Versheimat – Folge 47: »Bockvalat und Straunznstaad«

Die begleitende Netz-Anthologie zu DAS GEDICHT 24,
zusammengestellt und ediert von Fitzgerald Kusz und Anton G. Leitner

 

Manfred Chobot

Bockvalat und Straunznstaad

(A oides weaner Pülcherliad)

Bockvalat und Straunznstaad
Ka Stautn und ka Pania
Ka Ratschn, net amoi an Gadern
und des ollas passiert mia

Ja, so is des halt im Leben
Ja, so is des halt im Leben

Den Mura hat der Fuchserer
Und da Fuchserer is hin,
da Kimmler hat an Brimsen baut,
Was hat des fia an Sinn?

Ja, so is des halt im Leben
Ja, so is des halt im Leben

Dreizehn Meter hob i abibogn,
i hob glaubt, er is a Frankist
Oba der Anstauber hat mi anglogn,
wias halt oft im Leben is.

Ja, so is des halt im Leben
Ja, so is des halt im Leben

An Artist war i scho immer,
jetzt muass i wieder d’Hatz vardiena,
mit dem Joker bei da Nocht,
hab ich den Joker aufbrocht!

Ja, so is des halt im Leben
Ja, so is des halt im Leben

Do a Sittich hat mi am Markt g’haut
Jetzt muaß i wieder mit’n Scheckl gehen
I hab dem Sittich aber nie traut

Ja so is des halt im Leben
Ja, so ist des halt im Leben
 

Ein altes Wiener Verbrecherlied

Mittellos und ohne Unterkunft
Kein Hemd und keinen Anzug
Keine Uhr, nicht einmal einen Ring
Und das alles passiert mir
Den Schmuck hat der Juwelier
Und der Juwelier ist tot
Der minderwertige Mensch hat einen Freund betrogen
Was hat das für einen Sinn
13 Monate saß ich im Gefängnis
ich habe geglaubt, er ist ein ehrlicher Mensch
aber der Betrüger hat mich angelogen
wie das oft im Leben ist
Ein Lebenskünstler war ich schon immer
Und muss wieder Geld verdienen
Mit dem Brecheisen in der Nacht
Habe ich den Tresor aufgemacht
Ein geschwätzig-dummes Mädchen hat mich verraten
Jetzt muss ich im Gefängnis wieder mit der Ess-Schale gehen
Aber ich habe diesem geschwätzig-dummen Mädchen nie getraut
Ja, so ist das halt im Leben!
 

© Manfred Chobot, geboren 1947, lebt in Wien (Österreich).

Versheimat»Versheimat« im Archiv

DAS GEDICHT 24: Der Heimat auf den Versen

Noch mehr Heimatgedichte finden Sie in der buchstarken Jahresschrift
»DAS GEDICHT 24: Der Heimat auf den Versen«,
herausgegeben von Anton G. Leitner und Fitzgerald Kusz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.