Vom Leder gezogen – zur EM 2016 in Frankreich, Folge 40: »Deutschland – Slowakei«

Die Lyriker-Mannschaft von DAS GEDICHT blog mit Kapitän Jan-Eike Hornauer kommentiert die Fußball-EM unterm Eiffelturm

 

Michael Hüttenberger

Deutschland – Slowakei
(ein Sonett, verbunden mit der Empfehlung,
beim Spiel Frankreich – Irland nicht eingedöst zu sein)

Der Lille-Hammer!! Welch ein fürchterlicher Dexit!
Ein Underdog – die Slowakei – schmeißt Deutschland raus,
des Welt- und Möchtegerneuropameisters Aus
ist kaum bis nicht zu fassen. Statt Finale: Exit.

Wie konnte das passieren, Jogi? Ohne Not
ein winning Team gechanged. Und Boateng zu früh
gebracht, das Risiko war doch bekannt, perdu
für spät’re Spiele. Eh egal. Vom Chancentod

war diesmal fast die ganze Mannschaft infiziert.
Wer tritt zurück? Wer übernimmt? Wie geht es weiter?
Schon seltsam irgendwie, das Ganze stimmt mich heiter.

Es wäre gegen Spanien sowieso passiert.
Italien, oder? Urlaub … Was? Wo bin ich bloß?
Du bist wohl eingeschlafen, Schatz. Es geht gleich los!

 
© Michael Hüttenberger, Stedesdorf / Darmstadt

(Vor dem Spiel Deutschland – Slowakei hatte unser Dichter Michael Hüttenberger eine böse Vorahnung. Die sich erfreulicherweise, wie wir inzwischen wissen, nicht bestätigt hat. Ein Albtraum-Sonett über den nicht eingetretenen Fall, der aber freilich per se möglich gewesen wäre.)

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Die EM 2016 lyrisch zu kommentieren, und dies schnell und in doppeltem Sinne fachkundig (mit poetischem und fußballerischem Verstand), mit Witz und Eifer, voll Leidenschaft und auch mal mit distanziertem Blick, dies hat sich das Lyriker-Team um Kapitän Jan-Eike Hornauer zum Ziel gesetzt. Es besteht aus: Michael Hüttenberger, Hellmuth Opitz, Michael Augustin, Alex Dreppec und Matthias Kröner. Und damit durchgängig aus bewährten poetischen Fußball-Kommentatoren: Sie alle waren bereits in der Lyriker-Elf von DAS GEDICHT blog dabei, die vor zwei Jahren den Weg der deutschen Nationalmannschaft zum vierten Stern auf dem Versfuß begleitet hat, spielerisch, euphorisch, kritisch – und mit einer Mannschaftsstimmung, wie man sie sich besser nicht wünschen kann. Und sie alle haben sich blitzschnell dazu bereit erklärt, auch heuer wieder ihre Kugelschreiber rollen zu lassen bzw. am Laptop ihre Silben knallhart in die Ecken der weißen Blätter zu hämmern. Kein Zögern gab es und keine Absage. Der Teamgeist von 2014 ist immer noch da – bei uns und gewiss auch bei den Jungs aus der DFB-Elf. Mögen dort auch einige Spieler durch neue ersetzt worden sein, und mag unser Team zum »kleinen« Turnier auch mit kleinerer Besetzung auflaufen.

Alle bereits geposteten Folgen von »Vom Leder gezogen – zur EM 2016 in Frankreich« finden Sie hier. Und selbstverständlich können Sie auch nach wie vor den kompletten Weg zum vierten WM-Titel poetisch nachvollziehen, und zwar hier: »Vom Leder gezogen – zur Fußball-WM 2014 in Brasilien«.

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