Wenn ein schlichtes Komma eine Zeile zur Waage macht

von Walle Sayer

Vor fünfhundert Jahren hätte man vielleicht noch ein Kloster gegründet. Weit weg von Seinsgehabe, Sinngetue. Und einfach sein: lässt sich doch seit je auf zwei Arten betonen. So ist das also. So also ist das. Die Stille davor, die Stille danach. Geschehen statt Handlung. Der Augenblick, der einrastet in der Zeit. Genauigkeit, ins Unbestimmte führend. Aufgehobenes, Aufgelesenes. Das Wenige. Das Verschwindende. Das, worin sich Nichtgesagtes von Ungesagtem unterscheidet. Leicht verständlich alles, aber schwer zugänglich. Mitunter, wenn schon ein schlichtes Komma eine Zeile zur Waage macht. Oder als ob zur Eloquenz eines jeden Gartens Rosenduft gehörte. Daneben variable Konstanten. Ortsgebundenheit als Lokalbezug zur Welt. Und, Schlussverse in der Mitte versteckt, Vergangenheiten hinhalten. Bis um einen herum Brennnesseln wachsen. Bis ein Hallraum entsteht. Bis aus dem Gesehenen Gesehenes wird.

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