Eingestreute Kritik: Marwan Alis neuer Gedichtband »Wenn der Krieg ein Theaterstück wäre«

Zu nah, zu fern Marwan Alis neuer Gedichtband „Wenn der Krieg ein Theaterstück wäre“ Rezension von Hellmuth Opitz Kann der Zerfall der Heimat nach 24 Jahren im Exil auch heute noch so schmerzen und solche in Poesie gegossene Sehnsuchtsanfälle auslösen? Sorgen Zeit und räumliche Entfernung nicht für eine innere Distanz? Dieser Gedichtband von Marwan Ali beweist das Gegenteil. Ali, kurdisch-syrischer Dichter, wurde in Kersur geboren. Er hat Syrien bereits 1995 verlassen, zu Zeiten, als noch Hafiz al-Assad, der Vater des heutigen Diktators, mit harter Hand herrschte. Er ging zunächst in die Niederlande, lebt aber seit 2004 in Deutschland. Den arabischen […]

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Neugelesen – Folge 20: Eugen Gomringer (Hg.) »konkrete poesie«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   achim raven beschwört in seiner ersten folge des „kniffligen Poesiepuzzles“ auf dasgedichtblog.de den vers. eugen gomringer schaffte ihn um die mitte des letzten jahrhunderts ab. seine dichterkolleginnen der konkreten poesie und er. das aufregende an ihr: die konkrete poesie begreift sich als konsequenz, dass sprache einen weg der funktionalisierung eingeschlagen hat. […]

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Neugelesen – Folge 19: Johann Wolfgang von Goethe »West-östlicher Divan«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   Dem regelmäßigen Leser dieser Kolumne dürfte nicht entgangen sein, dass es in der letzten Folge Neugelesen auch um einen Divan ging: Der Diwan des persischen Dichters Mohammed Schemsed-Din Hafis. Freilich ist das kein Zufall. Johann Wolfgang von Goethe kannte Hafis Gedichte sehr genau und sah in ihm eine verehrte Größe: „Und […]

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Neugelesen – Folge 18: Mohammed Schemsed-Din Hafis »Der Diwan«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   Mohammed Schemsed-Din Hafis ist für mich eine Neuentdeckung und bisher die Älteste in dieser Reihe. Sein Ehrenname Hafis zeigt an, dass er den Koran auswendig aufsagen konnte; und dies schon seit Kindertagen. Echte Hingabe zum Wort und leidenschaftliche Arbeit daran brachten ihn zu einigem Ruhm. So wurde er ungefähr in der […]

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Eingestreute Kritik: Timo Brandts aktueller Gedichtband »Ab hier nur Schriften«

Kenner und Könner Rezension von Hellmuth Opitz Laut wissenschaftlichen Untersuchungen werden in etwas mehr als fünf Jahren mehr als 75 Prozent aller über soziale Medien geteilten Meldungen und News aus Bewegtbildern bestehen. Statische Bilder, vor allem aber Textnachrichten werden deutlich zurückgehen. Insofern ist der Titel von Timo Brandts zweitem Gedichtband »Ab hier nur Schriften« ein erfrischendes Kontra- oder Retro-Statement, in dem die unbedingte Leidenschaft des Autors zur Sprache, zum geschriebenen Wort spürbar wird, der Glaube ans Gedicht, das im Zweifelsfall immer noch mehr bewegende Bilder bereithält als jedes Bewegtbild. Der Titel ist aber noch aus einem anderen Grund bemerkenswert, dazu […]

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