Religion und Lyrik – Folge 36: »Amen«

Die begleitende Netz-Anthologie zu DAS GEDICHT 25,
zusammengestellt und ediert von Anton G. Leitner und José F. A. Oliver

 

Martina Bilke

Amen

weißt du noch
wie wir uns täglich beim Tischgebet trafen
mit gefalteten Händen sei unser Gast morgens mittags abends und vor dem Schlafen an meinem Bett mach mich fromm hast mir täglich die Finger gebogen bin noch klein mein Herz ist rein dass ich in den Himmel komm soll niemand darin wohnen allein im Sternleinzelt zählst du die Scherben der Krüge wandelst Wasser in Wein oder Weinen dann fließen Essig und Blut und
es fehlet ::: was du uns bescheret hast
weißt du nicht mehr

 

© Martina Bilke, geboren 1950, lebt in Karlsruhe.
 

»Religion & Lyrik« im Archiv

DAS GEDICHT 25: Religion im Gedicht

Den Kernbestand neuer zeitgenössischer Lyrik rund um den Glauben versammelt
»DAS GEDICHT 25: Religion im Gedicht«,
herausgegeben von Anton G. Leitner und José F. A. Oliver

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.