Neugelesen – Folge 14: Hans Wagener (Hrsg.) »Es schlug mein Herz«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   „Ich sage ich und könnt auch sagen wir.“ – Es muss innigste Liebe sein, über die Bert Brecht im Sonett Nr. 19 schreibt, welches mit diesem Vers endet. Viele Leserinnen und Leser werden gewiss schon einmal geliebt und deshalb vielleicht sogar mehrere, schöne Valentinstage verbracht haben, von denen wir einen gestern […]

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Neugelesen – Folge 13: Aðalsteinsdóttir, Atlason, Kozempel (Hrsg.) »Isländische Lyrik«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   Island, Reykjavík, 15.01.2019, knapp unter 0°C; leichter Schneefall. Mit dem Wetter lässt sich bekanntermaßen jeder Tratsch gut eröffnen – insbesondere wenn einem nichts Besseres einfällt. Was weiß ich schon von Island? Irgendwie ist es Europa, aber auch sehr weit weg vom Festland. Es ist etwas größer als Berlin, hat aber weit […]

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Eingestreute Kritik: Matthias Kehles Gedichtband »Ausgelassene Schweigeminute«

Feine poetische Widerhaken   Wenn man Rezensionen zu den Gedichtbänden von Matthias Kehle liest, so stößt man innerhalb der zumeist positiven Besprechungen auf einen eigenartigen Argumentationsstrang. Allenthalben wird der karge, lakonische Stil von Kehle gelobt, die scheinbar spröde Wahrnehmung, das oft scheinbar abgebrochene, wie ein sprachlicher Reststumpen stehengelassene Ende der Gedichte, das den LeserInnen viel Spielraum für eigene Assoziationen lasse. Im Deutschlandradio hieß es gar: „In den Gedichten selbst sind es gerade die Lücken und Leerstellen, die produktiv werden.“ Es scheint also das Unausgesprochene zu sein, was bei den Rezensenten Wirkung hinterlässt. Man kann bisweilen den Eindruck gewinnen, Matthias Kehle […]

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Neugelesen – Folge 12: Inge und Erich Jooß (Hrsg.) »Der Tod ist in der Welt«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   Im Jahre 2017 sind allein in Deutschland 932.272 Menschen gestorben. Angenommen, es würde um jeden verstorbenen Menschen nur fünf Menschen trauern, die selbst wiederum nur einen Sterbefall im Jahre 2017 erleben mussten, so waren 4.661.360 Menschen in Trauer. Das wären ungefähr 5% der deutschen Bevölkerung. So abstrakt und unwirklich uns diese […]

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Eingestreute Kritik: Der grandiose Gedichtband »Fossile Infanten« von Barbara Maria Kloos

Fein wie ein Messerschnitt   Als ich Anfang der 1990er Jahre das erste Mal nach New York reiste und in Manhattan an der Grand Central Station ausstieg, war ich angesichts der hohen Häuser und Sehenswürdigkeiten so fasziniert wie frustriert. Ich dachte, diese Stadt packst du nicht, die hat soviel zu bieten, der kannst du nicht einfach gerecht werden. Und so ging es mir auch, als ich das erste Mal den Gedichtband „Fossile Infanten“ von Barbara Maria Kloos in den Händen hielt. Es ist ein opulenter Gedichtband, und damit ist nicht nur der Umfang von mehr als 200 Seiten gemeint, sondern […]

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