Eingestreute Kritik: »Lyrik mit Gänsefüßchen« von Volker Maaßen

rezensiert von Sabine Zaplin Die Gänsefüßchen kommen schwarmweise daher in Volker Maaßens neuem Gedichtband, mal als Paar-, mal als Kreuzreim, mal auf dem Wege zum „Zugvögeln“, dann wieder „schwanengleich“ – aber nie ohne das zum Gänsefüßchen gehörende Augenzwinkern. Der Hamburger Autor hat seine ersten literarischen Gehversuche im Umfeld der Neuen Frankfurter Schule gemacht. Im Vorwort nennt er – neben anderen – Robert Gernhardt seinen poetischen Ziehvater. Doch längst hat der 1943 in Breslau geborene Mediziner seinen eigenen lyrischen Ton gefunden und immer weiter entwickelt. So liest sich „Lyrik mit Gänsefüßchen“ wie eine kleine Werkschau auf die zahlreichen Kapitel seiner Dichterbiographie. […]

Weiterlesen
ANZEIGE

Neugelesen – Folge 10: Günter Bruno Fuchs (Hrsg.) »Die Meisengeige«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   Was für ein Unsinn! „Eine Katze liegt in der Wiese / Die Wiese ist hundertzehn / mal neunzig Meter groß; / die Katze dagegen ist noch sehr jung.“ Ein Unsinn von Günter Grass. Ja, da möchte ich nicht widersprechen. Nicht einmal lustig, nur ein kurzes Aha, sobald der Groschen fällt und […]

Weiterlesen

Neugelesen – Folge 9: Gerhard A. Spiller: »Die Wiese badet im Gelb«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   „König Herbst zieht ein, / die Birkenblätter fallen“. Nein, so weit sind wir noch nicht – nicht ganz. Auch wenn das Sommerloch viele Blätter zu Fall gebracht hat (Tod durch Verbrennen), war dies nicht die Anordnung Ihrer Majestät, des Herbstes. Doch in einer Haiku-Sammlung kann der Herbst unmöglich unbemerkt an einem […]

Weiterlesen

Neugelesen – Folge 8: Karol Kröpcke: »Bürgerliche Gedichte«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   Ganz schön heiß hier. In diesem Sommerloch. Macht der Punkt etwas Unanständiges mit diesen beiden Teilsätzen? Wer wird nun schon an etwas Schmutziges denken? Der Anton G. Leitner Verlag muss jedenfalls keine Angst davor haben, dass meine kleine (Nicht-?) Schweinerei dem Unzüchtigkeitsparagraphen 184 des StGB zum Opfer fallen könnte. Ganz im […]

Weiterlesen

Lied mit Rasierklinge: Der Gedichtband »Der Asphalt klingelt, ich geh ran« von Johanna Schwedes

rezensiert von Hellmuth Opitz Sagt der Titel eines Gedichtbandes immer schon Essentielles über die darin enthaltenen Gedichte aus? Sehr unterschiedlich, meistens aber sind die Titel durchaus ein poetisch-programmatisches Statement zum Inhalt. So verrät der der aktuelle Gedichtband »Einmal einfach« von Michael Krüger schon allein dadurch, dass er fast wie eine Bestellung an einer Pommesbude klingt, dass es hier in subtiler Untertreibung um poetische Wahrnehmungen des Alltäglichen geht, während der Band »Kolonien und Manschettenknöpfe« von Thomas Kunst darauf hinweist, dass es ein Stilmittel dieser Gedichte ist, disparate Details in sie hineinzuverweben bzw. in ihrer heterogenen Sperrigkeit auch durchaus unverbunden nebeneinander stehen […]

Weiterlesen
ANZEIGE
1 2 3 4 5 37