Neugelesen – Folge 15: Matthias Politycki »London für Helden. The Ale Trail«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   Ich habe gerade in den Kalender gesehen: Es ist schon April! Was ist nur passiert? Kann es etwa sein – nein, das ist unmöglich. Aber vielleicht doch. Vielleicht habe ich es letzten Monat etwas übertrieben. Vielleicht folgte ein Bier dem nächsten, zwischen Kneipen ein paar Zigaretten, zwischen Zigaretten noch mehr Bier. […]

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Eingestreute Kritik: „Der Wille ist ein weithin überschätzter Körperteil“ – der aktuelle Gedichtband von Frank Schmitter

Von Körpern und Kathedralen   Vor Jahren fiel mir ein Exemplar von Frank Schmitters Gedichtband „Die markisen rollen den nachmittag aus“ in die Hände und war für mich eine Fundgrube wunderbarer Liebesgedichte mit Sätzen, die für mich auch heute noch Bestand haben. „Wir haben lange reden müssen um/ so schweigen zu können“ ist so ein Satz, der mich immer noch begleitet. Sehr eindrücklich. Zwischenzeitlich trafen wir uns anlässlich des Lyrikpreises von München einmal persönlich und fanden uns beide in der Halbfinalausscheidung unter „ferner lasen“ wieder, wobei uns die Jury, „eine schar promovierter spechte“ (Schmitter) zwischen den Zeilen doch einen eher […]

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Neugelesen – Folge 14: Hans Wagener (Hrsg.) »Es schlug mein Herz«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   „Ich sage ich und könnt auch sagen wir.“ – Es muss innigste Liebe sein, über die Bert Brecht im Sonett Nr. 19 schreibt, welches mit diesem Vers endet. Viele Leserinnen und Leser werden gewiss schon einmal geliebt und deshalb vielleicht sogar mehrere, schöne Valentinstage verbracht haben, von denen wir einen gestern […]

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Neugelesen – Folge 13: Aðalsteinsdóttir, Atlason, Kozempel (Hrsg.) »Isländische Lyrik«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   Island, Reykjavík, 15.01.2019, knapp unter 0°C; leichter Schneefall. Mit dem Wetter lässt sich bekanntermaßen jeder Tratsch gut eröffnen – insbesondere wenn einem nichts Besseres einfällt. Was weiß ich schon von Island? Irgendwie ist es Europa, aber auch sehr weit weg vom Festland. Es ist etwas größer als Berlin, hat aber weit […]

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Eingestreute Kritik: Matthias Kehles Gedichtband »Ausgelassene Schweigeminute«

Feine poetische Widerhaken   Wenn man Rezensionen zu den Gedichtbänden von Matthias Kehle liest, so stößt man innerhalb der zumeist positiven Besprechungen auf einen eigenartigen Argumentationsstrang. Allenthalben wird der karge, lakonische Stil von Kehle gelobt, die scheinbar spröde Wahrnehmung, das oft scheinbar abgebrochene, wie ein sprachlicher Reststumpen stehengelassene Ende der Gedichte, das den LeserInnen viel Spielraum für eigene Assoziationen lasse. Im Deutschlandradio hieß es gar: „In den Gedichten selbst sind es gerade die Lücken und Leerstellen, die produktiv werden.“ Es scheint also das Unausgesprochene zu sein, was bei den Rezensenten Wirkung hinterlässt. Man kann bisweilen den Eindruck gewinnen, Matthias Kehle […]

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