Melanie am Letzten – Folge 44: Der Mythos Bayern

Es ist ein Wahnsinn, ein Irrsinn und nicht selten ein Blödsinn: So geht es zu im Tollhaus Welt. Der Mensch neigt zu seltsamen Verhaltensweisen, die schockieren, alarmieren oder amüsieren können. Was hilft zu guter Letzt? Die Poesie. Nicht ärgern, stänkern oder meckern, sondern dichten – meint die schwarzhumorige Poetin Melanie Arzenheimer und kommentiert die Deadlines des Lebens jeweils am Monatsende auf DAS GEDICHT blog.   Links ein mächtiger Baum, in der Mitte ein Bergsee, dahinter ein verschneiter Gebirgszug. So sieht sie aus, die bayerische Idylle. Manchmal tummeln sich darin ein paar »fesche Madln« bei der Feldarbeit – natürlich im Sonntagsgwand. Die Landschaftsmaler im 19. […]

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Gedichte mit Tradition, Folge 138: »Von Trauer getrieben«

Gedichte mit Tradition

»Gedichte mit Tradition – Neue Blätter am Stammbaum der Poesie«: eine fortlaufende Online-Anthologie, zusammengestellt von Jan-Eike Hornauer   Holger Paetz Von Trauer getrieben Markt und Plätze sind verlassen. Stille herrscht vor jedem Haus. Schluchzend geh ich durch die Gassen. Sah es je so freudlos aus? An die Fenster haben Frauen rote Wimpel hingesteckt. Fahnen auch. Ich will nicht schauen. Denn ich werd sonst noch verrückt. Sterne hoch vom Himmel leuchten. Morgen wird ein warmer Tag. Kann es denn nicht feste feuchten? Nein, kein Trost geschehen mag. Rastlos treibt mich durch die Straßen wildes Weh; nicht Wut, nicht Zorn. Kann es […]

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Religion und Lyrik – Folge 73: »Begreifen«

Die begleitende Netz-Anthologie zu DAS GEDICHT 25, zusammengestellt und ediert von Anton G. Leitner und José F. A. Oliver   Hans Willenberg Begreifen Dieser eine Augenblick in dem die Hände spüren was vorher nicht da war was erst wirklich sein wird wenn die Hände sich schon gelöst haben werden und er nicht mehr da ist der Augenblick, der fortwirkt in den Augen, die voll sind von stillgestellten Bildern dann begreifen die Hände was unter ihnen zerrann Dieser eine Augenblick in dem Alles ist, das erst sein kann, sobald es war.   © Hans Willenberg, geboren 1949, lebt in Mainz.   […]

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Zum Kreuz-in-alle-Behörden-Beschluss der CSU

Jan-Eike Hornauer. Foto: © Werner Reichelt / Foto-Video-Werkstatt Fellbach

von Jan-Eike Hornauer Staat und Religion zu trennen, ist in Deutschland schöne Pflicht; Aufgeklärtheit lässt’s erkennen. Nur in Bayern geht’s so nicht. Kreuze drin im Klassenzimmer war’n in Bayern stets normal. Denn schon matter Gottes-Schimmer nimmt der Schule jede Qual. Und die Lehrkraft unterm Kreuze predigt freilich manchmal schon – voller Eifer, denn das freut se – »säkular« und »isation«. Glaubensfreiheit als Bekenntnis unsres Landes gibt sie preis, dem der Rückstand stetig fremd is, wie man Gott sei Dank ja weiß. Himmlisch ist’s beim Richter drinnen überdies nach Bayern-Brauch: Wahres Recht muss hier gewinnen, denn das Kreuz, das hängt hier […]

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Humor in der Lyrik – Folge 42: Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799): Übersprudelnd vor Einfällen

Humor in der Lyrik

Die Behauptung ›Lyriker haben keinen Humor‹ gehört zu den unausrottbaren Missverständnissen. Doch gerade in dieser literarischen Gattung blüht Humor in allen Facetten. Alfons Schweiggert stellt an jedem 25. des Monats lyrischen Humor und humorvolle Lyriker in seiner Rubrik »Humor in der Lyrik« vor. Als Kolumnist von DAS GEDICHT blog will er damit Anregungen geben, Humor in der Lyrik zu entdecken und humorvolle Vertreter dieser Gattung (wieder) zu lesen.   Er sah witzig aus, war unansehnlich, kleinwüchsig, mit einem Buckel auf dem Rücken, krummen Füßen und einem sehr dicken Kopf. »Seine eigene Figur lacht ihn aus«, spöttelte er über sich selbst. […]

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