Poesietransfer I:
Drei Gedichte von Daniel Simon

In dieser unregelmäßigen Reihe wird der deutsch-amerikanische Lyriker Paul-Henri Campbell Blicke über die Sprachgrenzen werfen und internationale Stimmen in deutscher Übersetzung präsentieren.   Drei Gedichte von Daniel Simon übersetzt von Paul-Henri Campbell   Zerstäuben nach einem Besuch von »Le cimetière marin« Das Gefühl zu schlürfen Salz von meiner Hand Rückstände der Gischt schäumende weinrote Spur der See am Kirchhof läppend die satte Süße des Muskats Reiskörner gehäuft zwischen unreinen Fingern – tee- und nikotinverfärbt der gewandelte Körper Wunden abgeschürft in der hohlen Hand behütet ein fadenscheiniges Tuch ein Blutstropfen fortgestoßen in steigende Wogen dunst- wolkig wie Weihrauch safrangefärbt des Tages […]

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Im Zug

von Andreas Graf Durch Morgennebel über Land und Städten Im ICE von Köln bis nach Berlin. Erst lädt der Wagen picobello clean Zum Morgenschiss auf stillen Bahntoiletten Dann musst vor Händys dich in Schlummer retten Und vor Geschwätz in lichte Träume fliehn – Als draußen Nebelgnus vorüber ziehn Und Enten hin zu Ruheplätzen jetten. Der Nebel lichtet sich, die Schwätzer blieben Die Gnus sind fort, in einem fernen Land. Es hat der Tag die Illusion vertrieben Die Stille sei für immer von Bestand. Und letztlich wird, was wir am Bahnfahrn lieben Auch Schwatz und Tratsch. Sie reisen Hand in Hand. […]

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»Umstellung der Zeit« von Michael Krüger

rezensiert von Paul-Henri Campbell Michael Krüger: Umstellung der Zeit »Es geht um die Grundwasserkrebse, winzige Tiere mit Dornen und Borsten, die das limnische Mesopsammal bewohnen, das Ufergeröll aus Kiesel und Sand«. (Michael Krüger: Alte Brunnen) Was sagt der Heilige Augustinus nochmal gleich über die Zeit? »Wenn mich keiner danach fragt, so weiß ich, was es ist; sooft ich es jedoch einem Fragenden explizieren will, weiß ich es nicht«. Niemand hat Michael Krüger nach der Zeit gefragt. Gleichwohl funkelt in den Gedichten von »Umstellung der Zeit« (Suhrkamp Verlag Berlin 2013) ständig dieses äußerst verwickelte Rätsel oder »inplicatissimum aenigma«, wie es Augustinus […]

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Goethe goes Video – Internationales Poesiefilmfestival, München

Erstmals ruft das neue Poesiefilmfestival »Goethe goes Video« die Freunde der Lyrik dazu auf ihre Lieblingsgedichte zu visualisieren. Ob Klassik oder junge Lyrik, ob Liebegedicht oder Rätselreim, aus Stimmungsbildern werden Videobilder. Aus den Einsendungen werden die schönsten und phantasievollsten Videos von einer Jury mit einem Preis von 500,- € und dem neugeschaffenen »Goethe goes Video Award« prämiert. Der Wettbewerb ist in die folgenden vier Kategorien unterteilt: Preis der toten Dichter Preis der lebenden Dichter Preis der verliebten Dichter Preis der gewitzten Dichter Die Vergabe findet im Rahmen einer feierlichen Präsentation im Münchner Gasteig am Freitag, den 28. Februar 2014 statt. […]

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