LYRIK-REVUE FOLGE 14: Increschantüm und Tarschoula, Buatscha und Chalaverna – Romanische Poeme einer Uferblume und eines bildenden Künstlers

Auszeichnungen, Institutionen, Konferenzen, Lesungen, Poesie im Feuilleton und Lyrik-Neuerscheinungen: Nicola Bardola kommentiert und präsentiert am 20. eines Monats Bemerkenswertes aus der Welt der Verse.   Ich kenne keine Sprache, die sich so gut für Naturlyrik eignet wie Vallader. Allein der Klang des Namens der Sprache: Vallader. Val, das Tal, das Unterengadin im Osten der Schweiz. Vallader, Unterengadinisch also, die an Österreich grenzende Sprache, die nur in Samnaun, der abgelegenen und zollfreien Zone mit ihren berühmten Zwergen vom Tirolerischen verdrängt wurde. Landeck ist nicht fern, wo der Literaturwissenschaftler Raoul Schrott geboren wurde. (Raoul, auch der Bruder von Fidel, „Berater des Kriegers“.) […]

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Gedicht und Gehirn

von Annette Hagemann Raoul Schrott und dem Hirnforscher Arthur Jacobs zufolge lassen Gedichte das Gehirn in noch komplexerer (»dichterer«) Weise in Aktion treten als andere (prosaischere) Kunstformen, denn sie sprechen die Gehirnareale für Denken, Sprache, Bilder, Melodie und Rhythmik gleichermaßen an. Um ein Gedicht in seiner logisch-musisch-bildhaften Komplexität zu erfassen, muss man also alles anschmeißen, was man hat: Kirmes im Gehirn! Jedenfalls kann man, um ein Gedicht zu schreiben oder zu verstehen, seinen Verstand und sein Verständnis nicht einfach auf Standby laufen lassen. Und seien wir ehrlich: Genau deshalb lesen auch nur wenige Menschen Gedichte nach Feierabend. So lange in […]

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