Vom Leder gezogen – zur EM 2016 in Frankreich, Folge 23: »Frankreich – Schweiz 0:7«

Die Lyriker-Mannschaft von DAS GEDICHT blog mit Kapitän Jan-Eike Hornauer kommentiert die Fußball-EM unterm Eiffelturm

 

Jan-Eike Hornauer

Frankreich – Schweiz 0:7

Sie sind vom Titel irritiert?
Weil Frankreich hier das Spiel verliert?
Und dies auch echt noch grandios?
Sie fragen sich: Was soll das bloß?

Nun, warum denn die Tore zählen,
wenn doch zum Zählen hier nichts ist?
Und sich dafür sechs Mann gleich quälen
mit Leichtreißleibchen? Nie vergisst

vor allem Xhaka (doppeltauschend)
wohl dieses ganz besondre Spiel …
War schlicht der Stoff hier nicht berauschend?
Ist schuld dran nur ein Werbedeal?

Zum Puma passen Raubtierspuren
(weshalb auch Frankreich keine trug)!
Und Löcher – Schweiz, das ist doch klug,
das Käse-Land (nebst dem der Uhren)

so dergestalt zu präsentieren!
Hat sich ein Werbemensch vielleicht gedacht.
Und dann, dann hat die Welt gelacht!
Das geht ihm sicher an die Nieren.

Oh, mitleidlos sind Welt und All!
Was er jetzt zu ertragen hat!
Er fühlt sich sicher völlig platt,
wie der im Spiel geplatzte Ball …

Lasst ihm uns einmal still gedenken!
Voll wahrer, echter Empathie!
Zur Vorsicht nur. Man weiß ja nie.
Und dann das Zeugs ganz tief versenken.

 
© Jan-Eike Hornauer, München

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Die EM 2016 lyrisch zu kommentieren, und dies schnell und in doppeltem Sinne fachkundig (mit poetischem und fußballerischem Verstand), mit Witz und Eifer, voll Leidenschaft und auch mal mit distanziertem Blick, dies hat sich das Lyriker-Team um Kapitän Jan-Eike Hornauer zum Ziel gesetzt. Es besteht aus: Michael Hüttenberger, Hellmuth Opitz, Michael Augustin, Alex Dreppec und Matthias Kröner. Und damit durchgängig aus bewährten poetischen Fußball-Kommentatoren: Sie alle waren bereits in der Lyriker-Elf von DAS GEDICHT blog dabei, die vor zwei Jahren den Weg der deutschen Nationalmannschaft zum vierten Stern auf dem Versfuß begleitet hat, spielerisch, euphorisch, kritisch – und mit einer Mannschaftsstimmung, wie man sie sich besser nicht wünschen kann. Und sie alle haben sich blitzschnell dazu bereit erklärt, auch heuer wieder ihre Kugelschreiber rollen zu lassen bzw. am Laptop ihre Silben knallhart in die Ecken der weißen Blätter zu hämmern. Kein Zögern gab es und keine Absage. Der Teamgeist von 2014 ist immer noch da – bei uns und gewiss auch bei den Jungs aus der DFB-Elf. Mögen dort auch einige Spieler durch neue ersetzt worden sein, und mag unser Team zum »kleinen« Turnier auch mit kleinerer Besetzung auflaufen.

Alle bereits geposteten Folgen von »Vom Leder gezogen – zur EM 2016 in Frankreich« finden Sie hier. Und selbstverständlich können Sie auch nach wie vor den kompletten Weg zum vierten WM-Titel poetisch nachvollziehen, und zwar hier: »Vom Leder gezogen – zur Fußball-WM 2014 in Brasilien«.

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