Der feine Faltenwurf der Form: Der Gedichtband »TageKleider« von Elisabeth Drab

rezensiert von Hellmuth Opitz Ursprünglich war dieser Gedichtband als Sonettenkranz angelegt. Nun ist der Sonettenkranz bekanntlich eine streng geregelte Form. Sie besteht aus 14 + 1 eng verflochtenen Sonetten, die zusammen einen Gedichtzyklus bilden. Die Verschränkung der einzelnen Sonette erfolgt, indem der Schlussvers des ersten Sonetts gleichzeitig den Anfangsvers des zweiten Sonetts bildet, der Schlussvers des zweiten den Anfangsvers des dritten und so weiter. Das 15. Sonett – das Meistersonett – schließlich setzt sich aus den Anfangs- bzw. den Schlussversen aller 14 Sonette zusammen. Warum diese formale Regelerklärung des längst Bekannten? Nun, weil Elisabeth Drab eine Virtuosin des Sonettenkranzes ist. […]

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Dichterbriefe – Folge 28: Liebe Vielflieger – Christophe Fricker schreibt Nancy Hünger

Dichterbriefe

Christophe Fricker schreibt jeweils am 1. des Monats einem Dichterfreund, dessen Buch er gerade gelesen hat. Die Texte sind eine Mischung aus Offenem Brief zu Lyrik und Gesellschaft, bewusst parteiischer Rezension und vertrautem Austausch. Und damit hoffentlich auch weniger langweilig als Rezensionen, die ihre eigene Voreingenommenheit vertuschen.   Liebe Nancy, habe Dich telefonisch nicht erreicht, daher nun brieflich. Mein Neujahrsvorsatz (alles Gute Dir zum neuen Jahr, und auch Ihnen, die Sie mir über die Schulter schauen, während ich mit der wunderbaren, bedeutsamen, behutsamen Dichterin Nancy Hünger spreche!) – mein Neujahrsvorsatz lautet: Weniger fliegen. Wegen der verhungernden Eisbären, wegen meiner immer […]

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Dichterbriefe – Folge 27: Trost für Mütter im Stress – Christophe Fricker schreibt ein Gedicht zum Advent

Dichterbriefe

Christophe Fricker schreibt jeweils am 1. des Monats einem Dichterfreund, dessen Buch er gerade gelesen hat. Die Texte sind eine Mischung aus Offenem Brief zu Lyrik und Gesellschaft, bewusst parteiischer Rezension und vertrautem Austausch. Und damit hoffentlich auch weniger langweilig als Rezensionen, die ihre eigene Voreingenommenheit vertuschen.   Liebe gestresste Mütter (nein, nicht auch Väter, nur Mütter!), wenn ich mal die Weltherrschaft übernehme, was allerdings zugegebenermaßen nicht unmittelbar bevorsteht, dann wird die erste neue Regel sein, dass in der dritten Novemberwoche nichts Neues passieren darf. Alle kriegen Zeit, das Liegengebliebene und Angestaute abzuarbeiten, und dann gehen sie nämlich etwas entspannter […]

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Meister des bewusst Ungeschriebenen: Matthias Kehles deutsch / rumänischer Gedichtband »Fundus«

rezensiert von Hellmuth Opitz Wer Matthias Kehle von seinen Erzählungsbänden und den zahlreichen Sachbüchern kennt oder wer ihn in den sozialen Medien, in Zeitungsartikeln, Leserbriefen, Kommentaren erlebt, der stößt auf einen temperamentvollen Zeitgenossen: hellwach, streitbar, meinungsstark. Seine Gedichte hingegen kommen erstaunlich wortkarg, fast verschwiegen daher. Nur auf Nichtgesagtes ist jetzt noch Verlass, scheinen die Gedichte permanent sagen zu wollen. Etwas Verletzliches strahlen diese Gedichte aus, hinter dem Schönen scheint Schrecken zu lauern. Das signalisieren auch die Gedichtbandtitel »Drahtamsel« und »Scherbenballett«, aus denen sich diese Gedichtsammlung vornehmlich speist. In diesen Titeln sind das Filigrane und das Gefährliche untrennbar miteinander verbunden. Die […]

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Dichterbriefe – Folge 26: Poetry Slam ist wie Rap ohne Musi – Christophe Fricker schreibt den Jungs

Dichterbriefe

Christophe Fricker schreibt jeweils am 1. des Monats einem Dichterfreund, dessen Buch er gerade gelesen hat. Die Texte sind eine Mischung aus Offenem Brief zu Lyrik und Gesellschaft, bewusst parteiischer Rezension und vertrautem Austausch. Und damit hoffentlich auch weniger langweilig als Rezensionen, die ihre eigene Voreingenommenheit vertuschen.   Jungs, letzte Woche standen wir auf dem Münchner Marienplatz. Ein paar Schreiber aus dem Dunstkreis von DAS GEDICHT haben Gedichte gelesen, teils mit sehr viel Verve. Dichter, Lyriker, Poeten, poets und Autoren. Standen da aus Freude am Gedicht, aus Freude auch an München und aus Freude an den Menschen, ihren Rechten und […]

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