Eingestreute Kritik: Elisabeth Borchers »Oben schwimmt die Sonne davon«

  Die Welt ist weiß vor lauter Schnee Zur Wiederentdeckung der Kindergedichte von Elisabeth Borchers Es ist beschämend, wie schnell in unserer Zeit Autoren vergessen werden. Der Markt will Neuheiten, Neuheiten, Neuheiten. Bücher, die vor einem Jahr gedruckt wurden, sind altes Eisen. Lyrik hat, das ist ein alter Erfahrungssatz, eine längere Halbwertzeit. Gedichte verkaufen sich langsamer, aber beständiger. Das sollte im Prinzip auch für Kindergedichte gelten. Doch wer kennt noch Jürgen Spohn, der bis heute als einziger Autor mit einem Gedichtband den Deutschen Jugendliteraturpreis gewann? Wer kennt noch Peter Maiwald oder Elisabeth Borchers? Es ist ein unglaubliches Glück, dass Ursula […]

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Neugelesen – Folge 22: W.G. Sebald »Über das Land und das Wasser«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   Herr Sebald ist kein unbeschriebenes Blatt in der deutschen Literaturlandschaft. Nun muss man leider sagen: in der deutschen Literaturgeschichte. Er starb 2001 in Folge eines Autounfalles. Tatsächlich hat er sich über das englischsprachige Ausland die deutschsprachigen Leserinnen und Leser erobert. So ist das manchmal. Bekannt ist er als Prosaautor der Erinnerung, […]

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Eingestreute Kritik: Kenn Nesbitt »Jetzt noch ein Gedicht, und dann aus das Licht! Gedichte zur guten Nacht«

  Mit dem Riesenlöffel rühr’n wir im Licht Eine vielseitige neue Gedichtanthologie bei Hanser Wir kennen uns bestens aus in der amerikanischen Kinder- und Jugendliteratur. Wir haben die wichtigsten Fantasy-Autoren präsent, wir feiern die sensationellen Erfolge eines John Green und wir gehen sogar an den meisten Newcomern der US-Jugendbuchszene nicht mehr vorbei. Wir wissen von der großen Kunst des Erzählens um des Erzählens willen, die im gesamten englischsprachigen Raum beherrscht wird. Nur ein kleiner Zipfel der Kinderliteratur ist bei uns weitgehend verlorenes Terrain: Das ist die amerikanische Kinderlyrik. Natürlich gibt es die Bücher von Shel Silverstein, aber schon der berühmte […]

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Eingestreute Kritik: Arne Rautenberg »vier kerzen drei könige zwei augen ein stern«

  Schokoladenengel zum Einschmelzen Neue Weihnachtsgedichte von Arne Rautenberg Weihnachtsbücher gibt es wirklich zuhauf. Und in den meisten finden sich auch da und dort Weihnachtsgedichte. Leider sind es fast immer dieselben, alte Schätze aus längst vergangenen Tagen. Nur ganz selten verliert sich ein nagelneues Kindergedicht in die endlosen und mutlosen Sammlungen. Doch in diesem Jahr macht der engagierte Peter Hammer Verlag eine beachtliche Ausnahme. Seit langem veröffentlicht der Verlag Kinderbücher des Lyrikers Arne Rautenberg. Drei seiner Kindergedichtbände und ein Bilderbuch in Versen sind bisher in regelmäßigen Abständen erschienen. Kein anderer deutscher Verlag der Kinderbuchszene engagiert sich so sehr für einen […]

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Neugelesen – Folge 21: Catherine Vidler »lost sonnets. 3rd iteration«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   In der letzten Folge Neugelesen haben wir uns konkrete poesie (sic) angesehen. Eine Gedichtform, die das materiale Schriftbild in den Vordergrund rückt. Die Idee, Bildliches mit Textlichem zu verbinden, war in den 1950er Jahren nicht neu, aber bekam einen neuen Anstrich, eine andere Qualität und kritischere Aufmerksamkeit. Derlei Experimente begannen jedoch […]

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