Reisepoesie Folge 4:
Hugo von Hofmannsthal │»Reiselied«

In 21 Folgen stellt die Online-Redaktion der Zeitschrift DAS GEDICHT internationale Reisepoesie aus vier Jahrtausenden vor. So können Sie sich gemeinsam mit uns auf den Weg zur neuen Ausgabe von DAS GEDICHT begeben. Die buchstarke Nummer 21 wird ab Herbst 2013 zeitgenössische Gedichte versammeln, die ums Reisen kreisen.

Hugo von Hofmannsthal
»Reiselied«

Wasser stürzt, uns zu verschlingen,
Rollt der Fels, uns zu erschlagen,
Kommen schon auf starken Schwingen
Vögel her, uns fortzutragen.

Aber unten liegt ein Land,
Früchte spiegelnd ohne Ende
In den alterslosen Seen.

Marmorstirn und Brunnenrand
Steigt aus blumigem Gelände,
Und die leichten Winde wehn.

Über Hugo von Hofmannsthal

Der österreichische Dichter Hugo von Hofmannsthal (1874 – 1929) gehört zu jenen Menschen, die sich niemals mit einer Form zufriedengeben können. In der Tat wanderten seine Stoffe durch allerlei Genres: Erzählungen verwandeln sich zu Libretti, aus poetologischen Notizen werden plötzlich ganze Romane usf. »Reiselied« entstand 1908; unter dem volkstümlichen Titel entfalten sich Verse, die voll von Hofmannsthals sonderbarer Magie sind.
Das »Reiselied« im Zusammenhang mit anderen Dichtungen lesen.

Diese Auswahl von Reisegedichten aus vier Jahrtausenden wird Ihnen von Paul-Henri Campbell präsentiert. Campbell ist 1982 in Boston (USA) geboren und schreibt Lyrik sowie Prosa in englischer und deutscher Sprache. Zuletzt erschien »Space Race. Gedichte:Poems« (2012). Im Herbst erscheint »Am Ende der Zeilen. Gedichte.«

Mehr Reisegedichte erwarten Sie in DAS GEDICHT 21 (erscheint im Oktober 2013).

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