Neugelesen – Folge 32: Barbara Maria Kloos »Amorette am Schleifstein«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   „Und wer keinen Spaß am Geheimnis hat, am Sprung ins Ungewisse, ist für die Liebe wie für die Lyrik verloren.“ – Barbara Maria Kloos Was mache ich hier? Springe ich für andere ins Ungewisse und führe die intimen Geheimnisse von Liebe, Lyrik und ihrer magischen Verschränkung aus ihrem Schatten? Wer hat […]

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Eingestreute Kritik: Entdeckung & Erkenntnis / Ludwig Steinherrs neuer Gedichtband „Die weißen Freuden des Yeti“

  Ludwig Steinherrs neuer Gedichtband „Die weißen Freuden des Yeti“ Beginnen wir mit einem Statement, in dem auch ein veritabler Funke Neid steckt: So produktiv wie Ludwig Steinherr wäre ich auch gern. 22 Gedichtbände hat er bisher veröffentlicht, davon sieben oder acht allein in den letzten zehn Jahren. Gehässige Naturen würden jetzt sagen: ‚Na, wer in so kurzer Zeit so viele Gedichtbände hervorkarnickelt, bei dem kann doch was nicht stimmen – Masse statt Klasse?’ Doch nein, falscher kann man bei Ludwig Steinherr nicht liegen. Der Münchener Poet und promovierte Philosoph beweist ein ums andere Mal eine bemerkenswerte Kontinuität, was die […]

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Neugelesen – Folge 31: Richard Dove »Unterwegs nach San Borondón«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   Üblicherweise suche ich mir für diese Kolumne Neugelesen Gedichtbände heraus, deren Veröffentlichung etwas zurückliegt, mit dem Ziel, sie wieder in das heutige Bewusstsein zu katapultieren und zu aktualisieren. Bände, die derzeit etwas weniger Aufmerksamkeit bekommen, aus ganz unterschiedlichen Gründen. Manche sind selten, manche nach heutigen Maßstäben etwas sperrig, manche auch einfach […]

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Eingestreute Kritik: Verse vom Meister der Reduktion auf Deutsch und Ukrainisch – Volker Maaßen legt mit »Zanshin« zweisprachigen Gedichtband vor

von Sabine Zaplin Volker Maaßen ist ein Meister der Reduktion: seine pointierten, klaren Gedichte in der von ihm bevorzugten kurzen Form besitzen genau das richtige Ma(a)ß an Leichtigkeit bei gleichzeitiger Größe. Gerade diese Balance zwischen dem scheinbar Banalen und dem Tiefen gelingt ihm mit fast traumwandlerischer Sicherheit. Immer wieder richtet Maaßen den Blick auf das Detail, um von dort unmittelbar auf die großen Themen des Lebens zu kommen, auf den großen Verlust beispielsweise. »ein tropfen / fällt vom blatt // ein leises // nachwinken / des zweiges // träume fallen / ohne abschied«, heißt es etwa in dem titelgebenden Gedicht […]

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Neugelesen – Folge 30: Stevan Tontić »Handschrift aus Sarajevo«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   Der vielfach zitierte Satz Adornos, es sei nach Auschwitz barbarisch, ein Gedicht zu schreiben, ist ebenso häufig bemüht wie interpretiert worden. Dieses als allgemeines Verdikt auftretende Zitat wurde 1949 verfasst: Holocaust und Weltkrieg hatten gerade unzählige Menschen traumatisiert. Zwei Worte, die sich selbst nicht begreifen können. Dieser Schrecken hat keine Worte. […]

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