Über die Natur – von Schönheit bis Erschöpfung, von Bewunderung bis Zerstörungsdiagnose reichen die Verse der neuen Reclam-Anthologie

Das Verhältnis des Menschen zur Natur – es ist eines der traditionsreichsten Dichtungssujets überhaupt. Mit der gerade bei Reclam erschienenen Anthologie »Die Bienen halten die Uhren auf«, herausgegeben von Anton G. Leitner, wird die Gattung der Naturgedichte mit Poemen von über 100 zeitgenössischen Dichterinnen und Dichtern weiter fortgeschrieben, unter ihnen aufstrebende Namen, wie Matthias Kröner, Sandra Blume, David Westphal und Anna Münkel, sowie längst im lyrischen Olymp etablierte, wie Jan Wagner, Günter Kunert, Ilma Rakusa und Helmut Krausser. Der Begriff »Naturgedicht« wird dabei durchaus weiter gefasst: Dem romantischen Blick wird hier auch der kritische gegenübergestellt, neben prachtvoller Natur wird ebenfalls […]

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LYRIK-REVUE FOLGE 14: Increschantüm und Tarschoula, Buatscha und Chalaverna – Romanische Poeme einer Uferblume und eines bildenden Künstlers

Auszeichnungen, Institutionen, Konferenzen, Lesungen, Poesie im Feuilleton und Lyrik-Neuerscheinungen: Nicola Bardola kommentiert und präsentiert am 20. eines Monats Bemerkenswertes aus der Welt der Verse.   Ich kenne keine Sprache, die sich so gut für Naturlyrik eignet wie Vallader. Allein der Klang des Namens der Sprache: Vallader. Val, das Tal, das Unterengadin im Osten der Schweiz. Vallader, Unterengadinisch also, die an Österreich grenzende Sprache, die nur in Samnaun, der abgelegenen und zollfreien Zone mit ihren berühmten Zwergen vom Tirolerischen verdrängt wurde. Landeck ist nicht fern, wo der Literaturwissenschaftler Raoul Schrott geboren wurde. (Raoul, auch der Bruder von Fidel, „Berater des Kriegers“.) […]

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