Das knifflige Poesiepuzzle, Folge 5: Unfug

Achim Raven veröffentlicht in loser Folge am 13. eines Monats Überlegungen zu Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Gedichteschreibens. Im ersten Beitrag geht es um den Vers, der weder Zeile noch Satz ist und in der Ambivalenz seiner Möglichkeiten höchsten Scharfsinn oder aber bodenlose Dumpfheit befördern kann.   Unfug Gedichte sind Unfug. Unfug ist zum einen die Weigerung, sich zu fügen, zum anderen mutwilliges Handeln ohne Vor- und Rücksicht. Gern wird dem Unfug immer noch das Attribut grob verpasst, damit ist die Belästigung der Allgemeinheit gemeint, nach deutschem Recht eine Handlung, die geeignet ist, den äußeren Bestand der öffentlichen Ordnung unmittelbar zu […]

Weiterlesen

Gedichte für Kinder – Folge 65: Sieben Kindergedichte von Jan Kaiser

Gedichte für Kinder

Uwe-Michael Gutzschhahn präsentiert jeweils am 10. eines Monats auf DAS GEDICHT blog faszinierende Kindergedicht-Autoren mit ihren vielfältigen Spielarten der Kinderpoesie. Denn das Kindergedicht soll lebendig bleiben – damit aus jungen Gedichtlesern neugierige Erwachsene werden, die sich an die Klänge und Bilder der Poesie erinnern, statt an die Last der didaktischen Lyrikinterpretation.     Wattwurms Erwachen Mitten in der dunklen Nacht ist Wattwurm Alfons aufgewacht. Das Watt lag still, er fragte sich: „Herrjemine, was weckte mich? War es des Mondes trübes Licht? Nee, das war es sicher nicht. War es des Leuchtturmwärters Singen? Das wird kaum bis hier draußen dringen. War […]

Weiterlesen

Im babylonischen Süden der Lyrik – FOLGE 59: »›OBSERVACIONES – BEOBACHTUNGEN‹ VON JOSÉ EMILIO PACHECO (MEXIKO)«

Im babylonischen Süden der Lyrik

Tobias Burghardt flaniert jeweils am 5. eines Monats auf DAS GEDICHT blog durch die südlichen Gefilde der Weltpoesie. In der Rubrik »Im babylonischen Süden der Lyrik« werden Sprachgemarkungen überschritten und aktuelle Räume der poetischen Peripherien, die innovative Mittelpunkte bilden, vorgestellt.   Gestern pflückte ich Kirschen bei Lal, meinem sri-lankischen Freund in der Nachbarschaft, dessen Muttersprache Singhalesisch ist. Ich musste schon über eine Woche vorher an ihn denken, als ich einem südindischen Dichter, der auf Tamil schreibt, das in seinem Geburtsland Sri Lanka auch gesprochen wird, bei einer Online-Lesung via Livestream zum Sonnenstillstand zuhörte. Am Tag zuvor war der 81. Geburtstag […]

Weiterlesen

Eingestreute Kritik: Sünje Lewejohanns Gedichtband »die idiotische wucht deiner wimpern«

  Brandsätze Ich gebe zu, ich hab mir schon einige Langspielplatten nur aufgrund ihres Covers gekauft, z.B. Grand Funk Railroads „E Pluribus Funk“, XTCs „Drums & Wires“ oder „Amorica“ von den Black Crowes. Und das Schöne daran ist: Ich bin nur sehr selten enttäuscht worden. Bei Gedichtbänden geht es mir ähnlich – nur nicht mit dem jeweiligen Cover, sondern mit Titeln. So kaufte ich mir seinerzeit Rühmkorfs „Haltbar bis Ende 1999“, war zehn Jahre später fasziniert von Gerhard Falkners „wemut“, weil dieses Wort das Gefühl der Melancholie im Stile eines chemischen Elements wie Wismut fasste. Auch hier erlebte ich kaum […]

Weiterlesen
1 2 3 46