Neugelesen – Folge 2: Günter Grass: »Novemberland«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   Ich habe noch nie Grass gelesen. Entweder ich begehe just einen Offenbarungseid oder aber ich spreche für viele Menschen wenigs-tens meiner Generation. Zugegeben, der ganzen Wahrheit entspricht es wieder auch nicht: Blech-trommel, Krebsgang und einige kleinere Prosastücke. Aber kein einziges (!) Gedicht. Vor kurzem ist mir ein dünnes Bändchen von Günter […]

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Gedichte für Kinder – Folge 36: Neun unveröffentlichte Kindergedichte von Tanja Dückers

Gedichte für Kinder

Uwe-Michael Gutzschhahn präsentiert jeweils am 10. eines Monats auf DAS GEDICHT blog faszinierende Kindergedicht-Autoren mit ihren vielfältigen Spielarten der Kinderpoesie. Denn das Kindergedicht soll lebendig bleiben – damit aus jungen Gedichtlesern neugierige Erwachsene werden, die sich an die Klänge und Bilder der Poesie erinnern, statt an die Last der didaktischen Lyrikinterpretation.   Muschel In meiner Muschel hat mal ein klitzekleiner Mann gelebt. Das weiß ich ganz genau. Wenn ich in die Muschel schaue, kann ich ein Bett, einen Tisch, einen Schaukelstuhl, eine Zeitung, eine Kaffeetasse und eine Kerze erkennen. Aber nur, wenn ich ganz genau hinschau.   Blaues Boot Am […]

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Fremdgehen, jung bleiben – Folge 23: David Westphal

Poesie ist nicht nur Wort. Poesie ist Leben, das sich ständig erneuern muss. Doch was heute noch neu und fremdartig erscheint, gehört morgen schon zum Altbewährten. Junge Lyrik beschreibt den Raum dazwischen. Deshalb wagt Stefanie Lux in Nachfolge von Leander Beil an jedem 8. des Monats in der Kolumne »Fremdgehen, jung bleiben« einen freien Blick auf das kulturell und sprachlich Andere, das vermeintlich Fremde in der noch jungen Textwelt.   Reisen ist eine höchst emotionale Unternehmung. Man hat nicht nur einen Haufen Geld, sondern auch einen großen Teil der Freizeit geopfert, um es sich einmal im Jahr so richtig gut […]

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Im babylonischen Süden der Lyrik – Folge 30: »HÄGENMARK ODER ›AUGEN UND OHREN‹ ZWEIER BEMERKENSWERTER LYRIKER: LUÍS QUINTAIS (PORTUGAL) UND HEMANT DIVATE (INDIEN)«

Im babylonischen Süden der Lyrik

Tobias Burghardt flaniert jeweils am 5. eines Monats auf DAS GEDICHT blog durch die südlichen Gefilde der Weltpoesie. In der Rubrik »Im babylonischen Süden der Lyrik« werden Sprachgemarkungen überschritten und aktuelle Räume der poetischen Peripherien, die innovative Mittelpunkte bilden, vorgestellt.   Als ich gerade dabei war, Hägenmark zuzubereiten, so nennt sich auf Schwäbisch, was Buttenmark in der Schweiz genannt wird, kam mir plötzlich in den Sinn, noch vor dem Frühjahr auf die neuen Lyrikbände von Luís Quintais und Hemant Divate im aktuellen blog aufmerksam zu machen und meinen Schreibtisch wiederum leer. Hagebuttenmark ist verdammt lecker, wenn es nicht so konfitürend, […]

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Dichterbriefe – Folge 29: Das Gesicht des Abwesenden – Christophe Fricker schreibt Nancy Hünger

Dichterbriefe

Christophe Fricker schreibt jeweils am 1. des Monats einem Dichterfreund, dessen Buch er gerade gelesen hat. Die Texte sind eine Mischung aus Offenem Brief zu Lyrik und Gesellschaft, bewusst parteiischer Rezension und vertrautem Austausch. Und damit hoffentlich auch weniger langweilig als Rezensionen, die ihre eigene Voreingenommenheit vertuschen.   Liebe Nancy, eins habe ich letztes Mal vergessen zu sagen. Was mich bei Deinen Gedichten so erschüttert, ist das Menschliche. Nicht die viel zu leicht herausposaunte Menschlichkeit mit ihrer bürokratischen, bei Nacht ins Mordlustige kippenden Lust am Prinzipiellen, die jeden einzelnen Menschen nur deshalb schätzt, weil er auf ein Allgemeines zu beziehen […]

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