Jubiläumsblog. Ein Vierteljahrhundert DAS GEDICHT
Folge 41: Jürgen Weing – Der Mensch hinter dem Dichter

Seit 25 Jahren begleitet die Zeitschrift DAS GEDICHT kontinuierlich die Entwicklung der zeitgenössischen Lyrik. Bis heute ediert sie ihr Gründer und Verleger Anton G. Leitner mit wechselnden Mitherausgebern wie Friedrich Ani, Kerstin Hensel, Fitzgerald Kusz und Matthias Politycki. Am 25. Oktober 2017 lädt DAS GEDICHT zu einer öffentlichen Geburtstagslesung mit 60 Poeten aus vier Generationen und zwölf Nationen ins Literaturhaus München ein. In ihrer Porträtreihe stellt Jubiläumsbloggerin Franziska Röchter jeden Tag die Teilnehmer dieser Veranstaltung vor.

Jürgen Weing, geboren 1961 in Ludwigs­burg, lebt und arbeitet als Künstler und Lyriker in Kißlegg im Allgäu. Studium in Stutt­gart. Seit 1989 Veröffent­lichungen, Lesungen, Aus­stellun­gen und NameArt.

Wundervoll! Es gibt noch diese Menschen, die man fragen kann, ob da nicht etwas zu machen sei und die sofort »Ja!« sagen. Zum Beispiel Jürgen Weing: Er hat Franziska Röchter nämlich nicht nur ihre Fragen beantwortet, sondern ihr auch noch seinen ganz persönlichen Glückwunsch an Anton G. Leitner zum 25-jährigen Jubiläum von DAS GEDICHT zur Verfügung gestellt – und zwar in Form einer individuellen NameArt-Illustration auf den Namen Anton.

mit den jahren gewachsen.

 

Collage Jürgen Weing mit Bildern aus dem privaten Archiv und einer Illustration von Jürgen Weing. Gestaltung: Franziska Röchter

Collage Jürgen Weing mit Bildern aus dem privaten Archiv und einer Illustration von Jürgen Weing. Gestaltung: Franziska Röchter

 

Bitte beschreiben Sie Ihre Erscheinung mit maximal sieben Eigenschaftswörtern.

mit den jahren gewachsen.

Bitte beschreiben Sie Ihr Wesen mit maximal sieben Begriffen.

außer wesen nix gewesen.

Was, glauben Sie, schätzen Freunde am meisten an Ihnen?

be friendly, not a friend.

Bitte nennen Sie Ihre jüngsten oder für Sie wichtigsten Veröffentlichungen.

»mauerläufer«, jahresheft für literatur und kunst 2015 – 2017.

Wie ordnen Sie Ihren lyrischen Stil ein? Mit welchen Dichtern fühlen Sie sich besonders verbunden?

lyrische prosa, klang- und lautgedichte.

Welche Eigenschaften an Ihnen werden möglicherweise von anderen verkannt?

hunger und durst.

Woher kommt Ihre Liebe zur Poesie? Gab es Schlüsselerlebnisse in der Kindheit?

mütterlicherseits.

Seit wann kennen Sie die Zeitschrift DAS GEDICHT?

2003

Wie sind Sie auf DAS GEDICHT gestoßen?

bericht in der süddeutschen zeitung.

 

NameArt von Jürgen Weing

NameArt von Jürgen Weing

 

Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie zum ersten Mal die Nachricht erhielten, dass eines Ihrer Gedichte in DAS GEDICHT publiziert werden würde?

bs (bollen stolz).

In welcher Ausgabe war das und wie heißt das Gedicht?

nr. 11, 2004. »die suppennudel«. »auf breiten schultern«.

Was war Ihr schönstes Erlebnis in Zusammenhang mit einem Gedicht?

beschriebenes weißes papier.

Was war Ihr bisher negativstes Erlebnis im Zusammenhang mit Lyrik oder mit Ihrem Autorendasein insgesamt?

leeres weißes papier.

Was ist denn Ihr Lieblingsgedicht von einem anderen Dichter?

»ich beginne den mißglückten tag« (e. jandl).

Bitte nennen Sie weitere Lieblingsgedichte.

«rot sei gott und sein fleisch sei wild …« (e. jandl).

Und was ist Ihr Lieblingsgedicht aus eigener Feder?

up down (Titel: »leben«).

Was wünschen Sie der Poesie generell, damit mehr Menschen Gedichte lesen oder Gedichtbände kaufen?

lebensnähe und weniger konformität.

Wie könnte man Ihrer Meinung nach der Lyrik wieder zum Stand als Königsgattung in der Literatur verhelfen?

lebensnähe.

Woran arbeiten Sie gerade in literarischer oder künstlerischer Hinsicht?

lebensunterhalt.

Was stört Sie am meisten im Literaturbetrieb?

arroganz und elitäres denken.

Was genau treibt Sie an, weiter Gedichte und Texte zu schreiben?

lebensunterhalt.

Was sind Ihre Lieblingsbeschäftigungen neben der Literatur?

essen und schlafen.

Was liegt auf Ihrem Nachttisch?

»esel. ein portrait« von jutta person (naturkunden Nr. 5. matthes & seitz, berlin 2013).

Herzlichen Dank.

 
Jürgen Weing rezitiert »so’n hundsinn« in Begleitung von Bernhard Klein (Klangimprovisation)

 

Franziska Röchter. Foto: Volker Derlath

Unser »Jubiläumsblog #25« wird Ihnen von Franziska Röchter präsentiert. Die deutsche Autorin mit österreichischen Wurzeln arbeitet in den Bereichen Poesie, Prosa und Kulturjournalismus. Daneben organisiert sie Lesungen und Veranstaltungen. Im Jahr 2012 gründete Röchter den chiliverlag in Verl (NRW). Von ihr erschienen mehrere Gedichtbände, u. a. »hummeln im hintern«. Ihr letzer Lyrikband mit dem Titel »am puls« erschien 2015 im Geest-Verlag. 2011 gewann sie den Lyrikpreis »Hochstadter Stier«. Sie war außerdem Finalistin bei diversen Poetry-Slams und ist im Vorstand der Gesellschaft für
zeitgenössische Lyrik. Franziska Röchter betreute bereits 2012 an dieser Stelle den Jubiläumsblog anlässlich des »Internationalen Gipfeltreffens der Poesie« zum 20. Geburtstag von DAS GEDICHT.


Die »Internationale Jubiläumslesung mit 60 Poetinnen und Poeten« zur Premiere des 25. Jahrgangs von DAS GEDICHT (»Religion im Gedicht«) ist eine Veranstaltung von Anton G. Leitner Verlag | DAS GEDICHT in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München. Mit Unterstützung der Stiftung Literaturhaus. Medienpartner: Bayern 2.

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Literaturhaus München


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