Versheimat – Folge 18: »Heimat«

Die begleitende Netz-Anthologie zu DAS GEDICHT 24,
zusammengestellt und ediert von Fitzgerald Kusz und Anton G. Leitner

 

Martin Ebner

Heimat

pier 1
an fossilien fressen randvergessen
neogene sauropoden, drehen hungrig
ihre hälse, lassen keinen stein mehr

auf dem anderen, kein auge trocken;

strom aus hier verlebter zeit, du endest:
sag der nächsten baggerschaufel noch
ein letztes lebewohl!
 

pier 2
schamloser blick: entblößtes becken,
fliederfarbe eines fliesenspiegels
ohne wand und tür;

ein kussmund unten rechts,

zierde eines zimmers mit gepfändeter
privatheit: standort deutschland,
umgesiedelt, ausgeräumt, verstromt.
 

© Martin Ebner, geboren 1962, lebt in Aachen.

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DAS GEDICHT 24: Der Heimat auf den Versen

Noch mehr Heimatgedichte finden Sie in der buchstarken Jahresschrift
»DAS GEDICHT 24: Der Heimat auf den Versen«,
herausgegeben von Anton G. Leitner und Fitzgerald Kusz

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