»das Patriarchat, die Lyrik, der Weg aller Dinge, usw.« von Karsten Paul

  Karsten Paul (*1970) das Patriarchat, die Lyrik, der Weg aller Dinge, usw. sag ich zu Pythia sie soll mal die Fenster putzen ich brauch Klarsicht sagt sie mach das doch selber ist ja schließlich dein Gedicht und fügt eine Weissagung an (immer das Gleiche mit ihr): Ein mächtiger rotköpfiger Herrscher Gekitzelt vom Liebreiz Wird erst stolz sich erheben Erobern alle Hügel Wälder und Höhlen Dann zucken in Krämpfen Und verschrumpeln Zu einem Hängsel na danke dann bleiben die Fenster halt dreckig   © Karsten Paul, Nürnberg    

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Deutsch-tschechischer Poesiedialog, Folge 29: „ZWISCHEN VERTRAUTHEIT UND UNGEWISSHEIT – MEZI INTIMITOU A NEJISTOTOU“

Klára Hůrková stellt an jedem 17. des Monats interessante lyrische Funde aus ihren beiden Heimatländern Tschechien und Deutschland vor. Sie übersetzt ausgewählte Texte in die jeweils andere Sprache in der Absicht, Ähnlichkeiten und Unterschiede sowie aktuelle Themen und Tendenzen in der Gegenwartslyrik beider Länder herauszustellen. Damit verfolgt sie Spuren einer langen und reichen Kulturtradition, welche durch die fatalen Ereignisse des 20. Jahrhunderts unterbrochen wurde.   ZWISCHEN VERTRAUTHEIT UND UNGEWISSHEIT – MEZI INTIMITOU A NEJISTOTOU Eine steht am Eingang der Wohnung und streckt die Hand dem Anderen entgegen, ins Ungewisse. Eine Begegnung, bei der sie viel riskiert und viel verlieren könnte. […]

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Neugelesen – Folge 21: Catherine Vidler »lost sonnets. 3rd iteration«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   In der letzten Folge Neugelesen haben wir uns konkrete poesie (sic) angesehen. Eine Gedichtform, die das materiale Schriftbild in den Vordergrund rückt. Die Idee, Bildliches mit Textlichem zu verbinden, war in den 1950er Jahren nicht neu, aber bekam einen neuen Anstrich, eine andere Qualität und kritischere Aufmerksamkeit. Derlei Experimente begannen jedoch […]

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Eingestreute Kritik: Marwan Alis neuer Gedichtband »Wenn der Krieg ein Theaterstück wäre«

Zu nah, zu fern Marwan Alis neuer Gedichtband „Wenn der Krieg ein Theaterstück wäre“ Rezension von Hellmuth Opitz Kann der Zerfall der Heimat nach 24 Jahren im Exil auch heute noch so schmerzen und solche in Poesie gegossene Sehnsuchtsanfälle auslösen? Sorgen Zeit und räumliche Entfernung nicht für eine innere Distanz? Dieser Gedichtband von Marwan Ali beweist das Gegenteil. Ali, kurdisch-syrischer Dichter, wurde in Kersur geboren. Er hat Syrien bereits 1995 verlassen, zu Zeiten, als noch Hafiz al-Assad, der Vater des heutigen Diktators, mit harter Hand herrschte. Er ging zunächst in die Niederlande, lebt aber seit 2004 in Deutschland. Den arabischen […]

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Gedichte für Kinder – Folge 57: Sechs unveröffentlichte Kindergedichte von Anja Tuckermann

Gedichte für Kinder

Uwe-Michael Gutzschhahn präsentiert jeweils am 10. eines Monats auf DAS GEDICHT blog faszinierende Kindergedicht-Autoren mit ihren vielfältigen Spielarten der Kinderpoesie. Denn das Kindergedicht soll lebendig bleiben – damit aus jungen Gedichtlesern neugierige Erwachsene werden, die sich an die Klänge und Bilder der Poesie erinnern, statt an die Last der didaktischen Lyrikinterpretation.   Riesenwald Buchenwald glatte Stämme unter den Wurzeln wohnen Zwerge die wissen alles besser die streiten und zanken und Recht haben will jeder im Buchenwald ist ein Wispern ein Flüstern Knacken Knistern oben im Baum sitzt du und behältst den Überblick   Wein Riebstel Steh mal morgen früher auf […]

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