Versheimat – Folge 67: »niemandsland nachts«

Die begleitende Netz-Anthologie zu DAS GEDICHT 24,
zusammengestellt und ediert von Fitzgerald Kusz und Anton G. Leitner

 

Augusta Laar

niemandsland nachts

ins jenseits juchzen oder aufgeheult den sonntag
verfluchen zäunewinken versus bierdeckelmafia

und alte keifende weiber tanzen hiphop alles neu
die toten die schildkrötenkinder die verwandten

aus den wäldern aber schrot fliegt zurück in den
hals kaut auf sich selbst herum die zauberpuppe

fastet sich krank zum namenstag alles gute sagt
die Mickey Maus der plattenteller dreht sich hebt

ab die galaxien sprudeln musik ja ich höre hört
mal (es hört) das universum hört schreie wirres

verirrtes gehölz Gott liebt dich darling Marilyn
Monroe hebt ihren zeigefinger schiebt ihn ins

nasenloch Gott ist es egal was Gott tut ich stand
auf ging ans fenster im niemandsland nachts

spaghettifäden lichtspritzer im haar die strasse
glitzert noch immer fährt mir fährt in die mitte

der welt à toute allure glüht zimtstengel rot
schnippschnipp verzischt verfischt ffft ffff f f
 

© Augusta Laar, geboren 1955, lebt in Krailling und Wien (Österreich).

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DAS GEDICHT 24: Der Heimat auf den Versen

Noch mehr Heimatgedichte finden Sie in der buchstarken Jahresschrift
»DAS GEDICHT 24: Der Heimat auf den Versen«,
herausgegeben von Anton G. Leitner und Fitzgerald Kusz

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