Religion und Lyrik – Folge 37: »Neujahrsmorgen«

Die begleitende Netz-Anthologie zu DAS GEDICHT 25, zusammengestellt und ediert von Anton G. Leitner und José F. A. Oliver   Rudolf Bussmann Neujahrsmorgen Sie haben den Kirschbaum gefällt In längliche Stücke zersägt Das Innere nach aussen geschichtet Zu einem roten orangen ockergelben Block Einem leuchtenden Altar auf den grauen Fliesen davor aus gefrorenem Gras Hüpft eine Elster und schnarrt Ihr Hohelied ihr Hosianna aus der Höhe Schackert es verhalten zurück.   © Rudolf Bussmann, geboren 1947, lebt in Basel (Schweiz).   »Religion & Lyrik« im Archiv Den Kernbestand neuer zeitgenössischer Lyrik rund um den Glauben versammelt »DAS GEDICHT 25: Religion […]

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Pausenpoesie zum Neustarten 79
Sisyphos

Das Lyrikprojekt zur Lutherdekade im Themenjahr 2015 in Kooperation mit Anton G. Leitner | DAS GEDICHT   Rudolf Bussmann Sisyphos Einen Stein erwärmen immer einen Stein in den Händen halten und wärmen Die Flanke eines Tiers bäumt eine weiche Schraffur in die Schalen der Haut Und der Puls ist der Puls des Meer in das du den Stein jetzt zurücklegst Weiter ein Stück den Hang hinauf gehen die Hände um einen Stein gelegt Wärmen das Tier wieder formen seinen Geruch verloren im steinernen Meer.   © Rudolf Bussmann, geboren 1947 in Olten (Schweiz), lebt in Basel (Schweiz). www.RudolfBussmann.ch   Die […]

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Pausenpoesie zum Neustarten 24
Lebenslauf

Das Lyrikprojekt zur Lutherdekade im Themenjahr 2015 in Kooperation mit Anton G. Leitner | DAS GEDICHT   Rudolf Bussmann Lebenslauf zum Kind heranwachsen zum Jugendlichen allmählich zu dir über dich hinaus den Wurzeln entgegen in dich hinein unter dir hervor   © Rudolf Bussmann, geboren 1947 in Olten (Schweiz), lebt in Basel (Schweiz). www.RudolfBussmann.ch   Die Pausenpoesie im Archiv

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Terrasse in Seoul

von Rudolf Bussmann Über den Holzboden kommt man zum Tee Vorn am Geländer mit Blick auf Pagenfrisuren Die vom Wind bewegt sich kreuzen Wie Segel auf dem Gelben Meer Der Buddha hat Bauch angesetzt Er wäre ein guter Schiffskoch man legte Im Sturm die Hand ihm aufs Knie Und sänge lange wohlklingende Lieder Bis die Kellnerin kommt die sich verneigt Lass ich die Hand auf der Reling liegen Atme den Drachenhauch des Sommers und lausche Dem Plätschern der hin- und hergehenden Sohlen.   © Rudolf Bussmann, Basel

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Lichtspiel

von Rudolf Bussmann Im abgedunkelten Raum unter dösenden Leuten sitz ich vor meinem Film auf 10 000 Metern Höhe hebt ein Mann die Pistole und zielt wir sind über dem Kriegsland die Auge schmerzen es riecht nach Curry ich schiebe die Blende hoch sehe in der Ferne den Wolkenstrich waagrecht und scharf darüber Azur nichts als Azur die Spitze des Flügels ragt hellgrau in die ewige Leere tritt der Mann leicht vorgebeugt aus dem Jetstream der Netzhaut steht mit seiner Pistole auf dem Metall unter ihm ein gefurchtes Gelände schimmernde Dörfer gefangene Insekten in einem Netz aus hellen Linien ein […]

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