Wiedergelesen – Folge 37: Ernst Blass – »Die Straßen komme ich entlang geweht«

Literatur ist vergänglich, auch wenn sie sich, wie jede Kunst, gegen ihre Vergänglichkeit zur Wehr setzt. Trotzdem entschwinden Bücher in Archivbibliotheken. Auf einmal gehören sie nicht mehr zu unserem Erfahrungshorizont. Erich Jooß stellt an jedem 15. des Monats vergessene Lyrikveröffentlichungen in seiner Rubrik »Wiedergelesen« vor, die bewusst unsystematisch angelegt ist. Entdeckerfreude und persönliche Vorlieben sind ihm als Kolumnist von DAS GEDICHT blog wichtiger als literaturhistorische Zensuren.   Ernst Blass, geboren am 17. Oktober 1890 in Berlin, zählt unter die einflussreichen Anfangsgestalten des Expressionismus und gehört trotzdem zu den großen Unbekannten unserer Literaturgeschichte. Thomas B. Schumann hat den Autor mit einer dreibändigen Werkausgabe zwar nicht […]

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Jubiläumsblog. Ein Vierteljahrhundert DAS GEDICHT
Folge 14: Christophe Fricker – Der Mensch hinter dem Dichter

Seit 25 Jahren begleitet die Zeitschrift DAS GEDICHT kontinuierlich die Entwicklung der zeitgenössischen Lyrik. Bis heute ediert sie ihr Gründer und Verleger Anton G. Leitner mit wechselnden Mitherausgebern wie Friedrich Ani, Kerstin Hensel, Fitzgerald Kusz und Matthias Politycki. Am 25. Oktober 2017 lädt DAS GEDICHT zu einer öffentlichen Geburtstagslesung mit 60 Poeten aus vier Generationen und zwölf Nationen ins Literaturhaus München ein. In ihrer Porträtreihe stellt Jubiläumsbloggerin Franziska Röchter jeden Tag die Teilnehmer dieser Veranstaltung vor. Dr. Christophe Fricker (* 1978 in Wiesbaden) ist Autor, Übersetzer, Wissenschaftler und Unternehmer. Er ist Managing Partner des Leipziger Wissensdienstleisters NIMIRUM und Sprecher der […]

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Gedichte mit Tradition, Folge 109: »Oktoberfest«

Gedichte mit Tradition

»Gedichte mit Tradition – Neue Blätter am Stammbaum der Poesie«: eine fortlaufende Online-Anthologie, zusammengestellt von Jan-Eike Hornauer   Alfons Schweiggert Oktoberfest Ich fürchte mich so vor Menschenauflauf. Sie drücken und rücken sich unter die Haut. Sie quasseln und gaffen und lachen so laut, nur das Riesenrad trägt die Geister hinauf. Mich bangt auch ihr Durst, er ist so groß, sie essen so viel in einem fort; zur Entleerung finden sie keinen Ort, ihr Innerstes lassen sie irgendwo los. Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern, doch die Blasmusik hämmert, sie feiern so gern. Im Vollrausch verstummt, liegt mancher herum. […]

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