Das knifflige Poesiepuzzle, Folge 6: Unfug (Nachtrag: Schlagkraft)

Achim Raven veröffentlicht in loser Folge am 13. eines Monats Überlegungen zu Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Gedichteschreibens. Im ersten Beitrag geht es um den Vers, der weder Zeile noch Satz ist und in der Ambivalenz seiner Möglichkeiten höchsten Scharfsinn oder aber bodenlose Dumpfheit befördern kann.   Unfug (Nachtrag: Schlagkraft) Es ist schön, wenn das knifflige Poesiepuzzle gelesen wird. Noch schöner ist es, wenn sich bei der Gelegenheit herausstellt, dass ein Thema mehr hergibt als es zunächst den Anschein hat. Denn ein Aufsatz ist kein Gedicht und also kein Monolog, sondern auf Wechselrede angelegt. Wenn das Angelegte auch allzu oft liegen […]

Weiterlesen

Humor in der Lyrik – Folge 31: Karl Kraus (1874-1936): »Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.«

Humor in der Lyrik

Die Behauptung ›Lyriker haben keinen Humor‹ gehört zu den unausrottbaren Missverständnissen. Doch gerade in dieser literarischen Gattung blüht Humor in allen Facetten. Alfons Schweiggert stellt an jedem 25. des Monats lyrischen Humor und humorvolle Lyriker in seiner Rubrik »Humor in der Lyrik« vor. Als Kolumnist von DAS GEDICHT blog will er damit Anregungen geben, Humor in der Lyrik zu entdecken und humorvolle Vertreter dieser Gattung (wieder) zu lesen. Auf den von ihm erhaltenen Fotoporträts schaut er meist streng und man glaubt einen Staatsanwalt oder Richter vor sich zu haben, mit dem nicht zu spaßen ist. Und so etwas wie ein […]

Weiterlesen

»Europas Dichter und der Erste Weltkrieg« von Geert Buelens

rezensiert von Paul-Henri Campbell Geert Buelens »Europas Dichter und der Erste Weltkrieg« Die Kulturbürger Europas sollen sich glücklich schätzen: Von 2014 und 2019 dürfen sie fünf Jahre lang schwarz tragen, denn fast jeden Tag fällt einer ihrer Lieblingsdichter zum 100. Mal auf das erinnerungsgetränkte Feld der Ehre, fünf Jahre lang heiterschaurige Denkmäler der Grausamkeit. Geert Buelens präsentiert den Kriegskontinent Europa im Strudel seiner Widersprüche zwischen kosmopolitischer Vermischung der Mentalitäten und dem infantilen Chauvinismus der Nationalisten, zwischen globalem Dorf und nationalistischer Kloake. Diese Spannung ist in den Lyrikern der Zeit selbst schon angelegt: in ihren hybriden Biographien wie bei dem germanophilen […]

Weiterlesen