Musée du Louvre, Paris

von Wolfgang Oppler Auf einer Fläche von der Größe neuner Fußballfelder buhlen fünfunddreißigtausend herausragende Kunstwerke aus sämtlichen Epochen menschlichen Kulturschaffens um meine Aufmerksamkeit. Würde ich jedem Exponat fünf Sekunden widmen, wäre ich in knapp neunundvierzig Stunden durch. Lieber schenke ich meine Aufmerksamkeit einer weiteren Tasse Kaffee, klein, schwarz, stark, und lasse mir die Sonne auf die Nase brennen in dem winzigen Straßencafé in der Rue Mouffetard.   © Wolfgang Oppler, Unterschleißheim

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Narbonne Plage (Südfrankreich)

von Tanja Dückers Ockergelb blau grau horizontal Wie ein Rothko nur nicht so religiös Laszives Lecken der Wellen an den Zehen Hügel laizistisch unterm Kopftuch aus Sand Dort vorn in den Wellen ein Paar Verfingert Ein Mann und ein Mann oder eine Frau eine Frau oder ein Mann und eine ich weiß es nicht Menschliches Glück in jedem Fall Narbonne Plage Und Crêpes mit Crème Marron   © Tanja Dückers, Berlin

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Marokkanische Seele

von Norbert Göttler Ein marokkanischer Junge springt vom Eselsgespann. Wir haben ihm mit unserer Kamera seine Seele geraubt. Ein Körper ohne Seele ist ein fauler Madensack, sagt man. Was fängt der Junge ohne Seele an? Er will kein Madensack sein. Er will leben. Er springt von seinem Eselsgespann und schreit. Ein alter Muezzin kommt des Weges und tröstet ihn. Solch kleinen Jungen, sagt er, lässt Allah die Seele nachwachsen Wie Fingernägel.   © Norbert Göttler, Hebertshausen

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