Rückblick: »Goethe goes Video – 1. Internationales Münchner Poesiefilmfest«

GoetheawardWas für ein Start! Der Besucherandrang beim ersten Internationalen Poesiefilmfest München »Goethe goes Video« im Kulturzentrum Gasteig am 28.02.2014 war so groß, dass die Filme der Shortlist in zwei Schichten gezeigt werden mussten. Mehrere hundert Zuschauer ließen sich von den ausgezeichneten Poesieverfilmungen im buchstäblichen Sinne des Wortes unterhalten.

Münchens Kulturreferent Hans-Georg Küppers, der das Poesiefilmfest eröffnete, und alle Mitveranstalter freuen sich schon auf das 2. Internationale Münchner Poesiefilmfest in zwei Jahren (2016). Die Träger des neuen Internationalen Poesiefilmfestivals sind u. a. die medienakademie München, das Lyrik-Kabinett, die Münchner Volkshochschule, das Goethe-Institut und die Zeitschrift DAS GEDICHT.

Der Preis in der Kategorie »Gewitzte Dichter« ging an Lena Deutinger (Regie) zum verfilmten Gedicht »Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland« (Theodor Fontane).

Preisbegründung von Anton G. Leitner (Herausgeber DAS GEDICHT), Mitglied der Jury:

Lyrik kommt von Lyra: Die Regisseurin Lena Deutinger und ihr Team haben verinnerlicht, dass Gedichte in der Musik wurzeln. Ihre Verfilmung kitzelt aus Fontanes Birnenballade »Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland« von 1889 den treibenden Rhythmus des Rap hervor. Die gewitzte Botschaft des Gedichts, in dem der großmütige Vater seinen geizigen Sohn austrickst, wird von Rap-Kommentator Simon Pearce schelmisch, mit Charme und Schirmmütze, interpretiert. Fontanes berühmte Ballade ist fürwahr im 21. Jahrhundert angekommen! Das relaxte Understatement dieser schauspielerischen und filmischen Rezitation wird zum Jungbrunnen für bejahrte Verse. Der »Goethe goes Video-Award« 2014 in der Kategorie »Gewitzte Dichter« geht deshalb an Lena Deutinger und ihr Team.

Der Preis in der Kategorie »Tote Dichter« ging an die Hochschule der Medien Stuttgart mit einem Clip zu Annette von Droste-Hülshoffs »Der Knabe im Moor«.

Der Preis in der Kategorie »Tote Dichter, Kinderfilm« ging an die IGS Busecker Tal / Wiltrud Reinhardt mit einem Clip zu Heinrich Heines »Loreley«.

Der Preis in der Kategorie »Lebende Dichter« ging an Eric Gand mit einem Clip zu Rodja Weigands »das ist«.

Der Preis in der Kategorie »Verliebte Dichter« ging an Andreas Weiand mit einem Clip zu François Villons »Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund« in der Nachdichtung von Paul Zech.

Der »Goethe goes Video«-Sonderpreis der medienakadmie München und der Zeitschrift DAS GEDICHT für das verfilmte Gedicht in »Bayerischer Mundart« ging für den Dreh des ›romantischen‹ Gedichts »Woid« von Moses Wolff an den Münchner Filmemacher Richard Westermaier – ein Pionier des deutschen Poesiefilms – in Tateinheit mit dem Komiker, Dichter und Schauspieler Moses Wolff.

»Allein der letzte Kameraaufzieher, in dem man 9 geometrisch aufgereihte Bäume in mitten eines riesigen versiegelten Platzes einer Neubausiedlung sieht, visualisiert noch einmal eindringlich und kraftvoll, dass der Wald in der Postmoderne Gefahr läuft, von einem kraftvollen romantischen Rückzugsort zu einem nur noch als Souvenir geduldeten Natursymbol eingedampft zu werden«, heißt es u. a. in der Preisbegründung.

Wie immer haben wir von dieser Veranstaltung auch einen Rückblick in Bildern für Sie zusammengestellt:

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