Eingestreute Kritik: Arne Rautenberg »vier kerzen drei könige zwei augen ein stern«

  Schokoladenengel zum Einschmelzen Neue Weihnachtsgedichte von Arne Rautenberg Weihnachtsbücher gibt es wirklich zuhauf. Und in den meisten finden sich auch da und dort Weihnachtsgedichte. Leider sind es fast immer dieselben, alte Schätze aus längst vergangenen Tagen. Nur ganz selten verliert sich ein nagelneues Kindergedicht in die endlosen und mutlosen Sammlungen. Doch in diesem Jahr macht der engagierte Peter Hammer Verlag eine beachtliche Ausnahme. Seit langem veröffentlicht der Verlag Kinderbücher des Lyrikers Arne Rautenberg. Drei seiner Kindergedichtbände und ein Bilderbuch in Versen sind bisher in regelmäßigen Abständen erschienen. Kein anderer deutscher Verlag der Kinderbuchszene engagiert sich so sehr für einen […]

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Eingestreute Kritik: Marwan Alis neuer Gedichtband »Wenn der Krieg ein Theaterstück wäre«

Zu nah, zu fern Marwan Alis neuer Gedichtband „Wenn der Krieg ein Theaterstück wäre“ Rezension von Hellmuth Opitz Kann der Zerfall der Heimat nach 24 Jahren im Exil auch heute noch so schmerzen und solche in Poesie gegossene Sehnsuchtsanfälle auslösen? Sorgen Zeit und räumliche Entfernung nicht für eine innere Distanz? Dieser Gedichtband von Marwan Ali beweist das Gegenteil. Ali, kurdisch-syrischer Dichter, wurde in Kersur geboren. Er hat Syrien bereits 1995 verlassen, zu Zeiten, als noch Hafiz al-Assad, der Vater des heutigen Diktators, mit harter Hand herrschte. Er ging zunächst in die Niederlande, lebt aber seit 2004 in Deutschland. Den arabischen […]

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Eingestreute Kritik: Timo Brandts aktueller Gedichtband »Ab hier nur Schriften«

Kenner und Könner Rezension von Hellmuth Opitz Laut wissenschaftlichen Untersuchungen werden in etwas mehr als fünf Jahren mehr als 75 Prozent aller über soziale Medien geteilten Meldungen und News aus Bewegtbildern bestehen. Statische Bilder, vor allem aber Textnachrichten werden deutlich zurückgehen. Insofern ist der Titel von Timo Brandts zweitem Gedichtband »Ab hier nur Schriften« ein erfrischendes Kontra- oder Retro-Statement, in dem die unbedingte Leidenschaft des Autors zur Sprache, zum geschriebenen Wort spürbar wird, der Glaube ans Gedicht, das im Zweifelsfall immer noch mehr bewegende Bilder bereithält als jedes Bewegtbild. Der Titel ist aber noch aus einem anderen Grund bemerkenswert, dazu […]

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Eingestreute Kritik: „Der Wille ist ein weithin überschätzter Körperteil“ – der aktuelle Gedichtband von Frank Schmitter

Von Körpern und Kathedralen   Vor Jahren fiel mir ein Exemplar von Frank Schmitters Gedichtband „Die markisen rollen den nachmittag aus“ in die Hände und war für mich eine Fundgrube wunderbarer Liebesgedichte mit Sätzen, die für mich auch heute noch Bestand haben. „Wir haben lange reden müssen um/ so schweigen zu können“ ist so ein Satz, der mich immer noch begleitet. Sehr eindrücklich. Zwischenzeitlich trafen wir uns anlässlich des Lyrikpreises von München einmal persönlich und fanden uns beide in der Halbfinalausscheidung unter „ferner lasen“ wieder, wobei uns die Jury, „eine schar promovierter spechte“ (Schmitter) zwischen den Zeilen doch einen eher […]

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Eingestreute Kritik: Matthias Kehles Gedichtband »Ausgelassene Schweigeminute«

Feine poetische Widerhaken   Wenn man Rezensionen zu den Gedichtbänden von Matthias Kehle liest, so stößt man innerhalb der zumeist positiven Besprechungen auf einen eigenartigen Argumentationsstrang. Allenthalben wird der karge, lakonische Stil von Kehle gelobt, die scheinbar spröde Wahrnehmung, das oft scheinbar abgebrochene, wie ein sprachlicher Reststumpen stehengelassene Ende der Gedichte, das den LeserInnen viel Spielraum für eigene Assoziationen lasse. Im Deutschlandradio hieß es gar: „In den Gedichten selbst sind es gerade die Lücken und Leerstellen, die produktiv werden.“ Es scheint also das Unausgesprochene zu sein, was bei den Rezensenten Wirkung hinterlässt. Man kann bisweilen den Eindruck gewinnen, Matthias Kehle […]

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