Vom Leder gezogen – zur EM 2016 in Frankreich, Folge 47: »Wer bitteschön verschläft ein Elfmeterschießen?«

Die Lyriker-Mannschaft von DAS GEDICHT blog mit Kapitän Jan-Eike Hornauer kommentiert die Fußball-EM unterm Eiffelturm

 

Matthias Kröner

Wer bitteschön verschläft ein Elfmeterschießen?
Ein EM-Ticker

Anpfiff zur ersten Halbzeit

4.45 Uhr: Erstes Kind wach, erstes Kind wach, erstes Kind wach, erstes Kind wach

4.45 bis 6 Uhr: Trikots anziehen, Wutanfälle klären, Frühstück vorbereiten, Trikots umziehen wegen umgeworfener Tasse, Wutanfälle klären, zweiten Espresso verwandeln

6 Uhr: Zweites Kind wach, zweites Kind wach, zweites Kind wach, zweites Kind wach

6 Uhr bis 8 Uhr: Kindergartenrucksäcke taktisch klug vorlegen, Klamottendiskussionen, Frühstück über die Flügel einnehmen, Rudelbildung zwischen den beiden Kindern, mit dem Mannschaftsbus in den Kindergarten fahren

Halbzeitpause

8 Uhr bis 13.30 Uhr: Arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten

Anpfiff zur zweiten Halbzeit

13.30 bis 15 Uhr: Kinder mit dem Mannschaftsbus abholen, Mittagessen vorbereiten, Nudeln zu beiden Kindern passen, mehrere Fehlpässe mit Brokkoli, Wutanfälle klären, Rudelbildung zwischen den beiden Kindern, Mini-Mittagsschlaf, während zwei Kinder durchs Zentrum angreifen, dritten Espresso verwandeln

15 bis 18 Uhr: Arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten,arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten, arbeiten

18 bis 21 Uhr: Abendessen vorbereiten, umgeworfene Gläser vom Boden kicken, Wutanfälle klären, härterer Zweikampf zwischen den beiden Kindern, Kinder für die Ersatzbank fertig machen, Fußballgeschichte vorlesen, dabei selbst auf der Ersatzbank einschlafen, wieder eingewechselt werden um 21 Uhr

Verlängerung

21 Uhr bis 22.55 Uhr: Polen gegen Portugal, Polen gegen Portugal, Polen gegen Portugal, Polen gegen Portugal, Polen gegen Portugal, Polen gegen Portugal, Polen gegen Portugal

22.55 bis 23.25 Uhr: Verlängerung, Verlängerung, Verlängerung, Verlängerung, Verlängerung Verlängerung, Verlängerung, Verlängerung, Verlängerung, Verlängerung

Elfmeterschießen

23.25 Uhr: Chrrrrrchrrrrrrchrrrrrrrrchrrrrrrrrrrrrrrrrr

 
© Matthias Kröner, Lübeck

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Die EM 2016 lyrisch zu kommentieren, und dies schnell und in doppeltem Sinne fachkundig (mit poetischem und fußballerischem Verstand), mit Witz und Eifer, voll Leidenschaft und auch mal mit distanziertem Blick, dies hat sich das Lyriker-Team um Kapitän Jan-Eike Hornauer zum Ziel gesetzt. Es besteht aus: Michael Hüttenberger, Hellmuth Opitz, Michael Augustin, Alex Dreppec und Matthias Kröner. Und damit durchgängig aus bewährten poetischen Fußball-Kommentatoren: Sie alle waren bereits in der Lyriker-Elf von DAS GEDICHT blog dabei, die vor zwei Jahren den Weg der deutschen Nationalmannschaft zum vierten Stern auf dem Versfuß begleitet hat, spielerisch, euphorisch, kritisch – und mit einer Mannschaftsstimmung, wie man sie sich besser nicht wünschen kann. Und sie alle haben sich blitzschnell dazu bereit erklärt, auch heuer wieder ihre Kugelschreiber rollen zu lassen bzw. am Laptop ihre Silben knallhart in die Ecken der weißen Blätter zu hämmern. Kein Zögern gab es und keine Absage. Der Teamgeist von 2014 ist immer noch da – bei uns und gewiss auch bei den Jungs aus der DFB-Elf. Mögen dort auch einige Spieler durch neue ersetzt worden sein, und mag unser Team zum »kleinen« Turnier auch mit kleinerer Besetzung auflaufen.

Alle bereits geposteten Folgen von »Vom Leder gezogen – zur EM 2016 in Frankreich« finden Sie hier. Und selbstverständlich können Sie auch nach wie vor den kompletten Weg zum vierten WM-Titel poetisch nachvollziehen, und zwar hier: »Vom Leder gezogen – zur Fußball-WM 2014 in Brasilien«.

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