Prosecco, Campari, Eis

von Josef Wittmann Länger werdende Tage und über Nacht milde Luft. Ich spreche von lichten Räumen, hülle das Schweigen ein. Ja, ich könnte, nein, könnte nicht beschreiben, was Kleiderbügel mit Nagelkopf zum Einklicken, was Schiebetüren, Stehlampen, Balkontüren, was der Rasierspiegel im Bad mit Glück zu tun haben, könnte verweilen im Bühnenbild, die bereitstehenden Weingläser erwähnen, das Panoramafenster, die Aussicht, ich könnte, nein: will mich verzetteln, will erzählen. Vorspeise und Hauptgang, die heitere Gelassenheit der Kellnerin, will abschweifen, rück- blenden, wie wir uns beinahe schon und wieso doch nicht und natürlich müssten Erinnerungen aufgefrischt, Lago di Como sage ich nur, oder […]

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Rochade oder in Rußland zählt man von links nach rechts

von Andreas Peters Mein rechter, rechter Platz ist frei, Ich wünsche mir Medwedew herbei. Als was soll er kommen? Als Bär. Mein rechter, rechter Platz ist frei, Ich wünsche mir den Putin herbei. Als was soll er kommen? Als Fürst Wladimir. Mein rechter, linker Platz ist frei, Ich wünsche mir Medwedew herbei. Als was soll er kommen? Als russischer Bär. Mein linker, rechter Platz ist frei, Ich wünsche mir Herrn Putin herbei. Als was soll er kommen? Als Rasputin. Mein rechter, linker Platz ist nicht mehr frei Bis zweitausenzwanzigzwei, Zweitausendzwanzigdrei, Zwanzig Vier.   © Andreas Peters, Bad Reichenhall

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July in der Stadt

Über die Entstehung von July in der Stadt Das Projekt »July in der Stadt« nahm seinen Anfang in den Köpfen der damals 18jährigen Rebekka Pflug und Sophie Zmijanek, die sich auf einer langen Autofahrt mehr und mehr für die Idee begeisterten, eine Lesung junger Lyrik zu veranstalten. 2010 setzten die beiden diese Idee in Form einer Lesung von acht namenlosen Jungautoren in Münchens Seidlvilla um. Das Projekt »Namenlose lesen« wurde durch die Unterstützung der Jungen Presse München finanziell möglich. Nachdem sich die Wege der jungen Dichter für einige Zeit getrennt hatten, fand man im Januar 2012 wieder zusammen, bereichert durch […]

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Schuh – Werk

von Hanne Mausfeld Ich sitze gerade vor ihm auf dem Boden wirklich gerade der Rücken der Boden ist kalt und staubig ich nippe am Wein ich harre aus male seine Schuhe er schreibt mit der Hand mit dem Bleistift letzte Korrekturen lehnt am Podest gleich wird er’s besteigen. Die Schuhe von Michael Lentz unglaublich schwarz und glänzend poliert schillernd brillant und gar nicht ab der Lack meine ich die Schuhe sind wirklich toll mit drei silbernen Rallyestreifen ich sehe nur Schuhe die rasen durch Textkörper blasen galoppieren jagen drängen repetieren parieren konterkarieren die Worte klingen trompeten tuten tröten trommeln die […]

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