Über die Natur – von Schönheit bis Erschöpfung, von Bewunderung bis Zerstörungsdiagnose reichen die Verse der neuen Reclam-Anthologie

Das Verhältnis des Menschen zur Natur – es ist eines der traditionsreichsten Dichtungssujets überhaupt. Mit der gerade bei Reclam erschienenen Anthologie »Die Bienen halten die Uhren auf«, herausgegeben von Anton G. Leitner, wird die Gattung der Naturgedichte mit Poemen von über 100 zeitgenössischen Dichterinnen und Dichtern weiter fortgeschrieben, unter ihnen aufstrebende Namen, wie Matthias Kröner, Sandra Blume, David Westphal und Anna Münkel, sowie längst im lyrischen Olymp etablierte, wie Jan Wagner, Günter Kunert, Ilma Rakusa und Helmut Krausser. Der Begriff »Naturgedicht« wird dabei durchaus weiter gefasst: Dem romantischen Blick wird hier auch der kritische gegenübergestellt, neben prachtvoller Natur wird ebenfalls […]

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Religion und Lyrik – Folge 43: »Salbadern«

Die begleitende Netz-Anthologie zu DAS GEDICHT 25, zusammengestellt und ediert von Anton G. Leitner und José F. A. Oliver   Walle Sayer Salbadern Die Opferkerze, zu einem Stummel heruntergebrannt. Das langsame Gehen, die Schrittmeditation. Sich hineindenken in das Druidengesicht einer Felswand. Den Schlangenbeschwörer sehen vorm Beatmungsschlauch. Dem Schneefall zuhören, Laudator des Weiß. Die Ewigkeit und die Ewigkeit zwischen der letzten Verbindung und dem ersten Frühzug. Ein abgeschlossener Raum, der die Stille vakuumiert. Friedhofsbänkchen, Mauervorsprung, Kellerstufe: auch das wären Logenplätze.   © Walle Sayer, geboren 1960, lebt in Horb am Neckar.   »Religion & Lyrik« im Archiv Den Kernbestand neuer zeitgenössischer […]

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Religion und Lyrik – Folge 18: »Psalm 90,10«

Die begleitende Netz-Anthologie zu DAS GEDICHT 25, zusammengestellt und ediert von Anton G. Leitner und José F. A. Oliver   Walle Sayer Psalm 90,10 Es ist der Tag vorm Abschalten der Apparate, dem Ziehen der Schläuche, der endlosen Geraden des Monitorstrichs. Der Pfleger leuchtet in den Augabgrund. Hat eine Erklärung dafür, warum die Lider noch flattern beim Rufen des Namens. Die abgegriffene Bibel des Krankenhauspfarrers: Grashalme und eine Taubenfeder als Seitenzeichen.   © Walle Sayer, geboren 1960, lebt in Horb am Neckar.   »Religion & Lyrik« im Archiv Den Kernbestand neuer zeitgenössischer Lyrik rund um den Glauben versammelt »DAS GEDICHT […]

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Versheimat – Folge 42: »Frühlingshauch«

DAS GEDICHT 24

Die begleitende Netz-Anthologie zu DAS GEDICHT 24, zusammengestellt und ediert von Fitzgerald Kusz und Anton G. Leitner   Walle Sayer Frühlingshauch Nichts, nur hinter Ziersträuchern der Verlassenheitsrest von einem Schneemann, dem keiner einen Strohhut aufsetzt, niemand Krokusse steckt in seine leeren Augenhöhlen.   © Walle Sayer, geboren 1960, lebt in Horb-Dettingen. »Versheimat« im Archiv Noch mehr Heimatgedichte finden Sie in der buchstarken Jahresschrift »DAS GEDICHT 24: Der Heimat auf den Versen«, herausgegeben von Anton G. Leitner und Fitzgerald Kusz

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Versheimat – Folge 2: »Anfangshöhe«

DAS GEDICHT 24

Die begleitende Netz-Anthologie zu DAS GEDICHT 24, zusammengestellt und ediert von Fitzgerald Kusz und Anton G. Leitner   Walle Sayer Anfangshöhe Ein aufgelesener Apfel, einer vom Erntedankaltar, ein verschrumpelter aus dem Keller, wenn du den Butzen werfen kannst, hopfenleicht an leeren Schwalbennestern vorbei, aus dem Stand heraus: über den Giebel eures Hauses, über das Dach deiner Schule hinweg.   © Walle Sayer, geboren 1960, lebt in Horb-Dettingen. »Versheimat« im Archiv

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