dasgedichtblog-Fragebogen: Jan-Eike Hornauer

Jan-Eike Hornauer (*1979)

  • Lyriker und Prosaist aus München
  • www.textzuechterei.de
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Der Lyriker Jan-Eike Hornauer stellt sich heute den Fragen unseres dasgedichtblog-Fragebogens. Am Freitag, den 14. Februar 2014, startet unter dem Titel »Wenn Liebe schwant« eine Online-Anthologie komischer Liebesgedichte in 20 Folgen hier auf dasgedichtblog. Jeden Dienstag und jeden Freitag erscheinen in dieser Sammlung, die von Jan-Eike Hornauer zusammengestellt wurde, erstmals veröffentlichte komische Liebesgedichte, die den Bogen von erster Verliebtheit und mehr oder weniger erfolgreichen Anbahnungsversuchen über wilde Liebesnächte bis hin zu Nachtrennungsgedanken spannen.

Jan-Eike Hornauer. Foto: Markus Zechmann.

Jan-Eike Hornauer. Foto: Markus Zechmann.

Lyriker-Steckbrief

Name / Vorname: Hornauer, Jan-Eike

Geburtsdatum: 22.09.1979

Geburtsort: Lübeck

Augenfarbe: braun

Größe: 2 m

Wohnort (mit Bundesland): München, Bayern

Aktueller Gedichtband (mit Erscheinungsjahr, Erscheinungsort und Verlag): Einzeltitel: »Schallende Verse. Vorwiegend komische Gedichte« (Oschersleben, Lerato 2009); Herausgabe und Co-Autorschaft: »Der schmunzelnde Poet. Neue komische Gedichte« (Korb, Candela 2013)

23 Fragen an den Lyriker Jan-Eike Hornauer
und ein Satz zum Ergänzen

1. Wann sind Sie zum ersten Mal mit einem Gedicht in Kontakt gekommen?

Mit gereimten Texten resp. Geschichten schon als Kind, durch Wilhelm Buschs »Max und Moritz« sowie eine Werbe-Bilderheftchen-Serie im Strip-Format eines Kaffeeherstellers, die im Busch-Stil gereimt war, usw. Diese Art der Textgestaltung hat mich schon im Vor- und Grundschulalter fasziniert. Auf den Kosmos Grundschule selbst bezogen ist Jandls »ottos mops« meine erste gesicherte Erinnerung.

2. Haben Sie den ersten Kontakt mit Lyrik in positiver oder negativer Erinnerung?

Absolut in positiver – sowohl auf die gereimten Geschichten als auch auf »ottos mops« bezogen, und auch allgemein auf Reime, Kinderverse und dergleichen.

3. Wann haben Sie Ihr erstes Gedicht geschrieben und wie lautet dessen Titel?

In der Grundschule, wohl in der dritten Klasse. Der Titel war »Die Kartenkatzen«, und es ging hier um eine kleine Gruppe von vermenschlichten Katzen, die eben gerne Karten spielten. Waren die ersten Strophen noch eher in der Jetztzeit und im mir vertrauten Raum angesiedelt, so kam nach und nach immer mehr ein romantischer Wild-West-Bezug hervor und zum Tragen. Aufgebaut war das Gedicht in vierzeiligen Strophen, wobei die Strophen eher locker miteinander in Zusammenhang standen. In unregelmäßigen Abständen dachte ich mir beim abendlichen Zähneputzen einen neuen Vierzeiler aus und trug ihn auch gleich meiner Mutter vor, bis ein halbes Dutzend oder so zusammen war. Als das Gedicht dann als abgeschlossen zu betrachten war, zeigte ich es auch ein paar Klassenkameraden. Die fanden es immerhin so gut, dass sie beschlossen, dass wir es zusammen der Lehrerin vortragen müssten – was wir dann auch getan haben.

4. Wo haben Sie Ihr erstes Gedicht veröffentlicht?

Im »JEG Magazin«, der Schülerzeitung meiner nachgrundschulischen Bildungsanstalt, dem Julius-Echter-Gymnasium (JEG) in Elsenfeld. Das war 1997.

5. Was haben Sie der Lyrik zu verdanken?

Freude, Nachdenklichkeit, Einsicht, Tröstung, wirklich interessante Kontakte, Anerkennung, Befriedigung.

6. Was treibt Sie zum Schreiben von Gedichten an?

Ich kann nicht ohne – nicht dauerhaft. Dichte ich lange nicht, werde ich unausgeglichen, fühle mich unwohl.

