Gedichte mit Tradition, Folge 196: »Moderne Einladung«

Gedichte mit Tradition

»Gedichte mit Tradition – Neue Blätter am Stammbaum der Poesie«: eine fortlaufende Online-Anthologie, zusammengestellt von Jan-Eike Hornauer   Karsten Paul Moderne Einladung Ich lade Euch, verehrte Freunde, auf ein Mahl ein. Die Speisenfolge soll uns keine Qual sein: Ob ovo-lacto-vegetarisch, ob vegan, fruktosefeindlich oder -zugetan, zöliakisch, keto-, basenfastend, fleischverbunden – ein Gläslein Wasser wird uns allen munden.   © Karsten Paul, Nürnberg     »Gedichte mit Tradition« im Archiv Zu dieser Reihe: »Gedichte mit Tradition – Neue Blätter am Stammbaum der Poesie« ist eine Online-Sammlung zeitgenössischer Poeme, die zentral auf ein bedeutendes Werk referieren, ob nun ernsthaft oder humoristisch, sich […]

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Deutsch-tschechischer Poesiedialog, Folge 40: „EINE SCHLICHTE LIEBESERKLÄRUNG – PROSTÉ VYZNÁNÍ LÁSKY“

Klára Hůrková stellt an jedem 17. des Monats interessante lyrische Funde aus ihren beiden Heimatländern Tschechien und Deutschland vor. Sie übersetzt ausgewählte Texte in die jeweils andere Sprache in der Absicht, Ähnlichkeiten und Unterschiede sowie aktuelle Themen und Tendenzen in der Gegenwartslyrik beider Länder herauszustellen. Damit verfolgt sie Spuren einer langen und reichen Kulturtradition, welche durch die fatalen Ereignisse des 20. Jahrhunderts unterbrochen wurde.   EINE SCHLICHTE LIEBESERKLÄRUNG – PROSTÉ VYZNÁNÍ LÁSKY Das Gedicht „Begegnung“ von Pavel Kukal erreichte mich bereits vor vielen Monaten und ich mochte es auf Anhieb. Formal traditionell und konsequent, inhaltlich schlicht und berührend, durch den […]

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Neugelesen – Folge 30: Stevan Tontić »Handschrift aus Sarajevo«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   Der vielfach zitierte Satz Adornos, es sei nach Auschwitz barbarisch, ein Gedicht zu schreiben, ist ebenso häufig bemüht wie interpretiert worden. Dieses als allgemeines Verdikt auftretende Zitat wurde 1949 verfasst: Holocaust und Weltkrieg hatten gerade unzählige Menschen traumatisiert. Zwei Worte, die sich selbst nicht begreifen können. Dieser Schrecken hat keine Worte. […]

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Ankündigung: Tagung zu »Missbrauchte Heimat – Volkskultur im ›Dritten Reich‹«

  Hier geht es nicht konkret um Lyrik oder Poesie, aber es stehen Kultur, Sprache und Rituale im Mittelpunkt. Es geht um deren gemeinhin gerne einmal unterschätzte Relevanz sowie die Gefahren, die bei ihrer Besetzung durch die falsche Seite entstehen. Besonders der Begriff »Heimat« wird so, wie wir spätestens seit der Zeit der Nationalsozialisten wissen, schnell zu einem schlagkräftigen Kampfmittel – und unter dem dann klar irreführenden Vorzeichen der Idylle wird Hass gepredigt. Darum, dem entgegenzutreten und einen unideologischen und vielfältig Heimatbegriff mit zu prägen, ist übrigens auch das Team rund um DAS GEDICHT schon länger bemüht. Konkreten Ausdruck hat […]

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Das knifflige Poesiepuzzle, Folge 7: Poetisches Vermögen

Achim Raven veröffentlicht in loser Folge am 13. eines Monats Überlegungen zu Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Gedichteschreibens. Im ersten Beitrag geht es um den Vers, der weder Zeile noch Satz ist und in der Ambivalenz seiner Möglichkeiten höchsten Scharfsinn oder aber bodenlose Dumpfheit befördern kann.   Poetisches Vermögen […] der wald gräbt die tierschädel ein. Ich denke ans sterben und sehe das leben, wie es luftschlingen legt und mich näher an sich heranzieht, […] (Andreas Altmann, zwei leben, DAS GEDICHT 27, S. 13) Da wächst zusammen, was nicht zusammengehört, um sich als zusammengehörig zu erweisen: Ein Wald gräbt, ein Abstraktum […]

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