Versheimat – Folge 58: »Immer häufiger«

DAS GEDICHT 24

Die begleitende Netz-Anthologie zu DAS GEDICHT 24, zusammengestellt und ediert von Fitzgerald Kusz und Anton G. Leitner   Klara Hůrková Immer häufiger schwitzt der Bildschirm Blut und die Feder fällt aus der Hand Das Fell des geopferten Landes hängt zum Trocknen am Zaun Im Tunnel der gestreiften Anzüge wartet eine Schlange mit hochgehaltener Fackel Und wir leben immer noch auf der Zuckerspur mit gehorsam gespitzten Ohren verspeisen Froschschenkel und versenden Kröten an die Hungernden die sich im roten Kreis drehen unter den ausgewrungenen Wolken   © Klara Hůrková, geboren 1962, lebt in Aachen. »Versheimat« im Archiv Noch mehr Heimatgedichte finden […]

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»Die heiligen drei Könige des Elends«: DAS GEDICHT, Weihnachten 2015

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde, seit einigen Jahren nutze ich die Gelegenheit unseres spätherbstlichen »Intensivseminars plus Film« dafür, zusammen mit meiner Co-Referentin Sabine Zaplin ein Weihnachtsgedicht vor der Kamera einzusprechen. Aus Anlass der politischen Großwetterlage rezitieren wir dieses Mal »Die heiligen drei Könige des Elends« von Otto Julius Bierbaum (1865–1910). Sie finden dieses Gedicht auf dem Videokanal www.dasgedichtclip.de meiner Zeitschrift DAS GEDICHT, hier ist der direkte Link zu dem Clip auf YouTube: https://youtu.be/ojOHV7mTNPE. Wir wünschen Ihnen mit Bierbaums Versen ein friedliches Weihnachtsfest 2015 und ein gesundes und poetisches Jahr 2016. Sabine und ich lesen das […]

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Verse für den Gaumenkitzel – Folge 33: »Jogurt mit Honig«

Verse für den Gaumenkitzel

Die begleitende Netz-Anthologie zu DAS GEDICHT 23, zusammengestellt und ediert von Kerstin Hensel und Anton G. Leitner   Klára Hůrková Jogurt mit Honig Jogurt mit Honig stellst du auf den Tisch Ich koste diese Mischung zum ersten Mal, der Zimt schmilzt auf meinem Gaumen Ich schließe die Augen liege im Paradies fliege zum Olymp grüße Hermes, er leiht mir seine geflügelten Schuhe Ich fühle, wie Aphrodite mir den goldenen Apfel reicht – er passt zum Zimt – und ich schwelge in der seidigen Leichtigkeit der weißen Sahne Du sagst: Es ist ganz einfach und kostet weder Geld noch Zeit Ich […]

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Reformatio | Reset
Pausenpoesie zum Neustarten 60
Neuanfang

Das Lyrikprojekt zur Lutherdekade im Themenjahr 2015 in Kooperation mit Anton G. Leitner | DAS GEDICHT   Klára Hůrková Neuanfang Dich will ich küssen auf den trockenen Mund wenn die Lichter vom Markt verlöschen und der Regen auf unserem Dach Poker spielt Vergessen sind die geschmückten Stände mit orientalischen Kräutern vergessen das Feilschen um das bestmögliche Leben Du schläfst, und der Regen stiehlt sich davon wie ein Liebhaber der immer wieder zurückkehrt um die Trockenheit wegzuküssen   © Klára Hůrková, geboren 1962 in Prag, lebt in Aachen. www.HurkovaKlara.de   Die Pausenpoesie im Archiv

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Starke Stücke, starke Stimmen – Folge 27: »ehering und fingerhut«

Die begleitende Netz-Anthologie zu DAS GEDICHT 22, zusammengestellt und ediert von Anton G. Leitner und Hellmuth Opitz   Gerhard Rühm ehering und fingerhut am finger strahlt voll übermut ein frischgebackner ehering. am nähtisch ruht ein fingerhut, der gern an einem finger hing. »was bist du doch ein unnütz ding! wer näht heut noch mit fingerhut? bei altem zeug ruhst du gering – doch ich: juwel der liebesglut!« »noch fällst du auf, weil ungewohnt; gewohnt, kein blick sich fürder lohnt. und geht die ehe dann zu bruch, versteckt man dich im taschentuch!«   © Gerhard Rühm, Wien

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