7. Was macht für Sie den Reiz der Poesie aus?

Sie bietet einen anderen Zugang zu Welt und Sprache – und das nicht nur als der Alltag, sondern auch als alle anderen Kunstformen, inklusive der anderen literarischen.

8. Ihr Lieblingsschriftsteller?

Lyrik: Erich Kästner, Robert Gernhardt, Mascha Kaléko.
Prosa: Erich Kästner, Franz Kafka, Daniel Kehlmann.

9. Ihr Lieblingskünstler?

Joseph Beuys. Weil seine »Fettecke in Kartonschachtel«, bei einem Museumsbesuch mit den Eltern erstmals gesehen, für mich situativ eine völlige Verblüffung und im Nachhinein eine klare Offenbarung hinsichtlich der Auseinandersetzung mit der Frage »Was ist eigentlich Kunst?« bewirkt hat.

10. Ihr Lieblingsmusiker?

Da bleibt für mich die nicht ganz generations- und soziotopuntypische Band-Dreieinigkeit: Onkelz, Ärzte, Hosen.

11. Ihr Lieblingsfilm?

»Platoon«. Und: »Secretary«.

12. Ihre Lieblingsfarbe?

Gelb.

13. Ihr Lieblingswort?

Idiosynkrasie.

14. Ihr Lieblingsvers?

Eigentlich ja schon ein Gedicht, zumindest aber ein Doppelvers: »Der Habicht fraß die Wanderratte / nachdem er sie geschändet hatte.« (Robert Gernhardt; aus dem Sammel-Gedicht: »Tierwelt – Wunderwelt«)

15. Ihr Lieblingsgedicht?

Insgesamt: »Die Entwicklung der Menschheit« von Erich Kästner; von noch aktiven Autoren: »Der Zauberberg in sieben Strophen« von Andreas Schumacher.

16. Ihr größter Fehler?

Mein Sohn würde wohl sagen, dass ich rauche – weil das ungesund ist und mein Leben verkürzen könnte. Wer allgemein privat mit mir zu tun hat, dass ich unpünktlich bin. Wer mich beruflich kennt, den nervt zuweilen meine Pedanterie. Ich kann mit all diesen Fehlern und noch etlichen mehr eigentlich ganz gut leben. Fühle mich aber zuweilen schon sehr schief in die Welt gebaut (um mich mal an Ringelnatz anzulehnen – was allerdings freilich kaum helfen dürfte). Was wiederum für die Beantwortung der Frage hier wohl eher irrelevant ist, weil da ja die Welt dran schuld ist …

17. Was loben Ihre Freunde an Ihnen?

Zuverlässigkeit, Humor, Zuhören.

18. Mit wem würden Sie gerne gemeinsam auftreten?

Robert Gernhardt.

19. Wem möchten Sie nicht in der Sauna begegnen?

Ach, im Grunde gibt’s keinen, wo das eine Katastrophe wäre. Aber Auftraggeber meiner kleinen Textzüchterei treffe ich dort doch bevorzugt eher nicht.

20. Welcher Vorzug von Ihnen wird verkannt?

Im Grunde keiner – denn jeder Vorzug hat auch mindestens einen Menschen, der ihn schätzt. Jeder Nachteil aber übrigens auch mindestens einen, der ihn nicht mag. Und was dem einen Vorzug ist, ist dem anderen vielleicht auch Nachteil …

21. Was war Ihr bislang schönstes Erlebnis mit einem Gedicht?

Da gibt es nicht dieses eine schönste Erlebnis – aber außerordentlich viele schöne Momente, als Rezipient und als Autor sowie als Herausgeber bzw. Lektor, im Schriftlichen und live.

22. Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich wünschen?

Geld. Damit die Lyrik und allgemein die Belletristik breiteren Raum in meinem Leben einnehmen und Erfolge hier (mitsamt der in sie und nicht in andere Dinge gesteckten Arbeit) nicht durch schwer lastende Kontoauszüge im Nachhinein eingetrübt werden können.

23. Welche Nebeneffekte im Literaturbetrieb wären für Sie verzichtbar?

Alles rein Organisatorische.

Und zum Abschluss eine Satzergänzung:

Wenn ich nochmals auf die Welt käme, würde ich…
… im Grunde wieder in das gleiche Unglück rennen, aber sehenden Auges.

Jan-Eike Hornauer (Hrsg.): Der schmunzelnde PoetJan-Eike Hornauer (Hrsg.)
Der schmunzelnde Poet. Neue komische Gedichte

Candela Verlag, Korb, 2013
160 Seiten
ISBN 978-3-942635-16-5
Euro 14,90 [D]

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