Deutsch-tschechischer Poesiedialog, Folge 27: „IN SICH FREMD – V SOBĚ CIZÍ“

Klára Hůrková stellt an jedem 17. des Monats interessante lyrische Funde aus ihren beiden Heimatländern Tschechien und Deutschland vor. Sie übersetzt ausgewählte Texte in die jeweils andere Sprache in der Absicht, Ähnlichkeiten und Unterschiede sowie aktuelle Themen und Tendenzen in der Gegenwartslyrik beider Länder herauszustellen. Damit verfolgt sie Spuren einer langen und reichen Kulturtradition, welche durch die fatalen Ereignisse des 20. Jahrhunderts unterbrochen wurde.   IN SICH FREMD – V SOBĚ CIZÍ Was passiert, wenn man sich in der eigenen Haut plötzlich fremd fühlt? Wenn gar die eigene Identität in Frage gestellt wird? Der Lyriker Sven Spaltner, geboren im Jahr […]

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Eingestreute Gedichte: lesung

  Thomas Hald lesung versammelt sind die autoren im lyrik kabinett, auserkoren für den vortrag der gedichte zu ihrer wendepunkt-geschichte. doch hinter mir – die brünette grazie, getrennt durch eine reihe stühle: der würde ich sonette schreiben! ob ich´s mir verzeihe, sie nicht anzusprechen, sie nicht zu preisen in meinem gedicht? so jung und schlank, ihr haar fällt lockig, und mir wird klar: ich will diese rotweinflecken von ihren lippen lecken!   © Thomas Hald, München; entstanden: 15.03.2019  

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Auswahl und Komposition dauern an – »großartige und opulente« DAS GEDICHT-Ausgabe zum Thema »Natur« entsteht

Weßling. Gut Ding will Weile haben. Jeder kennt dieses Sprichwort, und klar ist: Da ist viel Wahres dran. Und ebenso einleuchtend ist, dass es Rahmenumstände gibt, die gewohnte Abläufe in die Länge ziehen – zumindest für den Fall, dass die Qualität des Ergebnisses im Mittelpunkt stehen soll. Hilfreich ist es dann besonders, wenn man sich auf das Eigentliche konzentrieren kann und möglichst wenig ablenkende Aufgaben bewältigen muss. Auswahl noch nicht final Vor diesem Hintergrund ist ein Facebook-Posting zu sehen, das Herausgeber Anton G. Leitner gestern veröffentlicht hat (und das nun durch diese Blog-Meldung hier flankiert wird): Wie Leitner in seinem […]

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Neugelesen – Folge 19: Johann Wolfgang von Goethe »West-östlicher Divan«

Literatur ist vergänglich, trotz ihrer Materialität. Denn allmählich entschwinden Bücher in Archivbibliotheken und verlassen unseren Erfahrungshorizont. David Westphal möchte in Nachfolge an die Kolumne »Wiedergelesen« dagegen anschreiben. Er stellt an jedem 15. des Monats Vergessenes und Neugelesenes in seiner Rubrik »Neugelesen« vor (in memoriam Erich Jooß, † 2017).   Dem regelmäßigen Leser dieser Kolumne dürfte nicht entgangen sein, dass es in der letzten Folge Neugelesen auch um einen Divan ging: Der Diwan des persischen Dichters Mohammed Schemsed-Din Hafis. Freilich ist das kein Zufall. Johann Wolfgang von Goethe kannte Hafis Gedichte sehr genau und sah in ihm eine verehrte Größe: „Und […]

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Gedichte mit Tradition, Folge 167: »Der Jaguar«

Gedichte mit Tradition

»Gedichte mit Tradition – Neue Blätter am Stammbaum der Poesie«: eine fortlaufende Online-Anthologie, zusammengestellt von Jan-Eike Hornauer   Gabriele Trinckler Der Jaguar Dort, wo er pirscht, trifft er auf Feuerwände, er flieht, sucht in dem Lodern einen Spalt. Ihm ist, als gäb es tausend neue Brände und hinter tausend Bränden keinen Wald. Für Soja, Palmöl, Gold, Mangan und Gülle verliert der Jäger seinen Lebensraum. Es ist die Gier nach Geld in Hüll’ und Fülle. In Flammen steht bald Baum um Baum um Baum. Nur manchmal heben sich die dicken Schwaden, enthüllen Stümpfe, Asche, schwarzen Stein. Hier sah er früher Tapirbeute […]

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