Eingestreute Kritik: Sünje Lewejohanns Gedichtband »die idiotische wucht deiner wimpern«

  Brandsätze Ich gebe zu, ich hab mir schon einige Langspielplatten nur aufgrund ihres Covers gekauft, z.B. Grand Funk Railroads „E Pluribus Funk“, XTCs „Drums & Wires“ oder „Amorica“ von den Black Crowes. Und das Schöne daran ist: Ich bin nur sehr selten enttäuscht worden. Bei Gedichtbänden geht es mir ähnlich – nur nicht mit dem jeweiligen Cover, sondern mit Titeln. So kaufte ich mir seinerzeit Rühmkorfs „Haltbar bis Ende 1999“, war zehn Jahre später fasziniert von Gerhard Falkners „wemut“, weil dieses Wort das Gefühl der Melancholie im Stile eines chemischen Elements wie Wismut fasste. Auch hier erlebte ich kaum […]

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Neugelesen – Folge 27: Gerhard Ruiss »Blech«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   In dem Roman Ein sterbender Mann von Martin Walser wird der Dichter Carlos Kroll mit einem Preis des Münchner Lyrik Kabinetts ausgezeichnet. Das Publikum ist exklusiv, die Stimmung ist festlich, der Laudator, ein Literaturprofessor der Ludwig-Maximilians-Universität, ein echter Kenner seiner Lyrik. Der Dichter bedankt sich nach dessen Rede mit der kurzen […]

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Neugelesen – Folge 26: Karl Krolow »Landschaften für mich. Neue Gedichte«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   Wer kennt Karl Krolow? Leserinnen und Leser über fünfzig aller Wahrscheinlichkeit nach. Leserinnen und Leser darunter nur vielleicht. Und alle unter dreißig vermutlich nur, wenn sie sehr Lyrikbegeistert sind. In der Folge 8 meiner Kolumne Neugelesen habe ich Karl Krolows unter dem Pseudonym Karol Kröpcke verfassten, bürgerlichen Gedichte vorgestellt. Seine bürgerlichen […]

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Eingestreute Kritik: Sujata Bhatts Gedichtband »Die Stinkrose«

  Das Unentdeckte. Die Unentdeckte Mit den Blüten von Blumen oder Zierstauden haben Knoblauchblüten nur wenig bis gar nichts gemeinsam. Bei ihnen handelt es sich – zieht man die Pflanzen-Fachliteratur zu Rate – um „Scheindolden, die steril sind und keine Samen bilden.“ Auch mit der Rosenblüte hat die Knoblauchblüte also nichts gemeinsam. Sie bildet sich kugelförmig aus, ist flieder- bis violettfarben. Dass sie den volkstümlichen Beinamen „Stinkrose“ trägt, sollte nicht verwundern: Ihre optische Attraktivität, die der einer Rose in nichts nachsteht, verbindet sie mit dem allseits bekannten, oft enervierenden Geruch, der Knoblauch so eigen ist. Summa summarum: Die Stinkrose verbindet […]

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Neugelesen – Folge 25: Wisława Szymborska »Glückliche Liebe und andere Gedichte«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   Wisława Szymborska ist ein merkwürdiger Fall der europäischen Literatur. Sie schreibt mit einem präzisen, aber stets verständlichen Vokabular. Sie schreibt aus einem Staunen heraus, dass ihrer Dichtung Zauber verleiht. Sie gilt als eine der wichtigsten polnischen Dichterinnen schlechthin, was sie sogar zur Nobelpreisträgerin machte. Und doch kam es anders, als zu […]

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