Neugelesen – Folge 4: Wakayama Bokusui: »In der Ferne der Fuji wolkenlos heiter. Moderne Tanka«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   Religionen spielen für mein persönliches Glück keine Rolle – und doch freue ich mich über jeden einzelnen Feiertag, den ich freilich sogleich zweckentfremde. Ich wäre durchaus der Typ, der, niemals tanzend, an Karfreitag ein wildes Zappeln abfeiert! Nicht alle Feiertage müssen religiös motiviert sein, das sehe ich ein: der erste Januar […]

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Kassiber aus einem Paralleluniversum: Ulrich Becks Gedichtband »komm & geh zeiten«

rezensiert von Hellmuth Opitz Poetische Meldungen aus den Chef-Etagen der globalen Wirtschaft zu erhalten, ist selten. Es gibt nur wenige Dichter und Dichterinnen, die aus dem nadelbestreiften Management stammten, bevor sie sich der Poesie verschrieben. Rainer Malkowski war vor seiner lyrischen Laufbahn in der Geschäftsführung einer großen Werbeagentur tätig, ansonsten fällt mir auf Anhieb niemand ein. Ach so, ja, der ehemalige amerikanische Präsident Jimmy Carter schreibt auch Gedichte, aber die sind poetische Peanuts, um im Bild des eigentlichen Brotberufs von Carter zu bleiben. Ulrich Beck hingegen arbeitet nach wie vor im Finanzmanagement eines großen europäischen Unternehmens, von daher sind seine […]

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Dichterbriefe – Folge 31: Translation and Displacement – Christophe Fricker schreibt Dick Davis

Dichterbriefe

Christophe Fricker schreibt jeweils am 1. des Monats einem Dichterfreund, dessen Buch er gerade gelesen hat. Die Texte sind eine Mischung aus Offenem Brief zu Lyrik und Gesellschaft, bewusst parteiischer Rezension und vertrautem Austausch. Und damit hoffentlich auch weniger langweilig als Rezensionen, die ihre eigene Voreingenommenheit vertuschen.   Dear Dick, I have been re-reading your poem, »Heresy,« recently, and have been struck by its central proposition, which is that translation is a form of forced resettlement, and amounts to heresy – at least according to the speaker of the poem, with regard to the person he’s addressing. At least I […]

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Neugelesen – Folge 3: Friedrich Hirschl: »Stilles Theater«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   Im Gegensatz zu Grassens Gedichten (vgl. Neugelesen – Folge 2) habe ich schon einmal Gedichte von Friedrich Hirschl gelesen. Es handelte sich um den Vorgängerband des stillen Theaters: »Flussliebe«. Darauf aufmerksam bin ich durch eine Kritik in DAS GEDICHT 21 geworden. Anton G. Leit-ner schwärmt einerseits von den überraschenden Verwandlungen, welche […]

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Dichterbriefe – Folge 30: Poetry is communication – Christophe Fricker schreibt Cory Massaro

Dichterbriefe

Christophe Fricker schreibt jeweils am 1. des Monats einem Dichterfreund, dessen Buch er gerade gelesen hat. Die Texte sind eine Mischung aus Offenem Brief zu Lyrik und Gesellschaft, bewusst parteiischer Rezension und vertrautem Austausch. Und damit hoffentlich auch weniger langweilig als Rezensionen, die ihre eigene Voreingenommenheit vertuschen.   Dear Cory, I’ve been trying to think about poetry, as you do, and re-reading some of your work. Here’s what I’ve come up with, for what it’s worth, in meager words. Poetry is communication and commemoration. It is part of all of life, including death. It is what we say to one […]

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