»WortBildKünstler. Von Goethe bis Ringelnatz. Und Herta Müller« von Ulrich Luckhardt (Hrsg.)

rezensiert von Paul-Henri Campbell Ulrich Luckhardt (Hrsg.) »WortBildKünstler. Von Goethe bis Ringelnatz. Und Herta Müller« Der Hatje Cantz Verlag bestätigt seine unangefochtene Kompetenz bei komplexen Publikationsprojekten aufs Neue. In dem Band »WortBildKünstler. Von Goethe bis Ringelnatz. Und Herta Müller«, der als Katalog zu zwei Ausstellungen im Rahmen der Internationalen Tage Ingelheim und in den Lübecker Museen entstand, präsentiert der Verlag unter Herausgeberschaft von Ulrich Luckhardt einige anregende Stichproben von »künstlerischen Doppelbegabungen«. Luckhardt stellt das Ausstellungskonzept in einen weiten kulturwissenschaftlichen Horizont. Fokussierte Künstlerbiographien zu Johann Wolfgang von Goethe, Justinus Kerner, Victor Hugo, George Sand, Hans Christian Andersen, Wilhelm Busch, Paul Scheerbart, […]

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»Nad Střechami Světlo | Über den Dächern das Licht« von Klára Hůrková (Hrsg.)

rezensiert von Paul-Henri Campbell Klára Hůrková (Hrsg.) »Nad Střechami Světlo | Über den Dächern das Licht« Ach, freut man sich denn nicht in Europa, wenn einmal nicht abgehört, sondern zugehört wird; wenn strategische Eingriffe in die Sprache keine einseitigen Gesten der Überzeugung und des Überredens darstellen, sondern Dialoge, die sich in der unfassbaren Konkretheit der Poesie vollziehen? Die in Prag geborene Dichterin Klára Hůrková lebt in Aachen. Solche Biographien sind immer Glücksfälle. Sie übersetzt aus dem Tschechischen ins Deutsche und aus dem Deutschen ins Tschechische. Bereits 2007 stellte sie eine Anthologie tschechisch-deutscher Texte zusammen: »Sbírka klíčů | Schlüsselsammlung«. Sieben Jahre […]

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»Bitterleichte Lyrik« von Volker Maaßen

rezensiert von Paul-Henri Campbell Volker Maaßen »Bitterleichte Lyrik« Volker Maaßen ist ein praktizierender Arzt, der auch Gedichte verfasst. Als dichtender Mediziner steht er damit in einer langen Tradition, die bereits einige berühmte Lyriker hervorgebracht hat. Doch dieser medizinische Dichter scheint ein Doctor mellifluus zu sein. Man liest die Texte, die er in einem Band mit dem Titel »Bitterleichte Lyrik« versammelt hat, auch mit nicht wenig Vergnügen: »Ihr Herz war stark / doch was am Morgen / als ich ging, zerbrach / am Ende eines Weines / war meines«, lautet die Schlussstrophe des Gedichts Ihr Herz so zart. Welcher Welt entspringen […]

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»Druckkammern« Max Czollek

rezensiert von Paul-Henri Campbell Max Czollek »Druckkammern« Sein Debütband heißt »Druckkammern« (2012) und das Verlagshaus J. Frank (Berlin) wird sich noch lange auf die Schultern klopfen können, diesen bemerkenswerten Dichter entdeckt zu haben. Max Czollek ist 1987 in Berlin geboren und begründete das Kollektiv G13 mit. Ich möchte die »Druckkammern« in drei Leserichtungen diskutieren: 1) das Gedicht als Druckkammer?; 2) Stilbrüche; 3) Herkünftigkeitsdialoge. Das Gedicht als Druckkammer Ist das Gedicht als Druckkammer möglich? Ein Instrument, das man dazu einsetzt, die Druckverhältnisse zwischen Innen und Außen, zwischen Heute und Gestern, zwischen Ich und Du auszugleichen. Nun ist, spätestens seit der frühen […]

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»Vom Gehen und Stehen. Ein Handbuch« von Martina Hefter

rezensiert von Paul-Henri Campbell Martina Hefter »Vom Gehen und Stehen. Ein Handbuch« Etwas, das man zur Hand nimmt. Ein Buch, zum Beispiel – ein Handbuch. Martina Hefter überreicht dem Leser mit »Vom Gehen und Stehen. Ein Handbuch« (kookbooks, 2013) ein vierteiliges Kompendium, das die sonderbare Spannung zwischen Bewegung und Stillstand verhandelt. Erst im dritten Teil begegnet man einer Art Poetologie, die ringt zwischen leiblicher Expressivität und skripturaler Anamnese, zwischen Ausgedrücktem und Erinnertem (oder Abgedrücktem): »Wenn aus dem Schreiben eine Haltung wird und man konserviert das, was man geschrieben hat, aber die Haltung nicht, was dann? Wie man sich in eine […]

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