitner die Filme für dasgedichtclip, den Lyrik-TV-Kanal der Zeitschrift DAS GEDICHT. Die Liste seiner bisherigen Auftraggeber umfasst neben dem Bayerischen Rundfunk (Fernsehen und Hörfunk) und den genannten Institutionen außerdem noch ARD, ZDF, Pro 7, 13th Street / Premiere, die Zeitschrift Titanic, die Süddeutschen Zeitung und den Goldmann Verlag.

 

Kultstatus genießen mittlerweile Richard Westermaiers rund 50 satirische und schräg-komische Kurzfilme vom »Wildbachtoni«, dessen Leben in den Bergen und in der Zivilisation. Ursprünglich wurden sie von Westermaier und Wolff für den Online-Auftritt der Satire-Zeitschrift Titanic konzipiert. Nach dem Erfolg bei Titanic kaufte sueddeutsche.de 30 Folgen der Internet-Serie an. Diese Filme (ein ›Best Of-Wildbachtoni‹, auch online auf Westermaiers eigener Seite www.comedyner.de) erhielten inzwischen drei Auszeichnungen, u. a. von einem chinesischen Fernsehsender für die Episode »Leben in den Bergen«.

Moses Wolff (Wildbachtoni) und Richard Westermaier mit der Urkunde des chinesischen Fernsehsenders. Foto: Dagmar Negele

Überall lauert Gefahr!

Dass nicht nur das Leben in den Bergen, sondern auch die Arbeit beim Filmen desselben gefährlich sein kann, weiß Richard Westermaier auf anschauliche Weise zu berichten: »Bei den Dreharbeiten zu einer Wildbachtoni-Folge bekam ich mehrere Stromschläge von einem Weidezaun, weil ich immer wieder Autos ausweichen musste. Die Stromschläge gab´s in der Anfangsphase. Moses saß hinter einer kleinen Straße auf einer Bank und ich hab mich mit Kamera und Stativ am Straßenrand positioniert, um ein schönes Bild zu bekommen. Dann fuhr aber relativ häufig ein Auto vorbei und ich musste nach hinten ausweichen, wo der geladene Weidezaun gespannt war. Brrzzl, und das mehrmals!«

Da bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass sich für Richard Westermaier das weitere Aufkommen ›gefährlicher‹ Situationen bei seiner Berufsausübung eher in filmsatirischen Grenzen hält.





Das »Internationale Gipfeltreffen der Poesie: 20 Jahre DAS GEDICHT« ist eine Veranstaltung von Anton G. Leitner Verlag | DAS GEDICHT in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München und dem Literaturhaus München. Hugendubel.de unterstützt das »Internationale Gipfeltreffen der Poesie: 20 Jahre DAS GEDICHT« als Förderpartner. Die Veranstaltung wird vom BR für sein Fernsehprogramm BR-alpha aufgezeichnet (geplante Erstsendung: Samstag, 12. Januar 2013, 22.30 Uhr, Reihe »Denkzeit«, BR-alpha). Das Aus- und Fortbildungsradio München afk M94.5 und dasgedichtclip – lyrik tv sind weitere Medienpartner.


2 Kommentare

  • Richard Westermaier kenne ich seit meiner Schulzeit am humanistischen Wittelsbacher Gymnasium in München, ebenso wie Ulrich Johannes Beil. Ich empfinde es als großes Glück, heute noch mit Menschen kreativ und erfolgreich zusammenarbeiten zu dürfen, denen ich über drei Jahrzehnte auch freundschaftlich verbunden bin. Westermaiers Sinn für schräge Komik, sein Sinn für schwarzen bayerischen Humor und seine Liebe zu den hügeligen Landschaften in Oberbayern haben mich auch der Auswahl für die Anthologie „Ois is Easy. Gedichte aus Bayern“ inspiriert. Bei der gemeinsamen arbeit an den Produktionen von dasgedichtclip habe ich eine Menge dazugelernt und die vielen Besucher auf unserem Video-tv-Kanal für Lyrik zeigen auch, dass das Interesse für Poesie sehr groß ist, zumal, wenn sie auch mit etwas Humor präsentiert wird.

  • Ein Hoch auf Richard Westermaier! Hätte ich ihn früher kennengelernt, hätte ich ihn gefragt, ob er ein Vereinsmeier ist und seine Einschätzung in einen Text (der in „Lebenslänglich Wichtelgasse – Wiener Erkundungen“ enthalten ist) eingebaut, vermutlich wäre das mit den Bayrischen Alpen und dem Wiener Flachland eine höchst hügelige Angelegenheit geworden.
    Das Hoch gilt auch für Franziska Röchters Augenklimpern.

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