Das knifflige Poesiepuzzle, Folge 8: Wem gehört die Sprache?

Achim Raven veröffentlicht in loser Folge am 13. eines Monats Überlegungen zu Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Gedichteschreibens. Im ersten Beitrag geht es um den Vers, der weder Zeile noch Satz ist und in der Ambivalenz seiner Möglichkeiten höchsten Scharfsinn oder aber bodenlose Dumpfheit befördern kann.   Wem gehört die Sprache? – Aneignung, Identität, Sprachpolizei.   Die folgenden Überlegungen sind weder neu noch originell, aber notwendig. Nach dem beeindruckenden Auftritt der afroamerikanischen Dichterin Amanda Gorman bei der Inauguration Joe Bidens mit The Hill We Climb entbrannte rasch ein Streit um die moralische Berechtigung der Übersetzung in andere Sprachen. In den Niederlanden […]

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Gratulation: Friederike Mayröcker wird 90

Die Herausgeber von DAS GEDICHT, Anton G. Leitner und Hellmuth Opitz, gratulieren zusammen mit der Redaktion DAS GEDICHT und DAS GEDICHT blog ganz herzlich der Dichterin Friedrike Mayröcker, die am 20. Dezember 2014 ihren 90. Geburtstag feiert. Friedrike Mayröcker wurde 1924 in Wien geboren, wo sie von 1946 bis 1969 zunächst als Englischlehrerin tätig war. Ihre ersten Buchveröffentlichung erfolgte 1956, ab 1969 widmete sie sich ganz ihrer schriftstellerischen Arbeit. Seitdem veröffentlicht sie vor allem Lyrik, aber auch Prosa, Hörspiele und Bühnentexte. Für ihre literarischen Werke wurde sie vielfach ausgezeichnet. Friederike Mayröcker gilt als eine der bedeutendsten zeitgenössischen Schriftstellerinnen im deutschen […]

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Liste der deutschsprachigen Jahrhundertdichter

Die Top 10 der Jury 1 Gottfried Benn 2 Paul Celan 3 Bertolt Brecht 4 Rainer Maria Rilke 5 Georg Trakl 6 Ingeborg Bachmann 7 Ernst Jandl 8 Günter Eich 9 Friederike Mayröcker 10 Hans Magnus Enzensberger Quelle: DAS GEDICHT, Zeitschrift für Lyrik, Essay und Kritik Nr. 7, Winter 1999 bis Sommer 2000 Ermittelt durch eine Jury aus über 50 Lyrikern, Herausgebern, Literaturwissenschaftlern und Übersetzern

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Wenn Anton G. Leitner Feuer fängt

von Axel Kutsch Wenn Anton G. Leitner Feuer fängt, dann löscht er nicht, dann brennt er. So auch Ende der neunziger Jahre. Während eines längeren Telefongesprächs mit ihm über die aktuelle Poesie kam mir plötzlich eine Idee: Warum nicht einmal Hitlisten der deutschsprachigen und internationalen Jahrhundertlyriker aufstellen? Kaum hatte ich meine Gedanken ausgesprochen, loderten am anderen Ende der Leitung bereits die Flammen. Die Hitlisten waren in Sekundenschnelle unter Dach und Fach, auch wenn uns klar war, dass der eine oder andere Bedenkenträger – den spielerischen Charakter der Idee verkennend – beckmessernd Einwände gegen ein solches Ranking in der hehren Kunst der Poesie erheben würde. Immerhin betätigten […]

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