GIPFELRUF
Folge 56: Xóchil A. Schütz

Xóchil A. Schütz (*1975)

  • Schriftstellerin und Lyrikerin aus Berlin
  • www.xochillen.de

In loser Folge stellt Franziska Röchter für dasgedichtblog die Teilnehmer des »Internationalen Gipfeltreffens der Poesie« am 23.10.2012 in München vor. Sie sprach mit Gipfelteilnehmerin Xóchil A. Schütz über Romantik und Poetry Slam für Grundschüler.

Xóchil A. Schütz. Foto: Uwe-S. Tautenhahn

»Schreiben und Bühne haben zusammengehört.«
Xóchil A. Schütz

dasgedichtblog: Liebe Xóchil, es gibt wohl kaum jemanden, der, wenn er sich im Bereich Poetry Slam umschaut, dabei nicht auf dich stößt. Ich habe dich vor Jahren quasi im Fernsehen ›kennengelernt‹, bei der Ausstrahlung des WDR Poetry Slam mit Jörg Thadeusz. Du bist aber mittlerweile nicht mehr so aktiv auf Slambühnen. Wie kommt’s?

Xóchil A. Schütz: Früher hat es mich erfüllt, auf der Bühne und im Wettbewerb zu stehen und das, was ich geschrieben habe, sofort öffentlich zu machen. Schreiben und Bühne haben zusammengehört.

Momentan arbeite ich gerne in Ruhe an längeren Prosa-Texten.

Es kann aber sein, dass sich das wieder ändern wird. Und ich slamme auch jetzt noch manchmal.

dasgedichtblog: Deine beiden neuen Gedichtbände »Windland Licht« und »Windland Wolke« (scaneg Verlag, München) sind gerade frisch erschienen. Sind beide Bände parallel entstanden oder gibt es da eine Reihenfolge?

Xóchil A. Schütz: Die Bände enthalten Gedichte, die zwischen 2000 und 2011 entstanden sind. Bisher gab es von mir mit »Flamingo und Gnu« einen Band mit Liebesgedichten und mit »Perlenkind« ein Album mit vertonter Poesie. Die »Windland«-Bände stellen nun eine erste, umfassendere Werkschau dar.

dasgedichtblog: Welche ›großen‹ Meister in der Dichtkunst haben es dir besonders angetan?

Xóchil A. Schütz: Als Kind habe ich Balladen geliebt. Volksballaden, Balladen von Goethe, Schiller, Gottfried August Bürger, Theodor Fontane. Außerdem war ich als Kind und teils noch als Jugendliche recht häufig in der Kirche. Die Poesie und Klarheit mancher Psalmen hat mir gefallen, die ›Seelenmächtigkeit‹ mancher Kirchen-, Weihnachts- und Volkslieder.

Später habe ich Günter Eich entdeckt, Else Lasker-Schüler, Gioconda Belli, Celan, Bachmann, Benn … außerdem viele zeitgenössische LyrikerInnen.

»Viele meiner Liebesgedichte sind Sehnsuchtsgedichte.«

dasgedichtblog: Kann man sagen, dass du romantisch bist?

Xóchil A. Schütz: Viele meiner Liebesgedichte sind Sehnsuchtsgedichte. So würde ich es sagen.

dasgedichtblog: 2012 hast du das Lehrbuch »Slam Poetry mit Grundschulkindern« veröffentlicht. Gibst du selbst Kurse oder Workshops an Grundschulen, in denen du den kreativen Umgang mit Sprache gemeinsam mit Kindern übst?

Xóchil A. Schütz: Momentan schreibe ich intensiv und gebe nur selten Workshops. Die Übungen aus dem Buch habe ich 2010 mit Grundschulkindern erprobt. Es war wunderbar, und ich habe gemerkt, dass Kinder genauso gerne literarisch schreiben und ihre Texte vortragen wie Jugendliche.

dasgedichtblog: »Wenn ich mal keine Slammerin bin, werd ich vielleicht Bäckerin, Gärtnerin, oder ich werd einfach eine Träumerin«, hast du in einem Interview gesagt. Auch in deinen neuen Gedichtbänden kommt öfter frisches Brot vor. Backst du auch im Alltag gern Brot?

Xóchil A. Schütz: Ja, manchmal. Meistens backe ich aber Kuchen.

dasgedichtblog: Mit »Das Große Funktionieren« hast du eine düstere Zukunftsvision zur Kurzgeschichte verarbeitet. Wie bist du darauf gekommen?

Xóchil A. Schütz: »Das Große Funktionieren« ist eine Erzählung, die 2007 entstanden ist. Es gab damals in meinem Umfeld Männer, die Science Fiction gelesen bzw. geschrieben haben, sodass ich neugierig geworden bin und einige entsprechende Bücher gelesen habe. Als Jugendliche gehörte »2001 – Odyssee im Weltraum« zudem zu meinen Lieblingsfilmen. Dennoch habe ich in »Das Große Funktionieren« Gefühle und Erfahrungen verarbeitet, die ich aus meinem Leben kenne. Ich habe sie nur verwandelt und in die Zukunft versetzt.

dasgedichtblog: Wovon wird dein nächster Roman handeln, der im Herbst herauskommt?

Xóchil A. Schütz: »Gewittersommer« ist ein Roman über Beziehung, Liebe und Sexualität. Es ist auch ein Sehnsuchts- und Kampfroman.

dasgedichtblog: Liebe Xóchil, vielen Dank für dieses Gespräch.

Xóchil A. Schütz
Flamingo und Gnu. Liebesgedichte

Araki Verlag, 2011 (erw. Neuauflage)
72 Seiten
ISBN 978-3-936149-12-8
EUR 9,90 [D]





Das »Internationale Gipfeltreffen der Poesie: 20 Jahre DAS GEDICHT« ist eine Veranstaltung von Anton G. Leitner Verlag | DAS GEDICHT in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München und dem Literaturhaus München. Hugendubel.de unterstützt das »Internationale Gipfeltreffen der Poesie: 20 Jahre DAS GEDICHT« als Förderpartner. Die Veranstaltung wird vom BR für sein Fernsehprogramm BR-alpha aufgezeichnet (geplante Erstsendung: Samstag, 12. Januar 2013, 22.30 Uhr, Reihe »Denkzeit«, BR-alpha). Das Aus- und Fortbildungsradio München afk M94.5 und dasgedichtclip – lyrik tv sind weitere Medienpartner.


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