Das knifflige Poesiepuzzle, Folge 9: Die Metapher

Achim Raven veröffentlicht in loser Folge am 13. eines Monats Überlegungen zu Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Gedichteschreibens. Im ersten Beitrag geht es um den Vers, der weder Zeile noch Satz ist und in der Ambivalenz seiner Möglichkeiten höchsten Scharfsinn oder aber bodenlose Dumpfheit befördern kann.   Die Metapher   Metápher oder Metaphŏra (griech.), in der Rhetorik die Vertauschung des eigentlichen Begriffs mit einem andern, der mit jenem in einem Punkte (tertium comparationis) übereinstimmt. Sie dient wie jede Trope (s. d.) zur Versinnlichung, z. B. «Hafen» statt «Zuflucht», «kalt» für «gefühllos». – Vgl. J. Müller, Das Bild in der Dichtung. Philosophie […]

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Gedichte mit Tradition, Folge 204: »Halbzeitbetrachtung« von Jan-Eike Hornauer

Gedichte mit Tradition

»Gedichte mit Tradition – Neue Blätter am Stammbaum der Poesie«: eine fortlaufende Online-Anthologie, zusammengestellt von Jan-Eike Hornauer   Jan-Eike Hornauer Halbzeitbetrachtung Die Hälfte des Lebens ist jetzt geschehen (statistisch gesehen, füg’ ich hinzu; und dass ich dies kann, das ist schon ein Clou, erzwang doch mein Herz bereits fast mein Gehen). Was hab’ ich gelernt, was konnt’ ich erreichen, ja, was lässt sich sagen im Resümee? Am Ende ist alles und nichts ganz okay. Und manchmal, da muss man die Wände neu streichen. Wozu und weshalb bin ich hier auf der Erde, dem kleinen Planeten im endlosen All? Ich werd’ […]

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Deutsch-tschechischer Poesiedialog, Folge 40: „EINE SCHLICHTE LIEBESERKLÄRUNG – PROSTÉ VYZNÁNÍ LÁSKY“

Klára Hůrková stellt an jedem 17. des Monats interessante lyrische Funde aus ihren beiden Heimatländern Tschechien und Deutschland vor. Sie übersetzt ausgewählte Texte in die jeweils andere Sprache in der Absicht, Ähnlichkeiten und Unterschiede sowie aktuelle Themen und Tendenzen in der Gegenwartslyrik beider Länder herauszustellen. Damit verfolgt sie Spuren einer langen und reichen Kulturtradition, welche durch die fatalen Ereignisse des 20. Jahrhunderts unterbrochen wurde.   EINE SCHLICHTE LIEBESERKLÄRUNG – PROSTÉ VYZNÁNÍ LÁSKY Das Gedicht „Begegnung“ von Pavel Kukal erreichte mich bereits vor vielen Monaten und ich mochte es auf Anhieb. Formal traditionell und konsequent, inhaltlich schlicht und berührend, durch den […]

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Das knifflige Poesiepuzzle, Folge 7: Poetisches Vermögen

Achim Raven veröffentlicht in loser Folge am 13. eines Monats Überlegungen zu Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Gedichteschreibens. Im ersten Beitrag geht es um den Vers, der weder Zeile noch Satz ist und in der Ambivalenz seiner Möglichkeiten höchsten Scharfsinn oder aber bodenlose Dumpfheit befördern kann.   Poetisches Vermögen […] der wald gräbt die tierschädel ein. Ich denke ans sterben und sehe das leben, wie es luftschlingen legt und mich näher an sich heranzieht, […] (Andreas Altmann, zwei leben, DAS GEDICHT 27, S. 13) Da wächst zusammen, was nicht zusammengehört, um sich als zusammengehörig zu erweisen: Ein Wald gräbt, ein Abstraktum […]

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Gedichte mit Tradition, Folge 181: »eichen«

Gedichte mit Tradition

»Gedichte mit Tradition – Neue Blätter am Stammbaum der Poesie«: eine fortlaufende Online-Anthologie, zusammengestellt von Jan-Eike Hornauer   Fitzgerald Kusz eichen hölderlins eichbäume heute ihr könnd nix däfiä dassäs dou bei uns seid meä wäi achzg joä aushaldn mäißd ihr seid aa nix bessers wäi di andern baim ihr gräichd im fräihjoä neie bläddä und lassd achälä und bläddä falln im herbsd fiä däi wou eich eibflanzd hamm woäd ihr ämall di »arier« undä di baim di andern woän innern ned daidsch gnouch obbä ihr habd dou draff goä nix gehm ihr habd gmachd wos gmachn werrn mou ihr habd […]

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